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Pep Guardiola (r.) grübelt über seine Offensive © Getty Images/SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann

München - Nie war Pep Guardiolas Entscheidung über die Aufstellung bei den Bayern so wichtig wie im Rückspiel gegen Atletico. Und nie machten es ihm seine Offensiven so schwer.

Aus der allseits beliebten Kinderfrage "Papa, wo kommen die Babys her?" wird dieser Tage: "Pep, wo kommen die Bayern-Tore her?" Guardiola muss sie in seinem womöglich vor-vor-vor-vorletzten Spiel bei den Münchnern beantworten.

Der FC Bayern, der in der Rückrunde deutlich seltener trifft als noch im Herbst, muss am Dienstag (ab 20.15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) wohl oft treffen gegen Atletico Madrid, gegen das man verflixt schwierig trifft. Viel Spaß im Halbfinal-Rückspiel der Champions League!

Bayerns Offensive im Fokus

Am Sündenfall Thomas Müller haben sich mittlerweile alle abgearbeitet, nur Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer erließ verwirrenderweise noch kein Dekret. Das 0:1 im Hinspiel lenkt den Scheinwerfer auf den vordersten Mannschaftsteil der Bayern. Den, der möglichst an der Anzeigetafel dreht.

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Müller und Franck Ribery sollen im Gegensatz zu vergangener Woche bitteschön von Anfang an der bayerischen Seele Halt geben, so fordert es die Basis des Vereins.

Im Vergleich zur Partie in Madrid wird eine zusätzliche Stelle in Bayerns Offensive frei, vom zentralen Trio Arturo Vidal, Thiago und Xabi Alonso verabschiedet sich einer auf die Bank, wahrscheinlich letzterer. Thiago arbeitet dann als Verbindungsmann zwischen Vidal und den Stürmenden weiter vorne, ähnlich wie beim 1:0 im Viertelfinal-Hinspiel gegen Benfica. Die Partie war leider spielerisch auch kein leuchtendes Vorbild.

Variante 1: Ribery und Müller sind zurück in der Startelf, Thiago pendelt zwischen Vidal und der Offensive © SPORT1/Philipp Heinemann

Fliegt zudem noch der formschwache Douglas Costa raus, wie es alle erwarten, ist der Weg frei für Müller und Ribery. Nur: Wann tat Guardiola schon genau das, was alle erwartet haben?

Auf der linken Seite ist Guardiolas Erfindergeist besonders gefragt. Costa glüht derzeit nach seinem Funkenstart in München langsam aus, zeigte bei Atletico eines seiner schwächsten Spiele. Im Jahr 2016 war er erst an sechs Toren beteiligt, in der Hinrunde waren es noch 19.

Ribery ist der logische Ersatz, zumal in einem Spiel dieser Größe. Doch den Franzosen schmerzte zuletzt der Rücken, auch wenn er mittlerweile Entwarnung gab. In der Bundesliga ist seine Quote mit sieben Scorerpunkten in elf Partien ordentlich, in der Champions League wartet er in dieser Saison noch auf seine erste Torbeteiligung.

Lahm neben Vidal und Thiago

Eine andere Antwort auf diese Probleme könnten eine Dreierkette und ein entsprechend vollgepacktes Mittelfeld sein. Philipp Lahm neben Arturo Vidal und Thiago wäre eine zusätzliche Stütze für die Offensiven.

Variante 2: Vollgepacktes Mittelfeld © SPORT1/Philipp Heinemann

In der aktuellen Champions League verzichtete Guardiola bislang auf diese Variante und schickte seine Elf in sechs von elf Partien im 4-3-3 aufs Feld.

Guardiola hat laut eigener John-Wayne-Aussage "noch eine Patrone", bevor er München verlässt. Im Angriff fehlen ihm aber die wirklich scharfe Munition.

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Robert Lewandowski bekam gegen Gladbach 90 Minuten Pause, er wird gegen Atletico beginnen. In den bisher fünf K.o.-Spielen dieser Champions-League-Saison traf er jedoch nur einmal.

So spielte Bayern im Hinspiel in Madrid © SPORT1/Philipp Heinemann

Kingsley Coman? Hat immer noch viele gute Momente, nur leider hat die Effizienz gelitten. Mario Götze? Wird bei Guardiola nicht mehr zum großen Glück finden.

Und Müller, immerhin alle 110 Pflichtspielminuten für ein Tor gut (Lewandowski alle 101 Minuten), löst bei Guardiola auch keine uneingeschränkte Begeisterung aus.

Bis auf Arjen Robben sind also im Moment alle einsatzbereit in Bayerns Trefferabteilung, und doch läuft es da vorne nicht rund. Nie war Guardiolas Entscheidung daher wichtiger.

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