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Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach verkauft sich in der Champions League gegen den FC Barcelona lange sehr gut. Am Ende zahlt die Borussia aber Lehrgeld. Mal wieder.

Am Ende wussten die Gladbacher nicht so ganz, ob sie sich freuen oder ärgern sollten. Max Eberl entschied sich kurzerhand für beides.

"Wir haben gegen Barcelona verloren und wir ärgern uns. Das ist aber das größte Kompliment, das man machen kann", sagte der Manager von Borussia Mönchengladbach nach dem 1:2 gegen den FC Barcelona.

Ein Kompliment, das sich der fünfmalige Meister ohne Zweifel verdient hatte. Für das er sich aber nicht wirklich viel kaufen kann. (DATENCENTER: Ergebnisse/Spielplan)

Gegen die oft zitierte "Weltklasse-Mannschaft" aus Barcelona wirkten die Gladbacher vor allem in der ersten Halbzeit ein wenig wie begeisterte, ungestüme Kinder, die das Spiel mit Enthusiasmus und einer taktischen Disziplin angingen, die auch den Gegner beeindruckte.

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Matthäus an die 70er erinnert

Mit Esprit, Entschlossenheit und Präzision zogen sie ihr Konterspiel auf, so dass sich Lothar Matthäus laut eigener Aussage an die 70er Jahre erinnert fühlte, als er noch in Gladbach-Bettwäsche schlief.

Vor allem in den Heimspielen saugen die Spieler die Atmosphäre immer noch auf wie beim ersten Mal, lassen sich davontragen und antreiben. Das war gegen Barca so, das war auch in der vergangenen Saison gegen ähnliche Kaliber wie Juventus Turin oder Manchester City so.

Doch schon damals fehlte den Fohlen etwas, das auf internationalem Top-Niveau den Unterschied macht: eine Portion Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit. Das und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment individuelle Fehler zu vermeiden.

Jene Fehler, wie der von Torhüter Yann Sommer beim Siegtreffer. Der Schweizer konnte den Ball nicht festhalten, servierte ihm Barca-Star Pique vor die Füße.

Gladbach fehlt das Quäntchen Qualität

Noch stehen die Gladbacher bei aller Lobhudelei am Ende meist mit leeren Händen da. "Wir haben in der Champions League zuhause bislang nur brillante Spiele gemacht, zahlen aber noch Lehrgeld", sagte Eberl. Für ihn fehle unter dem Strich ein "Quäntchen Qualität".

Gegen die Katalanen war die zweite Hälfte der Knackpunkt. "Da haben wir uns die vier, fünf entscheidenden Meter zu tief reinfallen lassen, das haben wir vorher besser gemacht. Dann wurde der Druck zu groß", sagte Christoph Kramer.

Trainer Andre Schubert verwies auf den fehlenden Ballbesitz. War die Borussia zuvor noch mutig, hatte wie angekündigt mitgespielt, wurde nicht mehr agiert, sondern reagiert.

Schubert will aus Niederlagen lernen

"Wir lernen aus solchen Spielen, lernen, was unsere Gegner machen. Das Ballbesitz- und Positionsspiel von Barca ist fantastisch, auch die Rückraumdeckung und das Gegenpressing. Das sind alles Dinge, die wir auch gerne machen. Und von so etwas kannst du immer lernen", sagte Schubert.

Nun gilt es, das Gelernte auch mal in Zählbares umzusetzen, vor allem in den kommenden beiden Gruppenspielen gegen Celtic Glasgow. Im Duell um Platz drei und den Einzug in die UEFA Europa League (live im TV auf SPORT1).

Spiele in der Champions League sind für einen Klub wie Gladbach zwar immer noch ohne Frage besondere Festtage. Doch irgendwann sollten sie sich dann auch mal selbst beschenken.

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