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Dortmund - Andre Schürrle leuchten nach seinem Last-Minute-Knaller gegen Real die Augen - die Gefühle brodeln über. Trainer Tuchel erklärt das Geheimnis seines Spielers.

Der Zauber des ersten Mals, er hatte auch Andre Schürrle gepackt. "Vor der Süd mein erstes Tor hier im Tempel geschossen zu haben, das ist einfach ein geiles Gefühl", sagte der 25-Jährige in den grauen Katakomben des Signal Iduna Parks über seinen Treffer gegen Real Madrid.

Die blauen Augen strahlten bei seinen Worten, die den Moment des Schusses zum 2:2 und den Jubel vor der "Gelben Wand" in seiner Gedankenwelt offenbar wieder aufleben ließen.

"Wenn man in die Zuschauerränge reinschaut, das ist ein geiles Gefühl", schwärmte Schürrle nach seinem ersten Treffer im neuen Zuhause.

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Watzke: "Den wollte er genau so"

Zuvor hatte Dortmunds Nummer 21 den Ausgleichstreffer aus der 87. Minute im Sky-Interview noch recht nüchtern beschrieben. "Christian Pulisic spielt den Ball top rein, er rutscht irgendwie durch und ich treffe ihn dann auch ganz gut", sagte Schürrle.

Auch ganz gut? Daraus klingt nicht nur Understatement, es ist die Untertreibung des bisherigen Champions-League-Spieltags.

Perfekt hatte der Nationalspieler den Ball in der 87. Minute mit seinem starken linken Fuß aus 16 Metern ins obere Eck des Real-Gehäuses geknallt. Unhaltbar. Unwiderstehlich. Ungewollt? Keinesfalls.

"Den hat Andre genau so geschossen, wie er ihn schießen wollte – ein wunderbares Tor", meinte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke.

Torgefährlicher als Götze

Innerhalb kurzer Zeit hatte Schürrle auf den Platz gebracht, was dem für ihn ausgewechselten Mario Götze zuvor 58 Minuten lang nicht gelungen war: Torgefahr auszustrahlen.

Schürrles erstes Geschenk an die schwarzgelben Fans auf heimischem Boden steht für die perfekte Integration bei seinem neuen Klub.

Die Rückkehr zu seinem einstigen Förderer Thomas Tuchel beflügelt den Angreifer, der auf seinen jüngsten Stationen bei Chelsea und in Wolfsburg nie glücklich wurde.

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"Andre ist ein Spieler, der eine enge Beziehung zu seinem Trainer braucht, um seine beste Leistung zu zeigen", sagte der BVB-Coach nach dem Punktgewinn gegen Real.

Das bedeute nicht, so Tuchel über Schürrle, "dass man ihn täglich in den Arm nehmen muss". Am Dienstag war die Umarmung für den Held des Abends nach Schlusspfiff jedoch obligatorisch.

Verletzung bricht auf

"Das war das perfekte Ende seiner Verletzung", beschrieb Tuchel das Last-Minute-Tor des Rückkehrers, der rund zwei Wochen lang wegen einer Innenbanddehnung im Knie nicht einsatzbereit gewesen war.

Jedem Ende wohnt bekanntlich ein Anfang inne, manchmal eben auch der Zauber des ersten Mals. Bei Schürrle hatte sich nach einem Schlag aufs Knie jedoch ein weiteres, leidlich bekanntes Gefühl eingestellt – der Schmerz.

© iM Football

"Die alte Verletzung ist wieder aufgebrochen. Mal schauen, ob es diesmal schneller geht", sagte Schürrle, der auf eine rechtzeitige Entwarnung für das Gastspiel bei seinem Ex-Klub Bayer Leverkusen am Samstag hofft.

Täglich mit einem Lächeln zum Training

Schürrles Wohlfühlklima in Dortmund dürfte die Verletzung nicht beeinträchtigen. "Seit dem ersten Tag passt es sehr gut. Wenn ich zum Training fahre, habe ich immer ein Lächeln auf den Lippen", sagte der 30-Millionen-Zugang.

Und er kündigte weitere Knaller für eine intakte Gefühlswelt der Borussia an: "Wir haben gute Schritte gemacht, aber da kann noch viel mehr von uns kommen", sagte der Offensivmann.

"Wir haben ein Riesenpotenzial. Das müssen wir ausschöpfen", so Schürrle.

Sagte es – und verschwand mit seinem schönsten Ich-fahr-zum-Training-Lächeln in diese schwarzgelbe Champions-League-Nacht.

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