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Ottmar Hitzfeld beendete 2014 seine Trainerkarriere als Nationaltrainer der Schweiz © Imago

München - Vor dem Gruppenspiel von Borussia Dortmund gegen Real Madrid spricht der frühere BVB-Coach Ottmar Hitzfeld bei SPORT1 über die Stärken und Chancen des BVB.

Ottmar Hitzfeld sieht Borussia Dortmund gerüstet für den Kampf gegen den FC Bayern und traut dem BVB den Titelgewinn in der Champions League zu.

"Warum nicht? Der BVB ist in der aktuellen Saison ein viel stärkerer Konkurrent für die Bayern als in der vergangenen Spielzeit", sagt Hitzfeld vor dem Gruppenspiel der Dortmunder gegen Real Madrid (ab 20.15 Uhr LIVE in unserem Sportradio auf SPORT1.fm und im LIVETICKER) im Gespräch mit SPORT1.

"Die Bayern bleiben Favorit, aber der BVB hat in der Breite unglaublich aufgeholt", meint der 67-Jährige, der 1997 mit Borussia Dortmund und 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewann.

"Man hat viel mehr Alternativen und kann verletzte Spieler besser ersetzen, was in der Bundesliga über das Jahr hinweg entscheidend sein wird, aber auch für die Königsklasse wichtig ist."

"Absolutes Highlight"

Der BVB habe schon öfter gegen Real gespielt und "gegen so eine Weltklasse-Mannschaft spielen zu können ist ein absolutes Highlight", so Hitzfeld, doch der BVB müsse aufpassen, denn es sei eine "extrem schwere Aufgabe".

Hitzfeld lobt besonders Dortmunds Trainer Thomas Tuchel. "Er hat in der Bundesliga sehr schnell die Kurve gekriegt. Es lief von Anfang an gut", sagt Hitzfeld: "Was mich überrascht und erfreut: Die Neuzugänge konnten erstaunlich schnell integriert werden, vor allem die jungen Spieler - in der Liga wie auch beim Champions-League-Start."

Dies sei der Verdienst von Tuchel, denn er fördere junge Spieler und spreche ihnen das Vertrauen aus. "Das hat er sicher auch bei Mario Götze getan", meint der Ex-BVB-Coach über den aus München zurückgekehrten Nationalspieler.

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Gründe für Dortmunds Stärke

Hitzfeld nennt weitere Gründe für die neue Stärke der Dortmunder: "Das Kombinationsspiel wird nicht übertrieben. Tuchel lässt schneller nach vorne spielen, es ist ein besseres und direkteres Umschaltspiel da und es ist schöner anzuschauen als nur mit purem Ballbesitz", erklärt er.

Es sei ein "erfrischender Fußball", den die Borussia spiele, "bei dem die Technik, die physische Schnelligkeit und die Handlungsschnelligkeit eine wichtige Rolle spielen."

Dementsprechend suche man auch die Spieler aus, "die einen guten Antritt haben, gut kombinieren können und die Situationen im Spiel schnell erkennen. Beim BVB passt das alles sehr gut."

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Lob für Zidane

Auch für Real Madrids Coach Zinedine Zidane findet Hitzfeld nur lobende Worte. "Zidane war ein Weltklassespieler, ein Regisseur, der weiß, wie eine Mannschaft funktioniert. Er ist bei Real Madrid hoch angesehen und unter ihm hat man Ruhe im Umfeld."

Sogar die kritischen Medien in Spanien hätten Respekt vor Zidane, den er "einen Sympathieträger" nennt. "Ich habe nicht gedacht, dass er als Cheftrainer so durchstartet, ich dachte er braucht noch etwas mehr Erfahrung, weil er nie bei einem großen Klub gearbeitet hat, sondern nur im Nachwuchsbereich und im Umfeld von Real. Es ist außergewöhnlich, wie er die hochgesteckten Erwartungen erfüllt."

Zuletzt stellte Zidane den Rekord von Manchester-City-Coach Pep Guardiola ein, indem er 16 Siege in Serie schaffte. "Das ist fantastisch", findet Hitzfeld. "Das kann man nicht hoch genug einschätzen - gerade bei einem Spitzenteam, dass der Erfolgshunger noch da ist. Das ist eine wahre Kunst."

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