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München - Der FC Bayern bewältigt seine Pflichtaufgabe gegen den FK Rostov mit Souveränität und Dominanz. Nach Startschwierigkeiten kommt der Rekordmeister so richtig in Torlaune.

Mit großer Geduld, beeindruckender Effektivität und dem zweifachen Torschützen Joshua Kimmich ist dem FC Bayern München ein perfekter Start in die Champions League gelungen.

Zum Auftakt der Ära von Carlo Ancelotti, der den silbernen Henkelpott als Spieler und Trainer bereits fünfmal gewonnen hat, siegten die in allen Belangen überlegenen Münchner souverän mit 5:0 (2:0) gegen den russischen Vizemeister FK Rostov.

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"Wir haben ein souveränes Spiel gesehen. Du musst den Ball gegen solche Mannschaften schnell laufen lassen - das haben wir gemacht und verdient gewonnen", resümierte ein zufriedener, an diesem Abend nahezu beschäftigungsloser Manuel Neuer nach dem Abpfiff bei Sky. (Die Stimmen zum Spiel)

Kimmich trifft doppelt

Neben dem starken und neuerdings auch als Torjäger auffälligen Kimmich (53./60.) trafen Robert Lewandowski (28./Foulelfmeter), Geburtstagskind Thomas Müller (45.+2) und Juan Bernat (90.).

© IMFootball

"Viele haben gesagt, wenn du einen machst, dann läuft es. Man bekommt mehr Selbstvertrauen, wenn mal einer reingeht", erklärte Kimmich, der schon am Wochenende beim 2:0 gegen Schalke 04 als Torschütze geglänzt hatte, bei Sky.

Der Sieg gegen einen vorwiegend destruktiven Gegner war nie gefährdet, nur bis zum Führungstreffer hatte der FC Bayern gegen dauer-verteidigende Russen ein paar Anlaufschwierigkeiten. Danach bestachen die Münchner durch ihre Kaltblütigkeit im Abschluss.

Ancelotti, der als erster Trainer mit drei verschiedenen Klubs Champions-League-Sieger werden würde, hatte allerdings ohnehin betont: "Wichtig wird es erst im März und April." (Tabelle Gruppe D)

Rostov erst unangenehm, dann nachlässig

Noch weit weg ist das Finale am 3. Juni 2017 im walisischen Cardiff, zunächst trifft der deutsche Rekordmeister in der Vorrundengruppe D auf Atletico Madrid (28. September), das den Münchnern im Mai den Einzug ins Finale verwehrt hatte. Weiterer Gegner ist die PSV Eindhoven. (Spielplan der Champions League)

Vor 70.000 Zuschauern war die Begegnung eine gute halbe Stunde lang ein Geduldsspiel für die Münchner. (Der Ticker zum Nachlesen)

Rostov, das auf dem Weg zu seiner ersten Teilnahme an der Champions League überraschend den RSC Anderlecht und danach Ajax Amsterdam ausgeschaltet hatte, erwies sich als unangenehmer, robuster und abwartender Gegner, dessen seltene Versuche, die Münchner mit Kontern zu überraschen, aber auch nicht überzeugend waren.

Ancelotti schont Lahm und Ribery

Ancelotti verzichtete gegen den russischen Vizemeister zunächst auf Kapitän Philipp Lahm und auf Franck Ribery, für sie begannen Rafinha und Douglas Costa.

Lahm saß wie Ribery, Xabi Alonso und Renato Sanches bei Spielbeginn auf der Bank. Wie angekündigt kam dafür Kimmich zum Einsatz: Er spielte in einer Dreierreihe im Mittelfeld auf der rechten Seite, in zentraler Position gab Thiago den Aufbauspieler, auf der linken Seite unterstützt von Arturo Vidal.

Eine ungeschickte, ungestüme Attacke von Alexandru Gatcan verhalf den zunächst ein wenig einfallslosen Münchnern schließlich zum Führungstreffer. 

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Der zentrale Mittelfeldspieler rannte im Strafraum Lewandowski unmotiviert über den Haufen, der Gefoulte trat selbst an und verwandelte sicher.

Müller feiert perfekten Geburtstag

Die nächste große Chance hatten die Bayern durch Mats Hummels (40.), der bei seinem von Soslan Dschanajew stark pariertem Kopfball von Abwehrspieler Miha Mevlja im Gesicht getroffen wurde. 

Die Russen waren nun viel nachlässiger, die Münchner dagegen erzielten ihre weiteren Treffer nach ähnlichem Muster.

Müller verwandelte eine Hereingabe von David Alaba von der linken Seite. (Die Statistiken zum Spiel)

Vorsichtsmaßnahme bei Hummels

Auch die Vorlagen zu den weiteren Treffern, von denen der zweite sogar aus einem Kopfball resultierte, kamen von links: zunächst als flache Hereingabe von Costa, dann als Flanke des nach 51 Minuten für Hummels eingewechselten Juan Bernat.

"Mats hat einen Schlag abbekommen. Ich wollte kein Risiko eingehen, habe ihn ausgewechselt, um ihm eine Pause zu geben", beschwichtigte Ancelotti nach der Partie auf der Pressekonferenz. In der Nacht teilten die Münchner dann noch die Diagnose leichte Schädelprellung mit.

Lewandowski und Vidal hätten das Ergebnis sogar noch eindeutiger gestalten können, ehe Bernat noch erhöhte. 

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