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In 293 Spielen für die PSV Eindhoven traf Huub Stevens 15 Mal.

München - Vor dem Champions League-Spiel des FC Bayern gegen Eindhoven spricht der frühere PSV-Trainer Huub Stevens über das Duell und warnt Carlo Ancelotti vor einem Spieler.

Huub Stevens ist ein Mann der klaren Worte.

Und der 62-Jährige muss schmunzeln, wenn er dieser Tage vom Krisengerede beim FC Bayern hört.

"Wenn bei den Bayern von einer Krise gesprochen wird, dann muss ich mich schon sehr wundern", sagte der Knurrer von Kerkrade vor dem Duell des Rekordmeisters mit dem niederländischen Traditionsverein PSV Eindhoven am Mittwoch (ab 20.45 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) im Gespräch mit SPORT1.

Trotz drei sieglosen Pflichtspielen in Serie wird die vermeintliche Krise seiner Meinung nach vor allem "von außen herbeigeredet".

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Vorzeichen nicht optimal

Dennoch sind die Vorzeichen vor dem 3. Spieltag in der Champions-League-Gruppenphase nicht gerade optimal für die Münchner. 

Carlo Ancelotti erlebt als neuer Bayern-Coach nach zuletzt zwei beunruhigend schwachen Auftritten in der Liga und der Niederlage bei Atletico Madriderstmals etwas ungemütlichere Zeiten.

Stevens, von 1975 bis 1986 Spieler von PSV und in der Saison 2008/09 Trainer in Eindhoven, glaubt aber auch davon unabhängig an eine Chance für seinen früheren Verein: "Die haben sie, dafür müssen sie aber hellwach sein. Es gibt keinen leichten Zeitpunkt, um gegen Bayern zu spielen."

Aber wie gefährlich kann die PSV für die Ancelotti-Elf werden?

"Eindhoven muss in München nicht das Spiel machen und kann auf seine Chancen lauern", erklärte Stevens. "Wenn man hochkonzentriert ist und gut umschaltet, dann ergeben sich bestimmt Möglichkeiten, um mit der Schnelligkeit im Spiel nach vorne gefährlich zu werden."

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Stevens warnt Bayern vor Guardado

In den Heimspielen habe sich die PSV in dieser Saison immer "viele Chancen herausgespielt, diese aber dann nicht verwertet." In der Rolle als Gast-Mannschaft sieht Stevens deshalb eher einen Vorteil. "Vielleicht ist es auswärts etwas leichter und von daher hat PSV möglicherweise doch eine kleine Chance, um in München etwas mitzunehmen."

Um das zu verhindern, müssten die Bayern ein besonderes Augenmerk auf Eindhovens Mittelfeldspieler Andres Guardado legen, so Stevens. Der Mexikaner war in der Rückrunde 2013/14 für Bayer Leverkusen am Ball, konnte sich in der Bundesliga aber nicht durchsetzen. Bei der PSV gehört der Nationalspieler nun zu den absoluten Leistungsträgern.  

"Die Bayern müssen auf Guardado aufpassen, er ist der Denker und Lenker für das PSV-Spiel. Er ist immer gefährlich, wenn er den Raum für seine Aktionen bekommt. Besonders gefährlich sind seine Pässe in die Schnittstelle", warnte der 62-Jährige.

"Normalerweise muss Bayern gewinnen"

Doch Stevens ergänzte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bayern sich überraschen lassen. Sicherlich läuft es gerade nicht so gut in München, aber normalerweise muss Bayern das Spiel gewinnen."

Die Münchner sind sich dem Ernst der Lage jedenfalls bewusst. Nach dem schmeichelhaften 2:2 bei Eintracht Frankfurt hat Ancelotti zuletzt öffentlich die Einstellung seiner Spieler bemängelt.

Der Italiener ist aber zuversichtlich, am Mittwochabend einen anderen FC Bayern zu erleben. Ähnlich sieht es auch Stevens. "Ich glaube auch, dass die Bayern mit der aktuellen Situation gut umgehen können."

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