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München - Der bisweilen reservierte Pep Guardiola zeigt bei seiner Heimkehr nach Barcelona eine andere Seite. Er plaudert über Neymar, Messi und ter Stegen aus dem Nähkästchen.

Als Pep Guardiola endlich in seiner Muttersprache auf die Fragen der Journalisten antworten durfte, wich die letzte Anspannung aus dem Körper des 45-jährigen Fußballlehrers, der im Rahmen der Champions-League-Partie seines Klubs Manchester City (Mittwoch, ab 20.45 Uhr im SPORT1-LIVETICKER) zum zweiten Mal als Gast in seine Heimat, zu seiner alten Liebe, dem FC Barcelona, zurückkehrte.

Er nahm die Arme vom Tisch, entspannte seine Schultern und kam, wie es eben manchmal so ist wenn man nach Hause kommt, in Plauderlaune.

Während seiner Zeit im bayerischen und englischen Exil kam beziehungsweise kommt dies selten bis nie vor. Was auch daran liegen mag, dass ortsansässige Journalisten nicht unbedingt der katalanischen Landessprache mächtig sind.

Peps Bayern-Plausch mit Neymar

"Vor drei Jahren habe ich Neymar angerufen, damit er zum FC Barcelona wechselt", erzählte der Chefcoach der Citizens, bevor er verriet, dass er später "in New York versucht" habe, den Brasilianer zum FC Bayern zu locken.

"Aber ich habe ihm gesagt, dass er zu Barca gehen kann, wenn er die Möglichkeit dazu hat."

Nun ist die Geschichte bereits vor über drei Jahren passiert und im Grunde nichts besonderes im Fußballgeschäft, und dennoch: Derartige Einblicke sind für den Ex-Bayern-Trainer gerade deshalb so bemerkenswert, trat er in seiner Zeit beim Rekordmeister bei derartigen Terminen den Journalisten gegenüber eher verschlossen und bisweilen reserviert entgegen.

An Einzelinterviews war erst gar nicht zu denken. Nun saß Guardiola aber vor der Schar der Berichterstatter auf seinem Podium und gab sich eher so, als sitze er mit einem alten Freund zu Tisch, der nach den besten Anekdoten fragt, und die Antworten bekommt, die vor allem ein Pep Guardiola ganz selten öffentlich gibt.

Guardiola: "Habe ter Stegen angerufen"

Guardiola fühlte sich offenbar sogar derart wohl, dass es für seine Verhältnisse nur so aus ihm heraussprudelte.

Er gestikulierte mit den Armen und bewegte sich mit seinen Aussagen, das Mikrofon kam teils gar nicht mehr mit. Angesprochen auf das Interesse am deutschen Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen gab der Katalane preis: "Ich habe ihn angerufen, er entschied sich jedoch in Barcelona zu bleiben, und dann haben wir mit Bravo gesprochen", so Guardiola.

Schließlich verpflichteten die Skyblues dann ter Stegens Konkurrent Claudio Bravo.

Auch auf das medial vielfach kolportierte Interesse an weiteren Spielern der Blaugrana kam Guardiola zu sprechen und stellte unmissverständlich klar: "Ich habe Messi nie angerufen. Auch nicht Neymar, Suarez, Busquets oder Iniesta. Niemanden."

Pep lässt Tür für Messi offen

Was Lionel Messi angeht, wollte der Spanier die Tür nicht komplett schließen:

"Was Messi angeht, wünsche ich mir, dass er seine Karriere in Barcelona beendet. Aber man weiß nie", so der Ex-Barca-Kapitän. "Vielleicht will er irgendwann woanders spielen, weil er eine neue Erfahrung machen will oder seine Kinder Englisch lernen sollen. Dann wird er entscheiden, wohin es geht. Sieben oder acht Klubs kommen dann in Frage", sagte Guardiola weiter.

Unter diesen Vereinen wäre im Falle des Falles sicherlich dann auch City, das nicht nur über die finanziellen Mittel für einen Wechsel dieser Dimension verfügt, sondern auch das Faustpfand Pep Guardiola auf ihrer Bank sitzen hat.

Mit dem Weltfußballer hatte Guardiola vier Jahre lang bei Barca zusammengearbeitet und Erfolg über Erfolg in ihrem Wohnzimmer Camp Nou gefeiert.

In das Guardiola nun zumindest für eine Partie wieder zurückkehrt.

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