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William Carvalho (r.) und Gelson Martins (l.) gelten als die nächsten kommenden Superstars von Sporting Lissabon © SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images/Imago

München - Kaum ein Klub in Europa schafft es wie Sporting Lissabon, mit Nachwuchsarbeit konstant erfolgreich zu sein. Cristiano Ronaldo und Luis Figo haben prominente Nachfolger.

Sporting Lissabon hat im zurückliegenden Sommer seinen Rekordtransfer getätigt: Bas Dost wechselte vom VfL Wolfsburg in die portugiesische Hauptstadt. Mit gerade einmal zehn Millionen Euro ist er der teuerste Spieler der Vereinsgeschichte.

Die Grün-Weißen entziehen sich damit dem Trend. Europas Topklubs brechen Transferrekorde am laufenden Band, geben horrende Summen für neue Spieler aus.

Auch die beiden größten Konkurrenten Sportings in der Primeira Liga, Benfica und der FC Porto, legen seit Jahren zweistellige Millionenbeträge für Neuzugänge hin.

Doch die Löwen verfolgen eine andere Strategie. Borussia Dortmunds nächster Gegner in der Champions League (ab 20.15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) setzt noch stärker als Benfica und Porto auf internationale Talente und den eigenen Nachwuchs.

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Ronaldo lernte bei Sporting

Kaum ein anderer Verein in Europa versteht es so gut wie Sporting, aus fußballerischen Rohdiamanten Geld zu machen.

Superstars wie Cristiano Ronaldo, Luis Figo und Nani entstammen der Ausbildungsakademie der Lissaboner. Auch Englands Hoffnung Eric Dier sowie Größen der portugiesischen Nationalmannschaft wie Simao, Joao Moutinho, Ricardo Quaresma und Joao Mario haben ihre Wurzeln bei Sporting.

Alle verließen Lissabon und spülten ordentlich Kohle in die bisweilen klamme Kasse des Traditionsvereins.

Slimani verhundertfacht seinen Wert

Neben der eigenen Nachwuchsabteilung gilt auch das Scoutingsystem des SCP als äußerst erfolgreich. Beispielsweise wurden Islam Slimani und Marcos Rojo in jungen Jahren verpflichtet und wenige Jahre später teuer weiterverkauft.

Leicester City v Burnley - Premier League
Leicester City bezahlte für Stürmer Islam Slimani 30 Millionen Euro © Getty Images

Den algerischen Angreifer entdeckte Sporting 2013 bei dessen Heimatverein CR Belouizdad und überwies 300.000 Euro. Im Sommer 2016 bezahlte Leicester City das Hundertfache.

Zusammen mit Portugals EM-Star Joao Mario, der sich Inter Mailand anschloss, verdiente Lissabon in einer Wechselperiode 70 Millionen Euro an zwei Transfers. Da kann man sich einen Bas Dost schon mal leisten.

Carvalho nächster Top-Transfer?

Und die nächsten fetten Einnahmen kündigen sich bereits an. Zwei Youngster im aktuellen Kader wecken bei europäischen Schwergewichten Begehrlichkeiten.

William Carvalho wurde unter anderem mit Manchester United, dem FC Arsenal und dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Eine Verletzung des Superstars der U21-EM 2015 verhinderte im Anschluss an das Turnier in Tschechien einen möglichen Transfer.

Inzwischen hat Carvalho seinen Vertrag bei Sporting bis 2020 verlängert, der Marktwert des 24-Jährigen steigt kontinuierlich. Auch in dieser Spielzeit gehört Carvalho zu den Leistungsträgern - ebenso wie Gelson Martins, ein weiteres Juwel aus dem Talentschuppen Sportings.

Der auf den Kapverdischen Inseln geborene Rechtsaußen sorgte mit zwei Toren und sechs Vorlagen schon für Furore in der portugiesischen Liga.

Vertrauen in die Jugend

Er ist einer von vielen Jugendspielern, die den Sprung in die Profimannschaft schafften. 2015 wurden sechs Akteure ins A-Team befördert.

Trotz der für einen Spitzenklub ungewöhnlichen Transferphilosophie ist Sporting Stammgast in der Champions League. In der Liga landete der Klub in den vergangenen Jahrzehnten bis auf wenige Ausnahmen immer unter den Top 3.

Der letzte Meistertitel liegt jedoch schon 14 Jahre zurück. Die machten seitdem Benfica und Porto unter sich aus. Womöglich zahlen sich teurere Transfers eben doch aus.

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