vergrößernverkleinern
FC Bayern Muenchen v PSV Eindhoven - UEFA Champions League
Da kommt Freude auf: Bayerns Thomas Müller (r., hier mit Joshua Kimmich) bejubelt sein Tor gegen PSV Eindhoven © Getty Images

Der FC Bayern München hat das Champions-League-Spiel gegen PSV Eindhoven gewonnen. Die erste Hälfte ist eine Vorführung, die zweite wackelig. Am Ende wird es aber deutlich.

Der FC Bayern München kann doch noch gewinnen. Der deutsche Fußball-Rekordmeister zeigte im dritten Gruppenspiel der Champions League gegen PSV Eindhoven die von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge eingeforderte Reaktion und bejubelte beim verdienten 4:1 (2:1) den ersten Sieg nach zuletzt drei Pflichtspielen ohne Erfolgserlebnis (Der Ticker zum Nachlesen).

Weltmeister Thomas Müller (13.), Joshua Kimmich (21.), Robert Lewandowski (59.) und der herausragende Arjen Robben (84.) schossen den 14. Heimsieg in der Königsklasse hintereinander heraus und hielten die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti in Gruppe D auf Achtelfinal-Kurs (Die Statistiken des Spiels).

Video

Luciano Narsingh (41.) hatte den niederländischen Meister vor 70.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena zwischenzeitlich herangebracht.

Der Bayern-Trainer war zufrieden mit seiner Mannschaft. "Ich habe gesehen, was ich erwartet habe. Wir haben von Anfang an gut gespielt, mit hoher Intensität Fußball gezeigt, das war perfekt. Die Reaktion war okay, aber es muss mehr Aktionen geben in Zukunft, nicht nur Reaktionen. Wir haben auch ein paar Probleme gehabt am Ender der ersten Hälfte und Anfang der zweiten, aber die haben wir überwunden", sagte Ancelotti im ZDF.

Phillip Cocu, Trainer von PSV, hätte gerne ein besseres Ergebnis gehabt: "Es war nicht schlecht hier und es war auch der richtige Zeitpunkt, hier zu spielen, aber wir haben es verloren. 4:1 habe ich nicht erwartet. Aber wenn man das Spiel sieht, hatten wir die Möglichkeit, ein ganz gutes Ergebnis zu holen."

© iMFootball

PSV kommt dem Ausgleich gefährlich nahe

Mehr Feuer, mehr Wucht - Rummenigge sah über weite Strecken vieles von dem, was er zuletzt so vehement verlangt hatte. Allerdings leisteten sich die Münchner auch eine längere Schwächephase rund um die Pause, als Eindhoven dem Ausgleich beängstigend nahe kam.

Rummenigge nahm die Mannschaft unmittelbar vor dem Anpfiff erneut in die Pflicht. Seine Kritik nach dem enttäuschenden 2:2 in Frankfurt sei "wohlüberlegt" gewesen, meinte er bei Sky, die Einstellung müsse sich ändern. Zu Ancelotti sagte er: "Der Trainer ist ein wunderbarer Mensch und ein guter und erfahrener Trainer, aber irgendwann muss man auch den Finger in die Wunde legen."

Bayern mit anderer Körpersprache als in Bundesliga

Das hatte der Coach vor der Begegnung mit einem "kleinen Anpfiff" (Mats Hummels) getan - und der zeigte Wirkung. Die Bayern agierten von Beginn an äußerst dominant, zeigten eine ganz andere Körpersprache und endlich wieder Zug zum Tor. Müller (3.), der herausragende Robben (9.), David Alaba (11.) und Lewandowski (13.) scheiterten zunächst noch.

Ein Geistesblitz von Robben brachte dann das 1:0: Der Niederländer spielte eine Ecke an den kurzen Pfosten zu Müller, wo der ungedeckte Angreifer per Nachschuss einschoss. Kurz darauf traf Eindhovens Héctor Moreno bei einer Rettungsaktion den eigenen Pfosten (17.), ehe Kimmichs Kopfballtreffer nach einer abgefälschten Flanke von Alaba früh für klare Verhältnisse zu sorgen schien.

Der Torschütze sah die Worte von Rummenigge nicht als Auslöser für die Leistung. "Ich glaube nicht, dass es am Anpfiff lag. Wir haben selber gemerkt, dass in den letzten Spielen ein bisschen was gefehlt hat bei uns. Ich denke, wir sind sehr gut ins Spiel gekommen. Wir haben trotzdem zu viele einfache Ballverluste gehabt und uns dadurch das Leben manchmal selber schwer gemacht", sagte Kimmich im ZDF

Seinen Treffer kommentierte er bescheiden: "Für das Tor muss ich nicht viel machen, außer dazustehen." 

Nachlässigkeiten im Bayern-Spiel

Angriff um Angriff rollte auf das PSV-Tor, weitere Treffer waren möglich, etwa durch Robben (31.). Dann allerdings schlichen sich immer mehr Nachlässigkeiten ins Spiel der Bayern. Kurz vor der Pause hatten sie Glück, als der Anschlusstreffer durch Gastón Pereiro wegen vermeintlicher Abseitsposition nicht gegeben wurde (39.). Narsingh bestrafte dann Alabas Schlafmützigkeit, auch Torwart Manuel Neuer machte beim 1:2 keine glückliche Figur.

In der zweiten Halbzeit wuchs Eindhoven zu einem bisweilen gleichwertigen Gegner heran. Nachdem Lewandowski die Vorentscheidung vergeben hatte (47.), setzte die PSV weitere schmerzhafte Nadelstiche. Kapitän Luuk de Jong (48.) vergab per Kopf, Neuer rettete nach einem Fehler von Xabi Alonso stark gegen Pereiro (52.). Lewandowski beendete diese Schwächephase, als er einen Abpraller nach Robbens starkem Solo per Kopf nutzte.

Was Rummenigge gefallen haben dürfte: Die Bayern blieben dran. Der Wille, den Gegner nicht noch einmal selbst ins Spiel zurückzuholen, war klar erkennbar. Auch Robben belohnte seine starke Leistung kurz vor Schluss mit einem eigenen Treffer, den Thiago mit einem feinen Pass aus dem Zentrum vorbereitete. Der Niederländer wusste, bei wem er sich für sein erstes Kopfballtor in der Champions League bedanken musste.

"Das passiert nicht so oft, aber das war ein schöner Pass von Thiago, alle Anerkennung gehört ihm", sagte Robben im ZDF.

Allerdings: In der Defensive blieben die Bayern anfällig. Für Ancelotti bleibt noch einiges zu tun.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel