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Sportdirektor Max Eberl schimpfte über Gladbachs Spielplan
Sportdirektor Max Eberl schimpfte über Gladbachs Spielplan © Getty Images

Sportdirektor Max Eberl von Borussia Mönchengladbach beschwert sich über den Spielplan seiner Mannschaft. Doch seine Kritik ist nicht wirklich begründet. SPORT1 checkt die Fakten.

Borussia Mönchengladbach fühlt sich ungerecht behandelt. Nach dem 1:1 gegen Celtic Glasgow beschwerten sich Sportdirektor Max Eberl und Trainer Andre Schubert über den Spielplan der Borussen.

Die "Fohlen" müssen bereits am Freitagabend in der Bundesliga gegen Hertha BSC ran (ab 20.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

"Bei Bayern München gäbe es das nicht", behauptete Eberl: "Ich habe noch nie gehört, dass Bayern München wieder am Freitag gespielt hat. Die spielen immer Samstag oder Sonntag."

Am Mittwochnachmittag äußerte sich die DFL zur Kritik und führte Sicherheitsaspekte als Grund für die Terminierung an. Wegen einer Großdemonstration sollen "auf ausdrücklichen Wunsch der Sicherheitsbehörden keine Spiele der 1. und 2. Bundesliga stattfinden", hieß es in dem Statement

Samstagsspiel wäre möglich

Tatsache ist: Der FC Bayern hatte weder diese noch letzte Saison ein Freitagabendspiel nach einem Champions-League-Dienstag.

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Und: Hätte die DFL Gladbach eine extra lange Pause gönnen wollen, wäre das organisatorisch möglich gewesen. Am kommenden Samstag gibt es gleich drei Partien ohne die Beteiligung von Mannschaften, die im Europapokal im Einsatz sind.

Eines dieser Spiele hätte man für Freitag ansetzen können und die Gladbacher dafür am Samstag spielen lassen.

Teams aus der Europa League am Sonntag

Der Sonntag ist praktisch geblockt für die Mannschaften, die dieses Jahr donnerstags in der UEFA Europa League ran müssen.

Die DFL hat dabei aus Fällen gelernt, in denen auch die Gladbacher schon leiden mussten. Im Jahr 2013 etwa musste die Mannschaft am Donnerstagabend gegen Rom ran und schon am Samstagnachmittag wieder in der Bundeliga. Eberl schimpfte damals: "Eine Katastrophe!" Mit Recht.

Eine so kurze Pause kann heutzutage aber gar nicht mehr vorkommen. Die DFL würde in solchen Fällen einfach ein weiteres Sonntagsspiel ansetzen.

Gladbach hat mehr Zeit als andere

Aber warum sollte Gladbach im aktuellen Fall eine längere Pause als andere bekommen? Bei seiner aktuellen Kritik muss Eberl bedenken: Sein Team hat sogar mehr Zeit als die Teilnehmer der UEFA Europa League.

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Mainz und Schalke (gegen FK Krasnodar, Do. ab 21.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) haben nach dem Anpfiff ihres Spiels am Donnerstag noch 68,5 Stunden Zeit bis zum Anpfiff ihrer Bundesligaspiele am Sonntag. Gladbach hat 71 Stunden und 45 Minuten.

Kürzere Pause für BVB und Bayer 

Dazu kommt: Auch beim Samstag-Mittwoch-Samstag-Rhythmus hat man zwischen dem Anpfiff des Champions-League-Spiels bis zum Anpfiff der Bundesligapartie nur 66 Stunden und 45 Minuten Zeit.

Das kam sowohl bei die Mönchengladbach und bei den Bayern schon sehr häufig vor. Eberl beschwerte sich nicht. Auch Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen haben nach ihren Spielen am Mittwoch weniger Zeit zur Regeneration als Mönchengladbach.

Längere Pause für Gladbach vor dem Spiel

Trainer Andre Schubert meckerte nach der Partie seiner Gladbacher: "Ich habe absolut kein Verständnis dafür und kann absolut nicht nachvollziehen, dass wir zweimal hintereinander nach einem Dienstag direkt am Freitag spielen. Ich weiß nicht, wer sich dabei etwas gedacht hat oder ob einer darüber nachgedacht hat", sagte Schubert.

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Worüber Schubert anscheinend nicht nachgedacht hat: Vor dem Celtic-Spiel spielte Gladbach auch an einem Freitag - hatte also mehr Zeit zur Regeneration vor dem Duell mit den Schotten.

Die Bayern spielten dagegen am Samstagnachmittag in Augsburg und mussten genau wie Gladbach am Dienstagabend wieder ran. Das Programm der Bayern sah damit so aus: Zwei Tage frei, Spiel, drei Tage frei. Gladbachs Programm: Drei Tage frei, Spiel, zwei Tage frei.

Zudem hatte die Gladbacher Vereinsführung den Spielplan schon länger vorliegen. Die Beschwerde äußerte Eberl aber erst nach dem enttäuschenden Remis gegen Celtic. Ob er sich bei einem Sieg auch darüber aufgeregt hätte, bleibt fraglich.

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