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Cristiano Ronaldo (l.) war gegen Legia Warschau unsichtbar © Getty Images

München - Real Madrid erntet für seinen Patzer im Geisterspiel gegen Legia Warschau Kritik - vor allem Trainer Zinedine Zidane und Cristiano Ronaldo. Die Pressestimmen aus Spanien.

Real Madrid ist die einzige Mannschaft aus Europas fünf größten Ligen - Spanien, England, Deutschland, Italien und Frankreich - ohne Niederlage in dieser Saison.

Trotzdem hängt der Haussegen bei den Königlichen seit Mittwoch schief. Den Grund dafür lieferte das peinliche 3:3 gegen Polens Meister Legia Warschau in der Champions League, das die Unsicherheit in der Defensive und die Ideenlosigkeit in der Offensive des Titelverteidigers offenbarte. 

Real kassierte in den letzten zehn Spielen mindestens ein Gegentor. Das gab es zuletzt vor acht Jahren unter Bernd Schuster. Und der Superstar der Königlichen, Cristiano Ronaldo, steht nach vier Spieltagen gerade einmal bei zwei mickrigen Treffern.

Zidane und Ronaldo ernten Kritik

Nach dem Ausrutscher vor Geisterkulisse braucht das Team um Nationalspieler Toni Kroos aus den zwei verbleibenden Partien bei Sporting Lissabon und gegen Borussia Dortmund zwei Siege, um noch Erster der Gruppe F zu werden.

Dementsprechend hart fiel das Urteil der spanischen Gazetten aus. Insbesondere Trainer Zinedine Zidane erntete für seine offensive 4-2-4-Aufstellung im Geisterspiel Kritik. Der einmal mehr blasse Ronaldo blieb ebenso wenig verschont.

SPORT1 hat Pressestimmen zu Reals Patzer gesammelt.

Marca: "Ein Spiel ohne Publikum, ohne Intensität, ohne Motivation, ohne defensive Spannung. Besser, dass es keine Augenzeugen gab. Mit vier Stürmern schickte Zidane in Polen eine Mannschaft aufs Feld, als würde sie ein Videospiel statt ein Champions-League-Spiel bestreiten. Und genauso präsentierten sich auch die Spieler. Diesem Madrid fehlt eine klare Identität. Nicht einmal gegen Legia weiß die Mannschaft spielerisch zu überzeugen."

AS: "Chaotisches Unentschieden. Madrid bezahlt für seinen Leichtsinn, Zidane für seine absurde Aufstellung. Nach einem guten Start mit 2:0-Führung warf Madrid jede Souveränität über Bord und geriet am Ende sogar noch in Panik."

Sport: "Was erst auf ein Schützenfest hindeutete, wurde zu einem lächerlichen Remis, das Real die Möglichkeit auf den Gruppensieg verdammt erschwert. Die Spieler von Zidane blieben so stumm wie Legias Stadion."

Mundo Deportivo: "Kovacic bewahrt Real Madrid vor einem historischen Sturz. Zidane spielte mit dem Feuer - und verbrannte sich. Ein blamabler Auftritt des Titelverteidigers - und von Cristiano Ronaldo, der ebenso wie die Fans nicht anwesend war."

El Pais: "Das passiert, wenn man vier Stürmer aufbietet. Zidane experimentierte gegen den Neunten der polnischen Liga herum und bezahlte dafür um ein Haar mit der ersten Niederlage seit 26 Spielen. Doch auch das Unentschieden änderte nichts daran, dass die Spieler mit hängenden Köpfen und mumienhaften Gesichtern aus dem Stadion gingen."

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