vergrößernverkleinern
Glamourboy Pierre-Emerick Aubameyang hat erstmals wenig Grund für sein ansteckendes Lachen © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/Getty Images

Lissabon - Pierre-Emerick Aubameyang durchlebt beim BVB seine erste Mini-Krise, Afrika-Cup und Wechselthematik scheinen nachzuwirken. Seine Kollegen aber kündigen neue Großtaten an.

Pierre-Emerick Aubameyang saß da wie ein Häufchen Elend.

In eine dicke Jacke gepackt kauerte der Torjäger von Borussia Dortmund nach seiner Auswechslung beim 0:1 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Benfica Lissabon auf der Dortmunder Bank, die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

Aubameyang scheitert an Ederson

Drei glasklare Chancen hatte der Gabuner zuvor vergeben: Zwei Mal zielte er freistehend vor Ederson jeweils über das Tor, nach knapp einer Stunde scheiterte er mit einem Handelfmeter in die Mitte des Tores am Benfica-Keeper.

BVB-Trainer Thomas Tuchel reagierte und ersetzte Aubameyang keine fünf Minuten später durch Andre Schürrle.

Aubameyang habe "in der Körpersprache und in seinem physischen Gesamteindruck nicht den Eindruck gemacht, als würde er jetzt nur auf den nächsten warten, um den zu machen", erklärte Tuchel.

Aubameyang selbst gab dem Coach am nächsten Tag recht: "Ich hätte natürlich die Tore machen müssen. Dass der Trainer mich rausgenommen hat, ist völlig in Ordnung und verständlich", sagte er der Bild.

Selbstkritisch fügte er hinzu: "Ich bin sehr traurig. Und total enttäuscht. Das war ein schwarzer Tag für mich. Ich war schlecht. Ich kann mich nur entschuldigen."

Video

2017 erst ein Tor in fünf Spielen

Schwarze Tage hatte Aubameyang zuletzt öfter. Erst ein Tor hat der 27-Jährige in fünf Pflichtspielen im Kalenderjahr 2017 erzielt, eine derartige "Durststrecke" hatte es für ihn in dieser Saison zuvor noch nicht gegeben.

Aubameyang gilt als schillernder Stürmer, ob auf dem Platz oder abseits. In Erinnerung ist sein Torjubel als Batman beim Revierderby gegen Schalke. Wenn er nicht im Fußballtrikot steckt, zeigt sich Aubameyang gerne in auffälligen Outfits. Doch jetzt erlebt Aubameyang die Schattenseiten.

Video

16 Bundesliga-Tore vor der Winterpause

Dabei ging es für den Stürmer in den letzten Jahren immer nur bergauf: 13 Bundesliga-Toren in seiner Premierensaison in Schwarz-Gelb ließ er 2014/15 weitere 16 folgen, im Jahr darauf waren es sogar satte 25.

In der aktuellen Saison standen bereits zur Winterpause 16 Treffer in 16 Liga-Spielen zu Buche.

Und dann? Kam der Afrika-Cup.

Auch dort knipste Aubameyang beim Heimturnier in drei Spielen zwei Mal, scheiterte mit Gabun nach drei Remis aber dennoch in der Gruppenphase. Seither läuft es auch in Dortmund nicht mehr richtig rund.

Hinzu kam ein zumindest unglückliches Interview mit dem französischen Radiosender RMC, in dem Aubameyang selbst über einen möglichen Wechsel im Sommer sinnierte - gefolgt von einer öffentlichen Rüge durch Sportdirektor Michael Zorc.

Folgen des Afrika-Cups

Die Auswechslung in Lissabon wollte Tuchel keineswegs als "erzieherische Maßnahme" verstanden wissen. Die Folgen des Afrika-Cups aber sieht der Dortmunder Trainer durchaus.

"Auba ist körperlich nicht in einem 100-prozentigen Zustand", sagte Tuchel. Er habe daher "sowieso darauf spekuliert, dass er wahrscheinlich nach 65, 70 Minuten raus muss“.

Auch hier bekam Tuchel von Auabameyang Rückendeckung: "Mir hat durch den Afrika-Cup die Vorbereitung gefehlt und ich muss zugeben, dass ich schon ein bisschen müde bin."

Tuchel betonte außerdem, er habe ja noch Andre Schürrle auf der Bank gehabt, "der hier sehr harte Entscheidungen hinnehmen muss, wenn Auba spielt". Nur dass Schürrle selbst in dieser Saison mehr Sorgenkind als Heilsbringer ist - was er mit einem unauffälligen Auftritt im Estadio da Luz einmal mehr untermauerte.

Sokratis kündigt "zwei oder drei Tore" an

Was also bleibt dem BVB angesichts von Aubameyangs Mini-Krise?

In erster Linie die Hoffnung, dass diese bald zu Ende geht. Zweifel haben zumindest seine Teamkollegen nicht.

"Er hat uns schon so oft den Arsch gerettet in wichtigen Spielen. Ich bin überzeugt, dass wir uns im nächsten Spiel wieder über seine Tore freuen können", prophezeite Torwart Roman Bürki.

Abwehrhüne Sokratis ging sogar noch weiter und kündigte schon einmal konkret an: "Im nächsten Spiel wird er zwei oder drei Tore machen."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel