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Geht es nach Ruud Gullit hat der FC Bayern unter Carlo Ancelotti das Zeug die Champions League zu gewinnen
Geht es nach Ruud Gullit hat der FC Bayern unter Carlo Ancelotti das Zeug, die Champions League zu gewinnen © Getty Images

Monaco - Ruud Gullit kennt Carlo Ancelotti aus der gemeinsamen Zeit bei AC Mailand. Im Interview mit SPORT1 spricht der Niederländer über Bayerns Trainer und die Königsklasse.

Mit der Nationalmannschaft wurde Ruud Gullit 1988 Europameister, auf Klubebene gewann er mit dem AC Mailand alles, was es zu gewinnen gibt. Dreimal holte er zwischen 1987 und 1993 die italienische Meisterschaft, zweimal den Europacup der Landesmeister und zweimal den Weltpokal. 

Im Mittelfeld der Rossoneri fast immer an seiner Seite: Carlo Ancelotti, heute Trainer des FC Bayern.

Vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Münchner gegen den FC Arsenal (Mittwoch ab 20.45 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) sprach SPORT1 am Rande der Laureus World Sports Awards mit dem frisch gekürten Akademiemitglied Gullit über seinen Ex-Teamkollegen und Freund - und dessen besonderes Erfolgsrezept. 

SPORT1: Wen sehen Sie beim Duell zwischen Bayern und Arsenal als Favoriten?

Ruud Gullit: Schwierig. Ich sehe den Druck vor allem bei Arsenal wegen der Diskussionen um Wenger. Ich mag ihn sehr als Person, aber ich bin für Bayern München wegen Ancelotti. Er ist ein Freund von mir und ich habe mit ihm zusammengespielt. Trotz der Probleme bei Bayern glaube ich auch diesmal an ihn. 

SPORT1: Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für die Probleme? 

Gullit: Es ist schwer, weil Pep Guardiola einen sehr erfolgreichen Stil hat spielen lassen. Aber er hat nicht die Champions League gewonnen. Deshalb muss es Ancelotti anders machen, und das ist nicht einfach. Aber Ancelotti weiß, wie man die Champions League gewinnt.

SPORT1: Sehen Sie Guardiolas Wirken in München kritisch?

Gullit: Pep hat eine gute Arbeit gemacht, aber er hatte bei Barcelona und Bayern immer die besten Spieler. Jetzt hat er nicht mehr die besten Spieler und schon sieht man, dass es nicht so einfach ist. In Holland lieben wir seine Art, Fußball zu spielen. Aber auch Guardiola bringt keine Garantie, dass man immer gewinnt.

Während des Laureus Sports Award konnte SPORT1-Redakteuer Martin Volkmar exklusiv mit Ruud Gullit sprechen
Während des Laureus Sports Award konnte SPORT1-Redakteuer Martin Volkmar exklusiv mit Ruud Gullit sprechen © Martin Volkmar

SPORT1: Ancelotti hat dreimal die Champions League gewonnen. Trauen Sie ihm auch mit Bayern zu, bis ins Finale zu kommen?

Gullit: Ja. Eine Saison ist wie ein Turnier. Es ist nicht wichtig, am Anfang gut zu spielen, sondern am Ende. Das hat Ancelotti mit seinen Teams immer geschafft, also kann er das offenbar sehr gut.

SPORT1: Woran liegt das?

Gullit: Er ist Pragmatiker. Er macht das Beste aus dem, was er hat. Er hat ja auch ein bisschen Pech, was die Form einiger Spieler angeht. Müller zum Beispiel ist seit Monaten nicht in Topverfassung. Aber am Ende weiß er immer, wie man gewinnt, wenn es darauf ankommt.

SPORT1: Wer gewinnt die Champions League?

Gullit: Ganz schwer zu sagen. Vielleicht ist Ancelotti genau der richtige Mann, um Bayern zum Titel zu führen.

SPORT1: Wie sehen Sie Ihren Landsmann Arjen Robben, der gerade seinen Vertrag verlängert hat?

Gullit: Arjen hat immer viel mit Verletzungen zu tun, deshalb hat Bayern ja auch nur um ein Jahr verlängert. Ich hoffe, dass er fit bleibt, denn er ist noch immer ein großer Spieler.

SPORT1: Und wer ist für Sie der beste Spieler der Welt - Ronaldo oder Messi?

Gullit: Das kann ich nicht sagen. Beide sind so gut, wir müssen glücklich sein, dass es sie beide gibt. Und durch die Konkurrenzsituation stacheln sie sich gegenseitig zu Hochleistungen an. Ronaldo hat nur dasselbe Problem wie David Beckham: Er sieht so gut aus, dass ihn manche deshalb nicht ganz ernst nehmen (lacht).

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