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München - Toni Kroos trifft erstmals unter Pflichtspiel-Bedingungen auf seinen Ex-Klub FC Bayern. Für Real Madrid ist der Weltmeister unverzichtbar.

Zinedine Zidane war als Fußballer ein Filigrantechniker par excellence.

Auf den Straßen Marseilles groß geworden, verzichtete der Sohn algerischer Einwanderer im Dribbling selten auf eine Finte und brachte den Ball mehr als nur einmal pro Partie mit der Hacke an seine Mitspieler. 

Als Trainer steht der Franzose dagegen eher auf schnörkellosen Fußball mit wenig Hang zu unnötigem Risiko. Genau das verkörpert Toni Kroos. Und genau deshalb ist der Weltmeister im Starensemble von Real Madrid ohne Wenn und Aber gesetzt.

Zidane und Real in Kroos verliebt

"Wir lieben Toni. Er ist genau der Spieler, der uns noch gefehlt hat. Er ist perfekt für Real", sagte Zidane bereits, als er noch die zweite Mannschaft der Königlichen betreute.

Während Edeltechniker wie Isco oder James Rodriguez in bedeutenden Spielen - wenn überhaupt - nur von der Bank kommen, schwingt der Weltmeister im Mittelfeld-Trio neben dem kroatischen Feinfuß Luka Modric auf der Acht und vor der brasilianischen Kampfmaschine Carlos Casemiro auf der Sechs das Zepter des Regisseurs.

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Allein in dieser Saison stand Zidane-Liebling Kroos schon 38 Mal auf dem Rasen. Nur allzu logisch, dass Real mit ihm in der Hinrunde zu deutlich besseren Bezügen bis 2022 verlängerte.

"Hier muss man auf dem Platz, aber auch drum herum zurechtkommen. Und das hat einfach gut geklappt", erklärte der Nationalspieler im UEFA-Magazin sein Erfolgsgeheimnis. 

Derby-Auswechslung ein Fehler

Wie unverzichtbar Kroos für die Madrilenen ist, offenbarte jüngst das Stadtderby gegen Atletico Madrid (1:1).

Zidane nahm ihn zur Schonung nach 75 Minuten herunter und musste mit ansehen, wie Real die Ordnung im Mittelfeld verlor. Die Konsequenz: Atletico ergatterte dank Antoine Griezmann einen späten Zähler.

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"Real war ohne Kroos im Derby nicht die gleiche Mannschaft", urteilte daraufhin die Sportzeitung AS.

Den gleichen "Fehler" hatte Zidane übrigens schon im Champions-League-Finale begangen, als Real nach Kroos' Auswechslung ebenfalls den Ausgleich kassierte und erst übers Elfmeterschießen zum großen Triumph kam.

Mehr Defensivaufgaben

Die Spanier haben längst erkannt, welchen Einfluss der Organisator aus Greifswald auf das Spiel des Rekordmeisters hat. Umso wichtiger für Real ist deshalb eine starke Leistung von Kroos im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern

In seinem ersten Pflichtspiel gegen seinen früheren Arbeitgeber (Mi., ab 20.45 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) wird er mehr Defensivarbeit verrichten müssen als ohnehin schon - auch, weil er durch seinen unbeabsichtigten Zusammenprall mit Routinier Pepe selbst zur Abwehr-Misere beigetragen hat.

Die Offensiv-Aktionen dürfte der Rechtsfuß weitestgehend seinen Nebenleuten, Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Co., überlassen. Überhaupt hat Kroos seit seinem Wechsel von der Isar nach Madrid an Torgefahr eingebüßt. Dafür weiß er als Vorlagengeber zu glänzen. Vor allem als Vorlagengeber für Sergio Ramos.

© iM Football

Blindes Verständnis mit Ramos

Sechs der zehn Saisontreffer des Kapitäns und Abwehrchefs hat der Standardspezialist direkt vorbereitet. Eine Tor-Symbiose, die eine der großen, wenn aktuell nicht sogar die größte Waffe von Real ist.

Auch aus diesem Grund kann Zidane gar nicht anders, als auf Kroos zu bauen.

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