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Jerome Boateng absolvierte am 11. März sein erstes Spiel nach der Verletzung
Jerome Boateng absolvierte am 11. März sein erstes Spiel nach der Verletzung © Getty Images

München - Nach Hummels' Ausfall bilden Boateng und Martinez in der Champions League gegen Real die Innenverteidigung. Im Gegensatz zum formstarken Spanier stehen hinter Boatengs Verfassung Fragezeichen.

Carlo Ancelotti stand vor einer kniffligen Aufgabe.

Der Trainer des FC Bayern München musste aus dem Trio Mats Hummels, Javi Martinez und Jerome Boateng für die Partie gegen Real Madrid am Mittwoch (ab 20.45 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) zwei auswählen.

Ein Weltklasseverteidiger hätte mit der Bank vorliebnehmen müssen.

Nach Hummels' Ausfall könnte aus dem Luxusproblem allerdings ein echtes Problem werden. Denn neben Martinez ist nun Boateng gesetzt - und hinter dessen Form stehen Fragezeichen.

Sein Einsatz gegen den BVB war erst der dritte in diesem Jahr.

Ist "ganz gut" gut genug?

Er fühle sich "ganz gut" und sei "ganz gut" im Spielrhythmus, sagte der Weltmeister nach seinem 90-minütigem Einsatz bei Bayerns Sieg gegen Borussia Dortmund.

Doch ist "ganz gut" für ein Viertelfinale der Champions League gegen Real Madrid gut genug?

Während sich Martinez seit Wochen in bestechender Form befindet, hat Boateng wegen einer Brustmuskeloperation bis Anfang März insgesamt 108 Tage gefehlt.

Erst am 24. Spieltag feierte er in der Schlussphase gegen Frankfurt sein Comeback. Gegen Augsburg und Dortmund durfte er über 90 Minuten ran, gegen Gladbach und Hoffenheim schmorte Boateng auf der Bank.

Schlechte Zweikampfbilanz

Sein Auftritt gegen den BVB war wechselhaft. Er rettete zwar direkt vor Robert Lewandowskis 4:1 gegen Pierre-Emerick Aubameyang und verhinderte damit den Anschlusstreffer, seine Zweikampfquote gibt aber Anlass zur Sorge.

Am Samstag gewann er gerade einmal 42,9 Prozent seiner Duelle, über die Saison gesehen sind es nur 59 Prozent (2015/16: 72 Prozent) - der schlechteste Wert des Trios.

"Sollte ich gegen Real auf der Bank sitzen, wäre ich nicht froh", sagte Boateng, dem die Ersatzrolle drohte.

Hummels war fest eingeplant

Denn Ancelotti hatte Hummels fest für die Startelf eingeplant.

"Er spielt am Mittwoch, nun habe ich vier Tage Zeit, mich zu entscheiden, wer neben ihm spielt", erklärte der Italiener noch am Samstag.

Hummels nahm ihm nun unfreiwillig die Entscheidung ab.

Der 28-Jährige, den BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im Volkswagen Doppelpass als "derzeit besten Innenverteidiger der Welt" bezeichnete, fällt mindestens eine Woche aus. Hummels zog sich eine Distorsion des rechten oberen Sprunggelenkes zu und erlitt dabei eine Verletzung des Kapselbandapparats.

Nach SPORT1-Informationen ist zumindest ein Einsatz im Rückspiel gegen Real am 18. April aber noch nicht ausgeschlossen.

Real ohne Pepe und Varane

Real Madrid kann über diese Probleme allerdings nur müde lächeln. Nachdem bereits Raphael Varane ausgefallen war, verletzte sich dessen Ersatzmann Pepe ausgerechnet nach einem Zusammenprall mit Toni Kroos.

Video

Nun muss Nacho Fernandez in die Bresche springen, der in dieser Saison erst eine Partie in der Königsklasse absolviert hat. Zudem muss der vorbelastete Sergio Ramos aufpassen, sich nicht die zweite Gelbe Karte einzuhandeln.

Im Vergleich dazu ist der Wechsel der Weltmeister Boateng und Hummels tatsächlich ein Luxusproblem.

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