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Champions League
Ab der Saison 2018/19 werden die Spiele der Champions League nicht mehr im Free-TV gezeigt © SPORT1-Grafik: Getty Images

München - Die Abwanderung der Champions League ins Bezahlfernsehen ist beschlossene Sache. Auch die letzte Hoffnung auf eine Ausstrahlung im Free-TV ist zunichte.

Nach dem Champions-League-Aus im Free-TV ab 2018 gibt es keine Hoffnung für die Fans der Königsklasse. Pay-TV-Anbieter Sky weist Überlegungen, doch einzelne Partien frei empfangbar zur Verfügung zu stellen, zurück.

Des Weiteren sind Details zu den Vertragsverhandlungen zwischen Streamingdienst DAZN und Sky aufgetaucht, die vor allem bei den Hinspielen der ersten zwei K.o.-Runden einen weiteren Einschnitt bedeuten würden.

SPORT1 erklärt, was sich ab der Saison 2018/19 ändert:

- Spiele nur noch im Pay-TV

Erstmals in der Geschichte der Königsklasse werden die Spiele am Dienstag und am Mittwoch nur noch im Bezahlfernsehen oder per kostenpflichtigem Stream ausgestrahlt.

Sky und DAZN sicherten sich bis zur Saison 2020/21 die Rechte. Das ZDF, auf dem bisher pro Saison 18 Partien frei empfangbar liefen, ist mit seinem Angebot für die Übertragungsrechte gescheitert.

- Gibt es eine Ausnahme?

Ja, ein einziges Spiel ist gesetzlich geschützt: Sollte ein Bundesligist das Finale erreichen, müsste dieses laut Rundfunkstaatsvertrag frei empfangbar sein. 

Hoffnung auf weitere Partien gibt es für die Fans hingegen nicht. Sky dementierte einen Bericht der Wirtschaftswoche, wonach in der neuen Rechte-Periode ab 2018 Spiele der Champions League auf dem frei empfangbaren Kanal Sky Sport News HD gezeigt werden könnten.

"Es entspricht nicht den Tatsachen, dass Sky einige Spiele der Champions League im Free-TV zeigen will", hieß es in einer Stellungnahme des Senders gegenüber dem SID.

Sky Sport News HD hatte in der abgelaufenen Saison zwei Begegnungen der Bundesliga live und frei empfangbar gezeigt.

- Wer überträgt welche Spiele?

Noch unklar. Rechtzeitig vor Beginn der neuen Rechteperiode sollen weitere Einzelheiten zu dieser Vereinbarung offiziell bekanntgeben werden.

Der Medienblog allesaussersport will nun aber erfahren haben, dass Sky würde alle Konferenzen und 34 Einzelspiele zeigen wird, DAZN dagegen keine Rechte für Konferenzen, dafür aber für 104 Einzelspiele ergattert hat. 

Auch soll eine rein deutsche Konferenz auf Sky nicht mehr möglich sein, da der Sender von keinem Team mehr als 30 Minuten zeigen darf. Heißt: Mindestens ein weiteres Spiel würde zu der deutschen Konferenz mitlaufen und auch für zumindest 30 Minuten gezeigt werden.

Einen weiteren Einschnitt gäbe es bei den Achtel- und Viertelfinals. Bei den Hinspielen in den ersten zwei K.o.-Runden soll Sky im Gegensatz zum Streamingpartner DAZN keinerlei Rechte an den Einzelpartien haben.

Es würde also nur eine Konferenz gezeigt. Will man Dortmund oder Bayern dagegen in voller Länge live sehen, wäre wohl ein weiteres Abo vonnöten.

- Was kostet mich das?

Derzeit kostet ein DAZN-Abo 9,99 Euro im Monat. Der Preis soll mit der Champions League nicht steigen. Champions League bei Sky im Paket gibt es derzeit ab knapp 29 Euro im Monat.

- Was ändert sich noch?

Einiges. Das UEFA-Exekutivkomitee beschloss zur übernächsten Saison eine Reform zu den Anstoßzeiten, bei der Prämienregelung und bei den Startplätzen.

- Die Startplätze

Die Bundesliga hat ab 2018 vier Startplätze in der Gruppenphase der Champions League bereits sicher - ohne eine Qualifikation spielen zu müssen.

Da die vier am besten bewerteten Ligen des Kontinents nun fix vier Teilnehmer entsenden dürfen, würden Stand jetzt Spanien (bisher 3 feste Plätze + 1 Qualifikationsplatz), Deutschland (3+1), England (3+1) und Italien (2+1) in jedem Fall insgesamt 16 der 32 Teilnehmer stellen.

- Die Anstoßzeiten

Statt unisono um 20.45 Uhr, beginnen in der Gruppenphase dienstags und mittwochs je zwei Partien um 19 Uhr und sechs Partien um 21 Uhr.

Alle K.o.-Spiele inklusive des Finales beginnen künftig um 21 Uhr statt um 20.45 Uhr.

- Die Prämien

Die komplizierten Prämienregelungen wurden zugunsten der Teams aus großen Verbänden modifiziert, da das an alle ausgeschüttete Startgeld und die Anteile aus dem sogenannten "Market Pool" prozentual verringert werden.

Aktuell werden die rund 1,3 Milliarden Euro (von insgesamt 2,35 Milliarden) noch gleichermaßen nach einem Drei-Säulen-System verteilt.

40 Prozent der Gesamterlöse der Klubs kommen aus dem "Market Pool" (507 Millionen Euro), der Rest verteilt sich auf das Startgeld (12,7 Millionen Euro für jeden der 32 Teilnehmer) und die sportlichen Prämien für Siege, Unentschieden und das Weiterkommen von Runde zu Runde.

Ab 2018 rechnet die UEFA mit einer "signifikanten" Steigerung der Einnahmen aus allen Klub-Wettbewerben auf 3,2 Milliarden Euro.

Dann fließen aus den Einnahmen des Marktpools nur noch 15 Prozent. Als vierte Säule kommt ein neuer Klubkoeffizient dazu, in dem neben den aktuellen Erfolgen auch die Titelgewinne in der Klub-Historie berücksichtigt werden.

Wer also immer schon gewonnen hat, wird dafür mit noch mehr Millionen belohnt.

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