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Cristiano Ronaldo gewann zum vierten Mal die Champions League © SPORT1-Grafik / Getty Images

München - Cristiano Ronaldo triumphiert erneut mit Real Madrid in der Champions League. Sein Erfolg ist ein Signal an seine Kritiker. Der SPORT1-Kommentar.

Es ist die Gewissensfrage für jeden Fußball-Liebhaber: Wer ist denn nun der Beste der Welt? Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi?

Nach dem klaren 4:1-Erfolg von Real Madrid gegen Juventus Turin im Champions-League-Finale lautet meine Antwort: Ronaldo. Auch wenn es weh tut.

Viele Fans halten Messi die Treue. Viele nervt Ronaldos Pfauenhaftigkeit im Vergleich zu Messis vermeintlicher Demut. Mich auch. Aber momentan führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass Ronaldo Messi den Rang abgelaufen hat.

Lange war es ein Hase-und-Igel-Spiel zwischen den Beiden. An jedem Meilenstein, den Ronaldo erreichte, lehnte Messi schon entspannt und wartete. Doch sein Vorsprung bei Trophäen und Auszeichnungen ist dahin.

Vier Champions-League-Titel (drei davon in den vergangenen vier Jahren), 105 Tore alleine in der Königsklasse, vier Weltfußballer-Titel und der fünfte quasi schon sicher – in den Statistiken hat Ronaldo mit dem Argentinier gleichgezogen oder ihn überholt. Dazu kommt, dass der Portugiese im Gegensatz zu Messi auch mit dem Nationalteam schon einen bedeutenden Titel gewonnen hat.

Kein Wunder, dass er seine Kritiker in der Stunde des Triumphs von Cardiff auf die blanken Zahlen verweist.

Das ist der einzige Wermutstropfen bei Ronaldo. Längst könnte er sich entspannt zurücklehnen und sein Werk für sich sprechen lassen. Manchmal wirkt er aber immer noch wie der picklige Teenager, der es allen zeigen will, die nicht an ihn glauben.

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Das werden so oder so immer weniger. Vor dem Finale hatte sich Lothar Matthäus noch eine Spitze gegen Ronaldo erlaubt. Der tauche in großen Finals zu oft ab. Ronaldos Antwort: Zwei Tore im Finale, insgesamt zehn in den letzten fünf Spielen der K.o.-Runde.

Andere warfen Ronaldo vor, er wäre kein Führungsspieler. Wer den verletzt ausgewechselten Superstar beim EM-Finale von Paris vor einem Jahr mit dick bandagiertem Knie als "Co-Trainer" an der Seitenlinie hat auf- und abspringen sehen, weiß, dass auch das nicht stimmt.

Der Vorwurf, er sei kein Teamplayer war ohnehin immer schwer haltbar. Ronaldo ist einfach geil auf Tore. Abfällige Gesten bei ausbleibenden Anspielen sprechen für diese kindliche Sucht nach dem Glücksgefühl. Es ist nahezu unmöglich, einen ehemaligen Mitspieler zu finden, der sich über Ronaldo beklagt.

32 ist der inzwischen. Auf ein nahes Ende seiner einzigartigen Karriere deutet nichts hin. Warum auch, jetzt wo er das Hase-und-Igel-Spiel mit Leo Messi endlich beendet hat.

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