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Ömer Toprak (o.) und seine Kollegen taten sich in Magdeburg extrem schwer. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der 2. Runde

In Unterzahl steht Bayer im Elfmeterschießen beim Regionalligisten vor dem Aus. Doch dann trumpft Bernd Leno groß auf.

Magdeburg - Bayer Leverkusen ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals nur knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt.

Der Champions-League-Teilnehmer musste beim schmeichelhaften 5:4 im Elfmeterschießen gegen den Regionalligisten 1. FC Magdeburg lange um den Einzug ins Achtelfinale bangen.

Der FCM vergab dabei vom Punkt gleich zwei "Matchbälle" durch Nicolas Hebisch und Niklas Brandt gegen Bernd Leno. Den entscheidenden Strafstoß verschoss Lars Fuchs. (Bernd Leno ein Kandidat für den Walk of Fame?)

Nach Verlängerung hatte es 2:2 (1:1, 1:1) geheißen. ()

Frühe Führung durch Calhanoglu

Spielmacher Hakan Calhanoglu hatte Bayer zwar mit einem direkt verwandelten Freistoß (3.) in Führung gebracht. Doch Magdeburg, Europacupsieger von 1974, gelang mit viel Einsatz und Willen der zwischenzeitliche Ausgleich durch Christoph Siefkes (28.).

Der Frust beim Bundesligisten wurde immer größer, in der 77. Minute sah Heung-Min Son wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. In der Verlängerung brachte Brandt (111.) Magdeburg zunächst in Führung, doch Kyriakos Papadopoulos (115.) hielt Leverkusen im Rennen.

Bayer-Trainer Roger Schmidt hatte seine Startelf im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Schalke 04 auf vier Positionen geändert. So erhielt unter anderem Nationalspieler Karim Bellarabi nach 15 Saison-Einsätzen eine Verschnaufpause. Er stand erst gar nicht im Kader.

Magdeburg nicht beeindruckt

Kurz vor dem Anpfiff hatten die Heimfans ein Plakat mit der Aufschrift "Pokalschreck" entrollt und skandiert: "Hier regiert der FCM!" Doch die Hoffnungen des Underdogs auf die nächste Pokal-Sensation erhielt mit dem schnellen 0:1 einen herben Dämpfer.

FCM-Torhüter Jan Glinker machte bei Calhanoglus Freistoß keine gute Figur.

Der Viertligist, der in der ersten Runde Bundesligist FC Augsburg besiegt hatte, fing sich aber schnell und warf sich trotz des frühen Rückstandes in jeden Zweikampf. Die Leverkusener hatten dadurch Probleme beim Spielaufbau und konnten ihre technischen Vorteile bei zudem schwierigen Platzverhältnissen kaum ausspielen.

Siefke nutzt FCM-Überzahl

Magdeburg wurde für seinen Einsatz mit dem Ausgleich belohnt, der durch eine Leverkusener Fehlerkette begünstigt wurde. Calhanoglu musste am Spielfeldrand behandelt werden, dadurch fehlte die Ordnung.

Papadopoulos leitete mit einem Ballverlust den Konter ein, bei Siefkes Abschluss sah Leno unglücklich aus. Der Ausgleichstreffer zeigte bei Bayer Wirkung, erst in der 43. Minute kam das Team durch Son wieder gefährlich vor das gegnerische Tor.

Zur zweiten Halbzeit brachte Bayer-Trainer Schmidt für den angeschlagenen Calhanoglu Robbie Kruse. Die Rheinländer übten nun deutlich mehr Druck aus, ein Drei-Klassen-Unterschied war aber weiterhin nicht zu erkennen.

Elfer-Paraden von Glinker ohne Bedeutung

Der Abwehrriegel der Hausherren, die auf gelegentliche Konter lauerten, hielt den Angriffen zunächst stand. Pech hatte jedoch Papadopoulos, der in der 84. Minute per Kopf nur den Pfosten traf.

In der Verlängerung setzte Hebisch (108.) zunächst den Ball an die Latte, ehe Brandt mit einem Traumschuss in den Winkel traf und das Stadion in ein Tollhaus verwandelte. Die Freude währte aber nur kurz: Nach einem Freistoß von Julian Brandt war Papadopoulos zur Stelle.

Dass FCM-Schlussmann Jan Glinker die Elfmeter von Emir Spahic und Stefan Kießling entschärfte, reichte letztendlich nicht zum Coup für Magdeburg.

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