Hamburg - Das Pokalspiel in Hamburg lenkt den FC Bayern kaum vom Duell mit dem BVB ab. Selbst die Attacke auf Ribery nehmen sie locker.

Aus Hamburg berichtet Clemens Gerlach

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit hatte Manuel Neuer genug. Der Keeper des FC Bayern langweilte sich offenbar.

So verließ der 28-Jährige sein Tor, dribbelte ein wenig, um dann einen durchaus riskanten Querpass auf Xabi Alonso zu spielen.

Man konnte Neuer durchaus verstehen. Die Münchner hatten am Mittwochabend das Spiel beim Hamburger SV im Griff und zogen mit einem sicheren 3:1 (2:0)-Sieg ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein.

Nächster Gegner ist am 3./4. März 2015 zu Hause Zweitligist Eintracht Braunschweig.

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Nicht mehr als ein Pflichttermin

"Wir haben souverän gespielt und kaum Torchancen zugelassen", bilanzierte Kapitän Philipp Lahm. Von einem Auftritt "ohne große Unkonzentriertheiten" sprach Offensivspieler Thomas Müller.

Für die Bayern war das Zweitrundenspiel beim Abstiegskandidaten ohnehin nur ein Pflichttermin, der schnell abgehakt werden sollte und auch wurde.

"Wir sind froh, weiter dabei zu sein, das hat aber jeder bei uns erwartet", sagte Thomas Müller.

Deutlich mehr Bedeutung hat für alle Münchner die Partie am Samstag (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm). Dann geht es gegen Borussia Dortmund. "Das wird ein spannendes Spiel", ist sich David Alaba sicher.

Der Österreicher spielte erneut im Mittelfeld und traf aus der Distanz zum 2:0. "Vielen Dank an Heinz Müller", sagte Alaba. Mit dem Torwart hatte er tags zuvor Weitschüsse geübt.

Respekt vor kriselnder Borussia

"Dortmund hat gewisse Probleme im Moment, dennoch wird es kein einfaches Spiel", betonte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Die Borussia ist nach vier Niederlagen in Folge nur Tabellen-15., der Rückstand auf die führenden Münchner beträgt 14 Punkte.

"Tabellarisch sind sie mit uns nicht auf Augenhöhe", sagte Thomas Müller, "aber Dortmund ist unangenehm zu spielen."

Ähnlich urteilt Lahm: "Wir dürfen keine Konter zulassen, der BVB ist immer gefährlich. Ich sehe die Partie als Topspiel."

Hoffnungen ruhen auf Robben

Große Hoffnungen setzen die Bayern auf die Rückkehr Arjen Robbens. Der zuvor verletzte Niederländer hätte bereits in Hamburg spielen können, wurde aber für das Duell mit den Dortmundern geschont.

"Robben ist ein ganz wichtiger Spieler", sagte Rummenigge, "er ist in der Lage, ein Spiel alleine zu entscheiden."

Diese Fähigkeit besitzt auch Franck Ribery. Der Franzose absolvierte in Hamburg sein erstes Saisonspiel von Beginn an und erzielte den dritten Bayern-Treffer.

Aufregung kurz vor Spielende

Für Aufregung sorgte in der Nachspielzeit ein aufs Feld gestürmter Zuschauer. Dieser attackierte Ribery mit einem Schal und beleidigte ihn per doppeltem Stinkefinger.

"Wir können froh sein, dass nichts passiert ist", sagte Lahm, der seinen Teamkollegen als toughen Kerl darstellte: "Ribery kann sich gut selbst wehren."

Zum Glück tat er es nicht, sondern beruhigte sich wieder, wozu auch herbeigeilte Ordner ihren Beitrag leisteten. Der HSV bat Ribery umgehend um Entschuldigung.

"Man kann niemandem einen Vorwurf machen"

"So eine Aktion darf nicht passieren, war aber kein Problem", sagte Ribery.

Auch Rummenigge war darum bemüht, dem Vorfall keine besondere Bedeutung beizumessen, um die Konzentration auf das Dortmund-Spiel nicht zu beeinträchtigen.

"Es gibt Dinge, die passieren. Man kann niemandem einen Vorwurf machen", sagte er. Rummenigge mahnte: "Nicht groß aufregen."

Thomas Müller fand die Spinner-Aktion "sinnlos". Der 25-Jährige hatte für den vermeintlichen HSV-Fan einen guten Rat: "Der Herr Flitzer soll sich mal Gedanken machen, was er so tut in seinem Leben."

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