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Eintracht Braunschweig setzte sich in der zweiten Runde in Würzburg durch

Von Martin Jahns

München - Marc Arnold nahm es diplomatisch.

"In einer ausverkauften Arena gegen die beste deutsche Mannschaft zu spielen ist für uns etwas ganz Besonderes", kommentierte der Sportliche Leiter von Eintracht Braunschweig die Auslosung des Achtelfinals im DFB-Pokal (

).

Gegner der Niedersachsen wird dort der FC Bayern sein. Und das auswärts.

FCK zuletzt zweimal Opfer

Es ist beileibe kein Einzelfall, dass ein Zweitligist in der Allianz Arena antreten muss: In den vergangenen drei Jahren schossen die Bayern daheim drei Zweitligisten aus dem Pokal: In den vergangenen beiden Saisons wurde der 1. FC Kaiserslautern mit 4:0 und 5:1 abgefertigt, 2011 kam der FC Ingolstadt mit 0:6 unter die Räder.

"Typisch: Frauen und Fußball", kommentierte der FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz nach dem abermaligen Lospech vor dem Pokal-Halbfinale der vergangenen Saison in München lakonisch.

Es waren Partien, die an Eintönigkeit kaum zu überbieten waren. Werbung für den DFB-Pokal sieht anders aus. Und Eintracht Braunschweig, das am Sonntag auf Pokal-Überraschung VfR Aalen trifft (Die Highlights So, ab 19 Uhr bei Hattrick - Die 2. Bundesliga im TV auf SPORT1) droht nun das nächste Opfer zu werden.

Während die Heimduelle gegen Zweitligisten für Bundesliga-Teams fast schon lästige Pflichtaufgaben sind, werden den unterklassigen Vereinen und ihren Fans potenzielle Spiele des Jahres vorenthalten.

Reform angedacht

In Deutschland ist deshalb längst eine Debatte um eine Pokal-Reform entbrannt: Im April regte DFB-Direktor Ulf Schott unter anderem an, dass auch Zweitligisten gegen Bundesligisten grundsätzlich Heimrecht genießen sollten.

Es wäre ein Schritt hin zu engeren Duellen in aufgeheizten Zweitligastadien, aber auch ein weiterer weg von der Gleichheit der Teilnehmer beim Losentscheid.

Reform wäre Novum

Die Idee mag reizvoll klingen, doch der Blick über den Tellerrand zeigt, dass Schotts angepeilte Reform ein Novum für die fünf großen europäischen Verbände wäre. Außerhalb Deutschlands haben unterklassige Teams lediglich im französischen Pokal automatisch Heimrecht. Allerdings erst, wenn sie zwei Ligen unter ihrem Gegner kicken.

In Spanien ist dank Hin- und Rückspiel unterklassigen Teams immerhin ein Heimspiel pro Runde garantiert. Die Copa del Rey ist jedoch dementsprechend aufgebläht.

In den zwei großen englischen Pokalwettbewerben und in Italien ist das Heimrecht dagegen bis zum Viertelfinale pures Losglück - so wie bei Duellen zwischen Erst- und Zweitligisten im DFB-Pokal.

Anderer Verband, ähnliches Phänomen

So erinnerten die Worte von Sheffield Wednesdays Trainer Stuart Gray nach der Auslosung der 2. Runde im League Cup denen von Marc Arnold verblüffend.

"Es wird eine großartige Herausforderung für die Spieler, gegen den Premier-League-Champion und League-Cup-Titelverteidiger anzutreten", sagte Gray vor dem Auftritt seines Zweitliga-Teams bei Manchester City.

Am Ende ging Sheffield im mäßig gefüllten Etihad Stadium mit 0:7 unter.

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