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München - Nach dem Pokalerfolg über Eintracht Braunschweig preisen die Bayern ihren Meisterschützen David Alaba, verschweigen aber eigene Mängel nicht. Pep Guardiola treibt ein Gedanke an.

Österreichs Fußball-Legende Andreas Herzog kürte David Alaba einst zum "Wunderwuzzi".

Und eben jener "Wunderwuzzi", sprich Tausendsassa, bewahrte den FC Bayern beim 2:0-Pokalerfolg über Eintracht Braunschweig davor, dass es nach der Pflichtaufgabe im Achtelfinale größere Diskussionen gab. Alabas Freistoßkracher zur Führung unmittelbar vor der Pause überraschte sogar auch manchen Kollegen.

Sebastian Rode berichtete SPORT1, dass der Österreicher zwar eine "weltklasse Schusstechnik" habe, im Training allerdings "öfter mal auch den Fangzaun" treffe. Und Robert Lewandwoski bekannte ehrlich: "Ich habe David im Training noch nie so schießen sehen." Schon eher im Spiel. Bereits beim 2:0-Sieg in Stuttgart Anfang Februar steuerte Alaba einen Freistoßtreffer mit Wumms bei.

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Klage über viele Ballverluste

Lewandowski sprach zu Recht von einem "sehr wichtigen Tor" und zollte dem Zweitligisten aus Niedersachsen Anerkennung. "Braunschweig hat sehr defensiv gespielt. Es war schwierig, eigene Chancen herauszuspielen und Tore zu schießen", sagte Bayerns Starangreifer.

Nach einem durchaus guten Start ließen die Münchner immer mehr nach, Kreativität und Tempo fehlten in vielen Szenen. "Wir haben viele Ballverluste gehabt", stellte daher Jerome Boateng selbstkritisch fest, "es war sicherlich nicht unser bestes Spiel, das Ergebnis ist das Beste."

Pep Guardiola hatte an der Seitenlinie noch wohlwollend den Sololauf von Mario Götze zum 2:0 gesehen, ansonsten langte sich der Bayern-Trainer mehr als einmal kratzend an seine Glatze. Bei ihm meist ein Zeichen für Unzufriedenheit. 

"Wir waren körperlich heute nicht in Topform", erklärte Guardiola bei Sky und betonte zugleich, dass die Münchner keinerlei Konter zugelassen hätten.

Donezk im Hinterkopf

Ein schwacher Trost angesichts der eigenen Ansprüche und des nahen Champions-League-Rückspiels gegen Schachtjor Donezk. Nach der Nullnummer in der Ukraine brauchen die Bayern unbedingt einen Sieg, um ins Viertelfinale zu kommen.

"Wir müssen uns jetzt vorbereiten für die wichtigste Woche dieser Saison", sagte Guardiola daher am späten Mittwochabend. Geradezu beschwörend klang das.

Die Bundesliga-Partie in Hannover (Sa., ab 15 Uhr im LIVETICKER u. Sportradio SPORT1.fm) ist für die Münchner im Moment nur Beiwerk, ein gutes Ergebnis für das Mia-san-Mia-Gefühl umso wichtiger. Nach dem 8:0 über den HSV, dem 6:0 in Paderborn und dem 4:1 gegen Köln ließ beim 2:0 gegen Braunschweig sichtbar die Offensivpower nach.

Ribery lässt sich provozieren

Obendrein hatte Franck Ribery Glück, dass er nach seinem Nachtreten gegen Braunschweigs Benjamin Kessel nicht frühzeitig vom Platz flog. "In Zukunft darf das nicht mehr passieren", rügte Guardiola den Franzosen.

Der selbst kommentierte seine Aktion so: "Das war nicht böse gemeint. Das ist Fußball."

Immerhin war Ribery ansonsten einer der aktivsten Spieler beim Rekordmeister, fast alle vielversprechenden Angriffe liefen über die linke Seite, die er gemeinsam mit Alaba bearbeitete. Nachdem Alaba inzwischen die Folgen seiner Verletzung komplett auskuriert hat, ist auch Bayerns Prachtduo wiedererstarkt.

Jubellauf zu Weiser

Sein Freistoßtor feierte Alaba übrigens schnurstracks an der Außenlinie mit Joker Mitchell Weiser. Alaba, einst selbst Nesthäkchen beim FCB, hat sich des 20-Jährigen angenommen, was die beiden ja auch gerne - Stichwort Selfiewette - in den sozialen Netzwerken dokumentieren.

Alaba und Weiser klatschen sich nach dem Freistoßtor des Österreichers ab © Getty Images

Weiser selbst kann sich Alabas Übungseifer abschauen.

"Es gibt viele Tage, da bleibe ich nach dem Training noch draußen und übe Freistöße", sagte Alaba nach seinem Streich. "Ich habe schon Bälle über den Zaun gehauen, deshalb bin ich sehr glücklich, dass es geklappt hat."

Die Bayern werden es ihrem "Wunderwuzzi" zu danken wissen. 

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