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München und Offenbach - Offenbach ist im Pokalspiegel gegen Gladbach der Underdog, glaubt aber an die Sensation. Kapitän Daniel Endres erklärt SPORT1, warum schon Götze und Lewandowski am OFC scheiterten.

Von Carsten Arndt und Thorsten Siegmund

Ungläubiges Kopfschütteln, fassungslose Gesichter, blankes Entsetzen.

Was die Fans auf dem legendären Bieberer Berg am 04.05.2008 erleben mussten, zählt zu den schwärzesten Stunden in der sportlichen Geschichte der Offenbacher Kickers. Hilflos mussten sie mit ansehen, wie ihre Mannschaft nach allen Regeln der Kunst vorgeführt wurde.

Mit 7:1 fegte die Borussia aus Mönchengladbach die Kickers vom Platz, bis heute die höchste Heimniederlage. Wenig später stand der Abstieg des OFC in Liga drei fest.

Sieben Jahre später treffen die beiden Klubs im Achtelfinale des DFB-Pokals (ab 20 Uhr im Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) erstmals wieder aufeinander. Und den Favoriten erwartet ein heißer Tanz.

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Die Atmosphäre als Trumpf

"Der Bieberer Berg wird brennen", kündigt Offenbachs Torhüter Daniel Endres im Gespräch mit SPORT1 an: "Unsere fantastischen Fans werden uns 90 Minuten nach vorne peitschen."

Daniel Endres im DFB-Pokal
Daniel Endres erwartet eine fantastische Atmosphäre © Getty images

Erstmals seit der Eröffnung im Juli 2012 wird das neue Stadion ausverkauft sein, 22.500 Zuschauer für eine unglaubliche Atmosphäre sorgen. "So können wir den großen Klassenunterschied in diesem einen Spiel vielleicht wettmachen", hofft Endres.

Offenbach abgestürzt

Denn während es für die Gladbacher seit jenem Spiel im Mai 2008 stetig aufwärts ging, folgte in Offenbach der tiefe Absturz.

Nach dem Zwangsabstieg aus der Dritten Liga 2013 und dem bis heute laufenden Insolvenzverfahren kämpfen die Kickers nun in der Regionalliga Südwest um die Rückkehr in den Profi-Fußball.

"Die Insolvenz war natürlich ein riesiger Schock, weil wir sportlich die Klasse gehalten haben und im nächsten Jahr angreifen wollten. Dass wir in der Regionalliga landen, damit hat keiner gerechnet", erklärt Endres.

Zu Hause ungeschlagen

Der heute 29-Jährige ist der letzte verbliebene Spieler aus dem Kader von 2008. Mittlerweile führt er seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld und hofft gegen Gladbach auf den nächsten großen Pokal-Coup. Denn ein Ergebnis wie damals - da ist sich Endres sicher - wird es dieses Mal nicht geben.

"Damals ging es für uns nur gegen den Abstieg aus der Zweiten Liga, da hatten wir schon einen negativen Lauf. Jetzt sind wir zwar nur Regionalligist, aber wir haben in der Liga sehr viel Selbstvertrauen getankt. Wir haben zu Hause noch kein Spiel verloren und im DFB-Pokal noch kein Gegentor kassiert. Das stimmt mich zuversichtlich, dass wir die ganz große Sensation schaffen."

Pokalschreck schlechthin

Die Hoffnung des gebürtigen Offenbachers ist nicht unbegründet. Bei ihren letzten drei Teilnahmen erreichten die Kickers mindestens das Achtelfinale.

2011 biss sich Borussia Dortmund mit Robert Lewandowski, Mario Götze und Co. die Zähne aus. Zwei Jahre später räumten die Kickers auf ihrem Weg ins Viertelfinale unter anderem den damaligen Erstligisten Greuther Fürth aus dem Weg, ehe erst der VfL Wolfsburg den Siegeszug der Hessen stoppte.

In diesem Jahr erwischte es bereits Zweitligatabellenführer Ingolstadt und den Karlsruher SC. "Es ist nun mal so, dass die Spieler des vermeintlich "Großen" im Unterbewusstsein denken 'die machen wir mit links weg'. Wir werden dagegen 110 Prozent geben", verspricht Endres.

Auf ein Offensiv-Feuerwerk ihrer Mannschaft gegen den Tabellendritten der Bundesliga werden die Anhänger allerdings verzichten müssen: "Wir werden natürlich nicht ins offene Messer laufen und versuchen, das Tor über einen Standard zu erzielen. Das hat uns schon in der letzten Runde gegen den KSC den überraschenden Sieg gebracht", so der OFC-Keeper.

Traum vom Elfmeterhelden

Und falls es nichts werden sollte mit einem eigenen Treffer nach 90 oder 120 Minuten, hat Endres noch einen ganz eigenen Plan in der Tasche: "Sollten wir uns am Ende ins Elfmeterschießen retten und dann das Glück auf unserer Seite haben, wäre das eine unglaubliche Sache. Dann zum Helden werden, das wünscht sich jeder Torwart."

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