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Leipzig - Beim Sieg in Leipzig schaltet Wolfsburgs Edeloffensive in den Normalgang. Dafür beweist der Rest, wie stark der Kader des VfL mittlerweile ist. Vor allem Daniel Caligiuri überzeugt.

Von Marcel Jarjour

Länger als unbedingt nötig wollten sich die Wolfsburger Pokalhelden dann doch nicht in Leipzig aufhalten.

Gut eine Stunde nach dem Schlusspfiff, dem 2:0 (1:0) (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER) über RB Leipzig und dem Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale, verließ der Mannschaftsbus des VfL die Katakomben der WM-Arena (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan).

Im Gepäck: die Gewissheit, dass es auch ohne die Galaform der Topstars wie Kevin De Bruyne, 32-Millionen-Mann Andre Schürrle oder Dauer-Torgarant Bas Dost läuft. Beim verdienten Sieg trugen sich andere Spieler in die Torschützenliste ein, obwohl das Trio auch auf dem Platz stand (SERVICE: Die Statistken des Spiels).

Wolfsburg zum dritten Mal in Folge im Viertelfinale

Mittelfeldmann Daniel Caligiuri und Innenverteidiger Timm Klose trafen für die Wolfsburger, die nun zum dritten Mal in Folge in der Runde der letzten Acht im DFB-Pokal stehen (Wählen Sie Ihren Pokalhelden – Der DFB-Pokal Walk of Fame bei SPORT1).

"Ich freue mich für meine Mannschaft, dass ich mit dem Tor für Ruhe sorgen konnte", sagte Caligiuri nach dem Spiel. Denn in den ersten zwanzig Minuten hätte es auch durchaus anders kommen können.

Nicht Wolfsburg, sondern Leipzig machte das Spiel, kam zu mehreren hochkarätigen Chancen, die aber allesamt ungenutzt blieben. So war dann Caligiuri in der 21. Minute zur Stelle und markierte den Führungstreffer der Niedersachsen. Schon beim 5:3-Torfestival in Bremen am Sonntag hatte er doppelt getroffen.

Die Quote kann sich sehen lassen. Der Deutsch-Italiener ist ein Gewinner der vergangenen Wochen mit Spielen im Akkord: Bundesliga, Pokal, Bundesliga, Europa League, Bundesliga.

Caligiuri springt ein

Mit seinen konstanten Leistungen hat sich Caligiuri das Vertrauen von Trainer Dieter Hecking erarbeitet und ist eben dann zur Stelle, wenn seine Teamkollegen an Ladehemmung leiden.

Er ist sich bewusst, mit wem er es im Kader zu tun hat. "Wir haben vier Top-Außenbahnspieler", sagte der gebürtige Schwabe. Mit Weltmeister Andre Schürrle, dem zurzeit noch verletzten Ivan Perisic  und Vierinha konkurriert er um einen Platz in der ersten Elf.

"Da ist jeder in der Lage zu spielen und Tore zu machen. Ich freue mich, dass es gerade bei mir so gut läuft. Von mir aus kann es so weitergehen", sagte der 27-Jährige selbstbewusst.

Rotation notwendig

Bei der Dreifachbelastung mit Liga, DFB-Pokal und Europa League ist eine Rotation vor allem auf den laufintensiven Außenbahnen durchaus sinnvoll, das wissen alle Beteiligten. Vor allen Dingen dann, wenn der Verein in allen Wettbewerben noch eine Menge erreichen will.

In der Liga ist der Platz zwei hinter Bayern München so gut wie sicher. Am Samstag in Augsburg soll der Vorsprung auf Platz vier weiter anwachsen.

Bleiben noch die Europa League und das Achtelfinalduell mit Inter Mailand sowie der DFB-Pokal.

Klose will in zwei Endspiele

"Wir tanzen weiter auf drei Hochzeiten und wollen überall so weit wie möglich kommen. In die Finals", sagte der zweite Torschütze des Abends Timm Klose über die bisher herausragende Saison der Wölfe.

Es könnte die erfolgreichste seit der Meisterschaft 2009 werden. Seit 15 Pflichtspielen ist der VfL ungeschlagen. Mit 50 Punkten nach 23 Spieltagen steuern die Niedersachsen zudem  auf einen eigenen Punkterekord zu.

Vor fünf Jahren, als Felix Magath, Grafite und Edin Dzeko den Titel holten, waren es am Ende 69 Zähler.

Allofs freut sich über breiten Kader

"Der Kader ist wirklich durchweg so bestückt, dass man sagen kann, es gibt eigentlich keine großen Unterschiede in der Qualität", freut sich Geschäftsführer Klaus Allofs.

Neben Caligiuri und Klose hätten auch Außenverteidiger Marcel Schäfer und Stürmer Nicklas Bendtner gezeigt, dass sie durchaus in der Lage seien, das Team zu verstärken.

Bundesligist als Gegner?

Bliebe die Frage: Wen hätten Sie gerne im Viertelfinale? "Ein Bundesligist ist natürlich attraktiv. Ich nehme aber, was kommt", sagte Klose.

Und griff dann zur Floskel: "Wenn wir ins Finale kommen möchten, müssen wir eh alle schlagen." Kaum gesagt, lachte er und bestieg den Wölfe-Bus.

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