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Bayer Leverkusen v FC Bayern Muenchen - DFB Cup
Bayerns Thiago traf erst Kießling hart, verwandelte dann den entscheidenden Elfer © Getty Images

Leverkusen - Bayer Leverkusen liefert den ersatzgeschwächten Münchnern über 120 Minuten ein Duell auf Augenhöhe. Erst im Elfmeterschießen fällt die Entscheidung zugunsten des Titelverteidigers.

Der FC Bayern darf dank Manuel Neuer nach einem Krimi weiter vom zweiten Triple nach 2013 träumen.

Durch ein 5:3 im Elfmeterschießen im Viertelfinale bei Bayer Leverkusen zog der Rekordmeister zum 26. Mal in die Vorschlussrunde des DFB-Pokals ein. (Das Elfmeterschießen zum Nachhören auf SPORT1.fm)

Weltmeister-Torwart Neuer hielt einen Elfmeter, den entscheidenden Schuss versenkte der lange verletzte Thiago. Nach 120 Minuten hatte es 0:0 gestanden.

"Nervenaufreibendes Spiel"

Der Spanier sorgte zudem mit einem harten Foul an Stefan Kießling für Aufsehen. Thiago traf den Leverkusener in der 90. Spielminute mit offener Sohle auf der Brust. Kießling musste ausgewechselt werden - der für ihn eingewechselte Josip Drmic verschoss später vom Punkt.

"Es ist extrem bitter. Wir hätten viel mehr verdient gehabt. Wir haben es versäumt, in der regulären Spielzeit das Tor zu machen", sagte Bayer-Keeper Bernd Leno in der ARD.

Münchens Weltmeister Thomas Müller meinte: "Es war ein nervenaufreibendes Spiel, Leverkusen hätte durchaus auch ein Tor erzielen können. Es war sehr intensiv."

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Nächster Dämpfer für Bayer

Bayern kann somit nach wie vor in der Meisterschaft, dem nationalen Cup-Wettbewerb und in der Champions League den Titel gewinnen. Zudem kann das Team von Trainer Pep Guardiola als erste Mannschaft zum dritten Mal in Folge den DFB-Pokal holen.

Im Halbfinale treffen die Münchner in einer Neuauflage des Vorjahresfinales auf Borussia Dortmund. "Wir können es uns nicht aussuchen. Wir sind glücklich, dass wir zuhause spielen, aber Dortmund ist immergefährlich. Wenn man den Pokal gewinnen will, muss man auch die stärksten Mannschaften schlagen", sagte Guardiola in der ARD.

Bayer erlitt hingegen vor 30.210 Zuschauern das zweite Elfmeter-Trauma binnen drei Wochen. Schon im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Atletico Madrid war die Werkself im Showdown vom Punkt gescheitert - diesmal versagten Josip Drmic die Nerven.

Leverkusen muss sich im Saisonschlusspurt auf die Liga konzentrieren, in der am Ende die erneute Qualifikation für die Champions League stehen soll.

Leverkusen gefährlicher

Dabei wäre für die Hausherren durchaus mehr drin gewesen. Denn vor allem vor der Pause drückte Leverkusen dem Spiel seinen Stempel auf. Die forschen Gastgeber stellten die Defensive der Bayern immer wieder vor Probleme, auch wenn die ganz dicken Chancen ausblieben.

Im Gegensatz zu den Bayern kam die Werkself aber immerhin einige Male gefährlich vor das gegnerische Gehäuse.

Bereits in der zweiten Minute sorgte Julian Brandt nach Vorarbeit von Nationalspieler Karim Bellarabi für Unruhe vor dem Tor von Neuer. In der 13. Minute forderten die Gastgeber nach einer Attacke von Bayern-Kapitän Philipp Lahm an Gonzalo Castro im Strafraum Elfmeter, Schiedsrichter Felix Zwayer ließ aber zu Recht weiterlaufen.

Bayern ohne Ideen

Nach einer Viertelstunde köpfte Kießling aus aussichtsreicher Position über das Tor, ehe zehn Minuten später Bellarabi nach einem der zahlreichen Abspielfehler des Rekordmeisters noch einmal in eine gute Position kam.

Bei den Gästen machte sich das Fehlen von David Alaba, Franck Ribery, Arjen Robben und Weltmeister Bastian Schweinsteiger negativ bemerkbar. Weder Xabi Alonso noch Lahm brachten Struktur in das Spiel der Gäste.

Zudem wirkte die Dreierkette mit Jerome Boateng in der Zentrale in den ersten 34 Minuten alles andere als sattelfest. Und in der Offensive setzten sich die WM-Helden Mario Götze und Thomas Müller sowie Robert Lewandowski Pause so gut wie gar nicht in Szene.

Leno im Fokus

Erst in der 40. Minute kamen die Bayern durch Müller zur ersten Chance, er scheiterte allerdings aus kurzer Distanz an Leverkusens Keeper Bernd Leno.

Pech hatten die Bayern, dass bereits in der 34. Minute Medhi Benatia angeschlagen das Feld verlassen und durch Sebastian Rode ersetzt werden musste. Alonso rückte dadurch in die Mitte der Dreierkette.

In dieser Konstellation war das Spiel der Bayern nach Wiederanpfiff deutlich besser, zumal sich Rode im Mittelfeld nach anfänglichen Schwierigkeiten gut einfügte. Brandt übersah kurz nach der Pause aber zunächst den besser postierten Roberto Hilbert, sonst hätte es vor Neuer erneut lichterloh gebrannt.

Furiose Schlussphase

In der 60. Minute jubelten die Bayern dann bereits über das vermeintliche 1:0, aber der Treffer von Lewandowski wurde wegen eines vorangegangenen Foulspiels - das allerdings diskutabel war - nicht anerkannt.

Fünf Minuten später hatten Bellarabi und dann Kießling im Nachschuss jeweils die Bayer-Führung auf dem Fuß, bevor Leno noch einmal gegen Lewandowski rettete.Die Gäste kauften Bayer dann in der Schlussphase den Schneid ab, hätten sich aber beinahe in der Nachspielzeit den Gegentreffer durch Brandt eingefangen.

In der 98. Minute traf Götze volley das leere Tor nicht.

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