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Berlin - Betont blendend gelaunt gehen Jürgen Klopp und Borussia Dortmund ins "Finale furioso" der Ära des Trainers. Dem VfL Wolfsburg bleibt im Pokalfinale nur: Emotionen ausschalten.

Am Freitagnachmittag ist Borussia Dortmund gut durchgekommen durch den Berliner Verkehr. Der VfL Wolfsburg hing ein wenig fest, weshalb die Pressekonferenz vor dem großen Finale im DFB-Pokal zwischen BVB und VfL (Sa., ab 19.30 Uhr im LIVETICKER und LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm) mit ein paar Minuten Verspätung begann.

Wenn es nach Jürgen Klopp geht, dann wird seine Mannschaft aber spätestens am Sonntagmittag ganz gewaltig im Stau stehen. Selbst verursacht, durch einen Finaltriumph und den folgenden Party-Korso rund um den Borsigplatz.

"Stau ist nur hinten doof, vorne geht's", wusste schon der hessische Komiker Bodo Bach. Und Klopp, der mit Wolfsburgs Coach Dieter Hecking einst gemeinsam in der Hessenauswahl kickte, will mit aller Macht rauf auf diesen Laster, der sich nur zentimeterweise durch die Dortmunder Innenstadt schieben kann.

Klopp scherzt mit Hecking

Er selbst hat ja durchaus Talent als Komiker. Am Freitag war er wieder der Entertainer Klopp. Nicht der demütige Fußballlehrer, als der er in dieser schwierigen Saison oft auftreten musste. (MULTIMEDIASTORY: Die sieben Gesichter des Jürgen Klopp)

"In Dortmund ist es halt so, dass man sich am Borsigplatz trifft und im Kreis fährt. Das ist tatsächlich ziemlich lässig und gehört zu den besten Dingen, die man machen kann. Das könnte gut zu einem Hobby von mir werden", sagte Klopp.

Klopp lachte, Klopp grinste, Klopp scherzte mit dem Gegner sogar über die Aufstellung. "Ich sag' dir, wer bei uns im Tor steht, wenn Du mir sagst, ob Naldo wieder kann", forderte er Hecking heraus. "Ich denke, dass Langerak spielt und dass Naldo wieder kann", gab der immerhin schlagfertig zurück.

Statistik der Ära Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund
© SPORT1

"Das ist einfach ein geiles Spiel"

Die Botschaft ist trotzdem klar: Die Borussia geht locker und mit extrem viel Lust in das Finale zum Abschluss der schwarz-gelben Ära Klopp.

"Das Pokalfinale ist einfach ein geiles Spiel. Das macht unheimlich Spaß", schwärmte BVB-Kapitän Mats Hummels. "Wir sind zum Glück in einer anderen Verfassung als in der Vorrunde, so dass wir mit einer realistischen Erfolgschance ins Spiel gehen."

Sein Coach fasste es wie gewohnt noch etwas plakativer zusammen. "Es geht für alle um alles. Das ist das Geile an einem Finale", sagt Klopp.

Finalerfahrung spricht für BVB

Für ihn und einige aus dem Kader der Borussia ist es das vierte große Finale gemeinsam. Ein Vorteil, den der Dortmunder Trainer am Samstag ausspielen will: "Auch Finals zu spielen will gelernt sein."

Für Hecking und den VfL ist es das erste gemeinsame Finale. Bei der ganzen Dortmunder Stimmungsoffensive geht fast ein bisschen unter, dass die Wolfsburger als Vizemeister sportlich favorisiert ins Endspiel gehen. "Die Motivation ist riesig, bei der Mannschaft vielleicht noch mehr als bei mir", versicherte Hecking.

Kapitän Diego Benaglio, schon 2009 mit den Wölfen Deutscher Meister ergänzte: "Man merkt in Wolfsburg, dass die Stadt dem Finale entgegenfiebert. Das ist etwas Großes für den Verein und die Stadt."

Wolfsburg vs. Dortmund
© SPORT1

Wolfsburg spielt für Malanda

Das mag stimmen. Zu sehr sollten sich die Wolfsburger, die ihrerseits mit einem speziellen Trikot in Gedenken an den tödlich verunglückten Junior Malanda auflaufen werden, aber nicht auf die emotionale Ebene des Spiels einlassen.

Da dürften sie gegen den BVB am Samstag den Kürzeren ziehen.

Klub-Boss Hans-Joachim Watze, die Spieler um Kapitän Hummels - alle wollen sie ihrem langjährigen Steuermann Klopp einen märchenhaften Abschied bescheren.

Pünktlich nach Hause kommen will am Sonntag in Dortmund keiner.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Dortmund: Langerak - Durm, Subotic, Hummels, Schmelzer - Kehl, Gündogan - Mkhitaryan, Kagawa, Reus - Aubameyang

Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha, Naldo, Klose, Rodriguez - Arnold, Luiz Gustavo - Caligiuri, De Bruyne, Perisic - Dost

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych

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