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München - Beim Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg kommt erstmals das aus dem Tennis bekannte britische Hawk-Eye zur Verwendung.

Zum ersten Mal wird im Pokalfinale zwischen dem VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund (ab 20 Uhr im LIVETICKER und SPORT1.fm) im deutschen Profi-Fußball die Torlinien-Technik eingesetzt.

Nach jahrelangen Diskussionen um die Einführung lieferte der nicht anerkannte Treffer des Dortmunders Mats Hummels im letzten Endspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund (2:0 n.V.) den finalen Impuls.

"Ich bin sehr froh, dass die neue Technik jetzt da ist und so Fehler minimiert werden können", sagte Hummels am Freitag in Berlin.

Es kommt das aus dem Tennis bekannte britische Hawk-Eye (englisch für Falkenauge) zur Verwendung. Bei der Frage nach dem System hatte sich der Ligavorstand für das aus dem Tennis bekannte britische Hawk-Eye (englisch für Falkenauge) entschieden. Der Vertrag läuft drei Jahre.

TV-Zuschauer wie Stadionbesucher werden live sehen können, wie das System arbeitet.

Technik für 135.000 Euro

Die auf Hochgeschwindigkeits-Kameras basierende Technik, die bereits in der englischen Premier League eingesetzt wird, soll rund 135.000 Euro pro Saison und Verein kosten (8000 Euro pro Spiel).

Zuvor standen auch GoalControl und GoalRef, die ebenfalls vom Weltverband FIFA lizenziert sind, zur Auswahl. Das deutsche GoalControl-System war bei der WM in Brasilien zum Einsatz gekommen.

Premiere für Wolfsburg und Dortmund

Besondere Pointe in Berlin: Der Referee im Finale heißt Felix Brych. Richtig, jener Schiedsrichter dessen Fehlentscheidung beim "Nicht-Tor" von Leverkusens Stefan Kießling am 18. Oktober 2013 in Sinsheim monatelange Diskussionen ausgelöst haben.

Den Weg für die Torlinientechnik-Ära hatten die Bundesligisten im vergangenen Dezember frei gemacht.

Watzke hofft auf Besserung

"Es kann nur besser werden", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit Blick auf die Szene aus dem vergangenen Pokalfinale: "Das war ein klares Tor. Hätte das gezählt, hätten wir das Spiel gewonnen."

Für Wolfsburgs Manager Klaus Allofs hat die Technik-Premiere dagegen nicht die ganz große Bedeutung. "In den letzten Wochen hat es kaum noch strittige Szenen gegeben. Ich glaube auch nicht, dass es im Endspiel dazu kommen wird", sagte der 58-Jährige.

Doch auch wenn die Technologie nicht gebraucht werden sollte, wird nach Ansicht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Samstag Geschichte geschrieben. "Weil wir zum ersten Mal in einem Pflichtspiel auf diese Technik zurückgreifen, ist das auch ein sporthistorisches Spiel", sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock.

Auch im Bundesliga-Alltag

Nach dem Debüt im Pokal soll die neue Technik ab der kommenden Spielzeit auch in der Bundesliga zum Alltag gehören.

In der nächsten Pokal-Saison wird das Hilfsmittel dann wohl dort zum Einsatz kommen, wo es vorhanden ist. Der verbindliche Einsatz ist ab dem Viertelfinale geplant.

"Wir versprechen uns eine große Erleichterung, denn bei der Frage, war es ein Tor oder nicht, wird es künftig keine Diskussion mehr geben", sagte Lutz Michael Fröhlich, Abteilungsleiter des DFB-Schiedsrichterwesens, bei der Vorstellung des Systems am Dienstag in Berlin.

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