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Hertha BSC hat sich in einem zerfahrenen Spiel gegen Arminia Bielefeld durchgesetzt © dpa Picture Alliance

Bielefeld - Einen Tag nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus hat Berlin mit Pokalschreck Bielefeld Mühe. Ausgerechnet der eingewechselte Schulz leitet den Sieg für die Hertha ein.

Unbeirrt von einem Attentat auf den Mannschaftsbus hat Hertha BSC "Pokalschreck" Arminia Bielefeld gebändigt und ist in die 2. Runde des DFB-Pokals eingezogen.

Im ersten Pflichtspiel der Saison gewann die Hertha, die noch nie das seit 1985 ausgetragene Endspiel im eigenen Stadion erreicht hat, beim letztjährigen Halbfinalisten allerdings mit viel Mühe mit 2:0 (0:0).

Durch den Sieg nach Toren von Salomon Kalou (73.) und Neuzugang Vladimir Darida (88.) nahmen die Berliner erfolgreich Revanche für das Zweitrunden-Aus im Vorjahr in Ostwestfalen und feierten eine erfolgreiche Generalprobe für den Bundesliga-Auftakt am Samstag beim Europa-League-Teilnehmer FC Augsburg.

Ausgerechnet Nico Schulz, um den es zuletzt Wechselgerüchte gegebene hatte, leitete mit seiner Vorbarbeit für Kalou den Sieg ein.

Die mit zwei torlosen Unentschieden in die Zweitliga-Saison gestartete Arminia schied erst zum zweiten Mal in den vergangenen neun Jahren in der 1. Runde aus und musste den Traum von einem erneuten "Pokal-Märchen" frühzeitig beenden.

Hertha mit Polizeieskorte ins Stadion

Für Aufregung hatte im Vorfeld das Attentat auf den Bus der Hertha am Sonntagabend gesorgt, Berlins Manager Michael Preetz hatte bei SPORT1 von einem "Anschlag auf Leib und Leben" gesprochen.

Nach Stand von Montagabend wurde der Schuss in die Frontscheibe, bei dem niemand verletzt wurde, eher von einem gereizten Motorradfahrer als von einem durch sportliche Abneigung motivierten Täter begangen.

Beide Varianten seien aber "nicht ausgeschlossen", sagte Polizeisprecher Achim Ridder. Am Montag wurde die Hertha mit der Polizei ins Stadion eskortiert, das Sicherheitsaufkommen verstärkt. Beim Attentat hatte nur der Fahrer im Bus gesessen.

Ruppiges Spiel

Das Spiel vor 21.484 Zuschauern begannen beide Teams mit nur jeweils einem Neuzugang: Die Hertha mit dem rund 3,5 Millionen teuren Darida im zentralen Mittelfeld, die Arminia mit dem neuen Stammtorhüter Wolfgang Hesl.

Der Außenseiter brachte von der ersten Sekunde an jene Leidenschaft auf den Platz, die ihn in der vergangenen Pokal-Saison als Drittligist zu Siegen gegen drei Bundesligisten geführt hatte.

Die Hertha war stets darum bemüht, Ruhe ins Spiel zu bekommen, was ihr aber lange Zeit ebenso wenig gelang wie Schiedsrichter Benjamin Brand, der Arminia-Kapitän Fabian Klos gleich beim ersten Fouls des Spiels nach 65 Sekunden die Gelbe Karte gezeigt hatte.

Hertha gewinnt Kontrolle

Der wild gestikulierende Hertha-Trainer Pal Dardai war mit dem Aufbauspiel seines Teams entsprechend unzufrieden, konnte sich aber zumindest auf eine recht stabile Defensive seines Teams verlassen.

Nach der Pause war der Bundesligist dann deutlich dominanter und hatte gleich die beiden ersten nennenswerten Chancen des Spiels.

Valentin Stockers Abschluss aus aussichtsreicher Position wurde aber zur leichten Beute für Hesl (47.), ein Kopfball von Sebastian Langkamp zwei Minuten später bereitete dem Arminia-Keeper schon deutlich mehr Mühe.

Kalou erlöst Berlin

Die Gegenwehr der Arminia war aber längst nicht gebrochen, im nun immer munterer werdenden Spiel setzte auch sie zunehmend offensive Akzente.

Auf der Gegenseite erlöste dann aber Kalou nach starker Vorarbeit des sechs Minuten zuvor eingewechselten Nico Schulz die Berliner. Um Schulz hatte es nach zuletzt Wirbel gegeben, nachdem der U21-Nationalspieler ein Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt hatte.

Kurz vor Spielende machte Darida mit einem platzierten Schuss ins lange Eck alles klar.

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