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München - Der Fußballverein aus dem Mini-Ort Nöttingen bereitet sich auf den FC Bayern vor. Obwohl dort alle "balla-balla" sind, müssen Trainer und Spieler den Ernst bewahren.

Die große Party haben sie in Nöttingen schon hinter sich. "Es ist mehr als geil. Man hat es sich nicht vorstellen können", erzählte ein Mannschaftsbetreuer SPORT1. "Als das Los gezogen wurde, da war ein Geschrei, wir lagen uns in den Armen. Und es wurde natürlich bis spät in die Nacht gefeiert."

Das Los FC Bayern. 853 Mitglieder hat der örtliche FC, rund 2500 Menschen wohnen insgesamt in Nöttingen, einem Ortsteil des ebenfalls schnuckligen Remchingen. Am Sonntag (16 Uhr im LIVETICKER und LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm) geht es gegen den größten deutschen Klub.

Vereinwurst in Lila-Weiß

Eine echte Chance hat der Fünftligist nicht, nutzt die Gelegenheit aber geschickt zur Selbstvermarktung. Metzger Ralf Schneider druckte geschwind Vereinslogo und das Gründungsdatum 1957 auf Därme, darüber das Motto, angelehnt an die Vereinsfarben: "Für immer Lila-Weiß."

"Wenn die Aktiven etwas zu essen brauchen, dann helfe ich", sagte Schneider SPORT1. "Finanziell mache ich auch, was ich kann. Aber da bin ich nicht so gut ausgestattet wie Uli Hoeneß."

In zwei Videos zeigen die Nöttinger außerdem, wie sie die Münchner Offensive zu stoppen gedenken, mauern einmal das eigene Tor zu und tauschen es dann gegen eine Mini-Version aus. Soll Robert Lewandowski hier mal versuchen zu treffen.

Auch ein eigenes Lied zum Anlass gibt es: "Wir haben die Ehre auf dem Feld neben den Königen / Wollen mit 'nem Tor das Ergebnis 'n bisschen beschönigen", heißt es hier zu beschwingten Bläsern.

Trainer Wittwer kennt die Kulisse

Gespielt wird im ausverkauften Karlsruher Wildpark vor 30.000 Zuschauern. Eine Kulisse, die Trainer Michael Wittwer als ehemaliger KSC-Profi im Gegensatz zu seinen Spielern gut kennt. "Die Jungs werden täglich mit dem Thema Bayern konfrontiert. Ich sage ihnen, dass sie nicht nur zum Autogrammeholen und Trikottausch auf den Platz gehen werden", schlug er in der Welt am Sonntag ernsthaftere Töne an.

Sein Rechtsverteidiger Torben Schmidt gab im Gespräch mit SPORT1 das Ziel aus: "Wenn man sich die Testspiele ansieht oder auch das 8:0 gegen Hamburg letzte Saison: Unser Anspruch ist, irgendwo in diesem Bereich zu sein. Und wenn es besser werden sollte, ist es natürlich optimal."

Er selbst hatte sich schon auf ein Duell mit Franck Ribery gefreut, der Franzose der Bayern ist aber weiterhin verletzt. "Vielleicht muss ich dann auf die linke Position wechseln, um mich mit Robben zu messen", sagte Schmidt.

"Bei uns sind alle balla-balla"

Die Menschen in Nöttingen sind aber auch mit bescheidenen Worten nicht mehr einzufangen. "Bei uns sind alle bekloppt, balla-balla, es gibt nichts Normales mehr", sagte der Vorstandsvorsitzende Dirk Steidl.

"50 bis 60 Prozent" der Einwohner erwartet Juwelier Markus Leonhardt im Stadion: "Alle werden nicht gehen. Ein paar müssen noch auf die Häuser aufpassen, damit die Einbruchbanden keine Chance haben, die da schon Schlange stehen", sagte er SPORT1 mit Blick auf die anstehende Wanderschaft von Nöttingen ins rund 21 Kilometer entfernte Karlsruhe.

Sein Vorausblick: "Ich hoffe, dass der FC Bayern keine Klatsche kriegt, dass der FC Nöttingen die Handbremse ein bisschen anzieht."

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