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Mönchengladbach müht sich gegen St. Pauli, gerade die erste Halbzeit gibt zu denken. Traore und Stindl sind der Lichtblick, ein Stürmer wirkt wie ein Fremdkörper.

Aus Hamburg berichtet Clemens Gerlach

St. Paulis Sportdirektor Thomas Meggle zollte seinen Spielern Respekt.

"Das war ein super couragierter Auftritt", sagte der 40-Jährige. Mit einer kleinen, aber entscheidenden Einschränkung: "Bis auf die 15 Minuten nach der Pause."

Die Viertelstunde hatte es wirklich in sich. Drei Tore glückten den Gladbachern von der 54. bis zur 67. Spielminute. Aus dem 0:1-Rückstand zur Halbzeit durch Marc Rzatkowskis Traumtor (33.) wurde eine 3:1-Führung.

Ergebnis Ok - Leistung mäßig

Am Ende stand ein - vom Ergebnis her - souveräner 4:1-Sieg in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals. Bezüglich der Leistung sah es weniger berauschend aus.

"In der zweiten Halbzeit waren wir ziemlich gut", sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre und lächelte dabei. "In der ersten war es sehr schwer für uns."

Da spielte Gladbach pomadig, unkonzentriert und ohne Druck.

Vermutlich mangelte es zu Beginn vor allem an der richtigen Einstellung gegen einen engagierten, aber auch stark ersatzgeschwächten Zweitligisten. Gladbachs Mittelfeldspieler Granit Xhaka räumte ein: "Wir wussten, dass wir mehr machen müssen. Die ganze Mannschaft hat es gedreht."

Gladbach-Duo sticht heraus

Das war sehr freundlich vom Schweizer gesagt, stimmte aber nicht. Zwei Borussen ragten nach dem Wechsel heraus: Ibrahima Traore und Lars Stindl. Der Offensivspieler aus Guinea schoss einen Treffer (56.) und bereitete einen vor, der ehemalige Hannoveraner erzielte zwei Tore (54./67.) und legte eines auf.

"Wir haben die individuelle Qualität der Gladbacher nicht in den Griff bekommen", umschrieb es Meggle. Favre freute sich über mehr Engagement: "Wir haben das Tempo erhöht und die Pässe schärfer gespielt."

Eine Spielweise wie vor der Pause sollten die Gladbacher nicht so häufig an den Tag legen. In der Bundesliga und vor allem der Champions League kann nach mauen 45 Minuten eine Partie schon verloren sein.

Drmic wie ein Fremdkörper

"In der ersten Hälfte sind wir nicht in die Zweikämpfe gekommen", gestand Traore. Und Mittelfeldantreiber Xhaka fügte hinzu: "Als wir Fußball gespielt haben, hat man den Unterschied gesehen." Warnschuss offenbar gehört.

Während Traoré und Stindl an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt waren, ging das Spiel an einem Mann nahezu komplett vorbei: Josip Drmic. Der für zehn Millionen Euro aus Leverkusen geholte Stürmer wirkte noch wie ein Fremdkörper im Gladbacher Spiel.

Hazard nutzt seine Chance

Für den 23-Jährigen war nach 77 weitgehend erfolglosen Minuten Schluss. Thorgan Hazard, dem der Schweizer Platz gemacht hatte, sorgte für den letzten Gladbacher Treffer (86.).

"Wir genießen unseren Sieg", gab Favre als Marschroute aus.

Viel Zeit zum Feiern gibt es nicht: Am Samstag steht der Bundesligastart in Dortmund an. Dann am besten mit zwei Halbzeiten auf höchstem Niveau. Sonst feiert am Ende die andere Borussia.

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