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München - Der Fünferpack des Bayern-Stürmers liegt noch nicht lange zurück. VfL-Verteidiger Christian Träsch hat seine Lehren gezogen und nennt bei SPORT1 ein Mittel gegen den Polen.

Diese neun Minuten werden sie beim VfL Wolfsburg wohl nie mehr vergessen. Im Spiel beim FC Bayern München stand es zur Halbzeit 1:0 für die "Wölfe".

Doch im zweiten Durchgang erzielte FCB-Stürmer Robert Lewandowski zwischen der 51. und 60. Minute unglaubliche fünf Tore. Am Ende gewann der Rekordmeister 5:1.

Am Dienstag kommt es zur Neuauflage des Duells (ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER), dieses Mal in der zweiten Runde des Pokals.

Einer, der die Lewandowski-Show auf dem Platz mit erleben musste, ist VfL-Abwehrspieler Christian Träsch.

"Kein guter Auftritt"

"Wir wissen selber, dass es in München vor allem in der zweiten Halbzeit kein guter Auftritt war von uns", sagt der 28-Jährige im Gespräch mit SPORT1. "Im ersten Durchgang haben wir sehr gut gespielt, hätten sogar das 2:0 machen können. In der zweiten Halbzeit haben wir total den Faden verloren. Leider wirst du jetzt immer an die Lewandowski-Show zurückdenken, wenn du gegen die Bayern spielst."

Doch Träsch macht eine zarte Kampfansage in Richtung des Bayern-Angreifers. "Robert Lewandowski wird es dieses Mal nicht so leicht haben. Er ist für mich der beste Stürmer in Europa. Wenn wir ihn ausschalten können, ist ein Großteil geschafft. Aber natürlich schauen wir nicht nur auf Lewandowski."

Respekt ja, Angst nein

Träsch und seine Kollegen gehen das Spiel am Dienstag zuversichtlich an. "Respekt musst du vor den Bayern immer haben", meint er. "Angst haben wir nicht. Wir können auch guten Fußball spielen."

Die Münchner seien "natürlich der Favorit in dem Spiel nicht nur aufgrund des Sieges zuletzt. Da haben wir noch etwas gut zu machen." Träsch fügt hinzu: "So wollen wir das nicht stehen lassen. Die überragenden neun Minuten von Robert Lewandowski gilt es dieses Mal zu verhindern."

Wie soll das gelingen? "Wir müssen am Dienstag so spielen wie in München in der ersten Halbzeit", sagt Träsch. "Da haben wir den Bayern wenige Räume gegeben. Wenn du sie spielen lässt, spielen sie jeden in Europa an die Wand, weil sie eine exzellente Mannschaft haben." Man müsse "eng am Mann sein und dann aggressiv zu Werke gehen. So kannst du Bayern den Zahn ziehen."

Hohe Offensiv-Qualität

Es werde "verdammt schwer die Offensive der Bayern zu knacken", weiß Träsch, "weil da so viel Qualität vorhanden ist. Die können tauschen, wie sie wollen und trotzdem bleibt die Qualität die gleiche."

Träsch selbst hat nach Monaten des Frusts zu alter Qualität zurückgefunden. In dieser Bundesliga-Saison stand er acht Mal auf dem Rasen, in sieben Partien von Beginn an. "Ich hatte in der jüngeren Vergangenheit viele Verletzungen, erst die Schulter, dann der Mittelfuß, das hat mich natürlich zurückgeworfen. Ich bin jetzt super drauf. Ich hoffe, dass es so bleibt."

Höhen und Tiefen

Seit 2011 spielt Träsch beim VfL, wechselte damals vom VfB Stuttgart in die Autostadt. Der Anfang war alles andere als leicht, wie er zugibt. "Es gab Höhen und Tiefen. Als ich nach Wolfsburg kam, sind wir im hinteren Tabellenabschnitt rumgedümpelt", erinnert sich Träsch, "doch seit Dieter Hecking da ist, geht es stetig bergauf. Wir wollen uns oben festsetzen und natürlich wieder nach Berlin und den Pokal gewinnen."

Und weiter: "Wer das ein Mal erlebt hat, will es wieder genießen. Aber dafür müssen wir die Bayern ausschalten. Das wird schwer genug." Nicht nur wegen Lewandowski, auch wegen eines anderen Spielers der Bayern.

Träsch schwärmt von Costa

"Ich habe absolut Respekt vor Douglas Costa", sagt Träsch. "Wenn du neu in die Bundesliga kommst und dann so aufdrehst wie er, dann ist das einfach sensationell von der Schnelligkeit, vom Antritt." Er sei "eine echte Waffe für Bayern. Sehr beeindruckend." Doch eins ist klar: wenn es nach Träsch geht, sollen die beeindruckenderen Argumente am Dienstag dem VfL zugute kommen.

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