Video

Paderborn - Stefan Effenberg hat den SC Paderborn wieder in die Erfolgsspur geführt. Im DFB-Pokal wartet mit dem BVB nun eine Mammutaufgabe, kleine Details sollen den Unterschied machen.

Von Constantin Eckner

Für Stefan Effenberg ist es die erste große Bewährungsprobe seiner noch jungen Trainerkarriere beim SC Paderborn.

Mit Borussia Dortmund wartet eine Mammutaufgabe in der Zweiten Runde des DFB-Pokals (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER und in unserem Sportradio SPORT1.fm). Auswärts im Signal Iduna Park gehen die Ostwestfalen als krasser Außenseiter in die Begegnung und unter normalen Umständen sollten der Zweitligist gegen den BVB kein Land sehen.

Details machen den Unterschied

Aber was war und ist schon normal bei der Person Effenberg? Auf dem Platz war "Effe" früher nicht nur eine unumstrittene Führungsfigur, sondern auch ein sehr variabler Spielertyp. Es gab den aggressiven Abräumer Effenberg ebenso wie den kreativen Ballverteiler Effenberg. Zusammen war das eine nahezu perfekte Mischung im zentralen Mittelfeld.

Und mit dieser Mischung will er auch die große Sensation in Dortmund schaffen.

Seine beiden wichtigsten Spieler für das Unternehmen Pokal-Coup sind die beiden Sechser Marvin Bakalorz und Dominik Wydra. Beide können die Räume vor der Abwehr verteidigen, sind stark im Pressingspiel, haben aber ebenso die Übersicht, um einen Angriff zu gestalten. Gerade Bakalorz kann mit präzisen Bällen viele Meter überbrücken und beispielsweise die trickreichen Flügelstürmer anspielen.

Um Bakalorz und Wydra herum ist das 4-2-3-1-System der Paderborner aufgebaut. Die Grundordnung erinnert vielleicht an Durchschnittskost im Profifußball, aber kleine Details machen bisher den Unterschied in Effenbergs kurzer Amtszeit.

Beispielsweise lässt er sein Team nicht im herkömmlichen 4-4-2 verteidigen, wie es sehr viele Mannschaften tun, sondern seine Spieler behalten das 4-2-3-1 auch gegen den Ball bei. Sturmspitze Nick Proschwitz schiebt sich dabei zwischen die beiden gegnerischen Innenverteidiger, so dass der direkte Pass im Spielaufbau blockiert ist.

Noch nicht alles perfekt

Der Gegner soll dazu verleitet werden, direkt nach vorn oder nach außen zu spielen. Dann rücken Bakalorz und Wydra schnell heraus und gehen ins Pressing. Wichtige Elemente des Paderborner Defensivspiels sind Aggressivität und Zweikampfstärke. Herausstechende Attribute des einstigen Spielers Stefan Effenberg.

Allerdings war trotz der zwei Auftaktsiege ohne Gegentor noch lange nicht alles perfekt. Wurden die Paderborner nach hinten gedrückt, zogen sich auch Moritz Stoppelkamp und Süleyman Koc, die beiden offensiven Flügelspieler, bis an den Strafraum zurück.

Hatten die Ostwestfalen anschließend die Möglichkeit zum Kontern, waren die Wege auf den Außenbahnen zu lang und die Vorwärtsbewegungen kosteten dementsprechend zu viel Zeit, um den Gegner zu überraschen.

Überraschung oder Lehrstunde?

Gegen Borussia Dortmund könnte diese Problematik noch viel stärker zu Buche schlagen. Allerdings kündigte Effenberg auf der gestrigen Pressekonferenz an: "Wir werden mit Sicherheit nicht nur verteidigen. Dazu haben wir zu viel Qualität im Spiel nach vorne."

Der Fußball-Lehrer glaubt an eine "gute Mischung" aus Defensive und Offensive gegen den BVB. Wie allerdings seine Mannschaft spielerisch mit dem Tabellenzweiten mithalten soll, das ließ er zunächst im Dunkeln. Er sagte nur, er werde seinen Spielern "noch ein paar Dinge mit auf den Weg geben, die wichtig sind".

Ob es am Ende wirklich ein offenes Duell im Mittelfeld gibt oder die Paderborner doch die meiste Zeit am eigenen Strafraum verteidigen und lediglich versuchen, hin und wieder Nadelstiche zu setzen, wird die Partie zeigen.

Für Effenberg kann dieser Pokalabend gegen einen übermächtigen Gegner zur ersten großen Überraschung oder zur ersten Lehrstunde in seiner noch jungen Trainerkarriere werden.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel