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Erst in der 118. Minute bucht der VfB Stuttgart gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig dank Sunjic das Viertelfinale. Doch der Schiedsrichter hilft dabei kräftig mit.

Die Blamage vermieden, das Glück erzwungen: Ein äußerst mühsamer Einzug ins Pokal-Viertelfinale hat Interimscoach Jürgen Kramny keine Argumente für die Weiterbeschäftigung beim Bundesliga-Schlusslicht VfB Stuttgart geliefert.

Die schwachen Schwaben setzten sich dank Toni Sunjic (118.) erst nach Verlängerung 3:2 (2:2, 1:1) gegen den Zweitliga-Fünften Eintracht Braunschweig durch und stehen zum ersten Mal seit drei Jahren wieder in der Runde der letzten Acht, in der nun Borussia Dortmund wartet.

Allerdings: Der VfB profitierte dabei von einem Geschenk von Schiedsrichter Peter Sippel, der den Gästen einen klaren Elfmeter verweigerte und dem Heimteam im direkten Gegenzug den Siegtreffer ermöglichte.

Niedermeier wiegelt ab

Georg Niedermeier hatte Orhan Ademi im Strafraum gefoult - Sippel ließ weiterspielen.

"Ich gehe mit ihm ins Laufduell und er macht einen Haken. Dann gehe ich runter und spiele den Ball ins Aus. Wenn sie dafür ein Foul wollen, dann ist das ihre Meinung. Ich sehe das anders", meinte Niedermeier nach Abpfiff bei Sky.

Im Braunschweiger Lager sah man die Situation komplett anders: "Es war eine krasse Fehlentscheidung. Wir hätten innerhalb von zwei Minuten das Spiel gedreht. Da hat der Schiedsrichter leider keine Haltung gezeigt", grollte Torsten Lieberknecht.

Und Ademi erklärte: "Ich lege mir den Ball vor und will schießen. Er kommt von hinten mit der Grätsche und trifft mich. Für mich ein ganz klarer Elfmeter."

Kramny atmet auf

Wie auch immer: Stuttgarts Coach war es am Ende einerlei:

"Es war alles drin im Spiel. Der frühe Rückstand hat sich abgezeichnet. Das war aber gut, so waren wir wach. Wir wären gerne früher in der Kabine gewesen. Aber am Ende haben wir uns belohnt für die vielen Torchancen", sagte Kramny.

In dieser Form droht dem VfB beim Hinrunden-Abschluss gegen den VfL Wolfsburg indes eine weitere Ligapleite. (DFB-Pokal: Alle Ergebnisse im Überblick)

Werner trifft in Verlängerung

Niedermeier (21.) und Timo Werner (99.) hatten zuvor für die Stuttgarter getroffen, deren Sportvorstand Robin Dutt nach dem Spiel gegen Pokalsieger Wolfsburg am Samstag den Cheftrainer für die Rückrunde bekannt geben will.

VfB Stuttgart - Eintracht Braunschweig
Die Erlösung: Toni Sunjic sorgt mit seinem Tor in der Verlängerung gegen Eintracht Braunschweig für das Weiterkommen des VfB Stuttgart © Getty Images

Der Schwede Joseph Baffo (6.) und Ademi (111.) waren für die Eintracht erfolgreich.

"Wir sind sehr befreit. Am Schluss haben wir es spannender gemacht, als es hätte sein müssen. Wir haben Moral gezeigt, gekämpft und verdient
 das Siegtor geschossen", sagte Werner. 

Kramny ist trotz seiner mäßigen Bilanz von nur zwei Punkten aus bislang drei Bundesliga-Spielen weiter ein Kandidat auf den Trainerposten beim VfB, der in der Liga in den zurückliegenden fünf Partien keinen Dreier holte. Neben dem 44-Jährigen sind Lucien Favre, Tayfun Korkut, Murat Yakin und Ex-Coach Felix Magath im Gespräch.

"Ich muss Ergebnisse abliefern", hatte Kramny, der von Dutt als Nachfolger für den entlassenen Alexander Zorniger installiert wurde, vor dem Pokalspiel gesagt: "Das Spiel ist natürlich ganz wichtig für den Verein und für mich als Trainer."  

Nervöser Beginn des VfB

Vor 21.950 Zuschauern im der Stuttgarter Arena begannen die Gastgeber unkonzentriert und nervös. Die Niedersachsen waren das bessere Team.

Noch bevor die VfB-Profis richtig auf dem Platz waren, nutzte Baffo die Konfusion in der Stuttgarter Abwehr zur Führung. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Die Schwaben brachten auch nach dem Rückstand kaum etwas zustande. Erst in der 19. Minute sorgte Filip Kostic für Gefahr vor dem Eintracht-Tor.

Zwei Minuten später nutzte VfB-Innenverteidiger Niedermeier nach einer Kostic-Ecke den Tiefschlaf der Gäste zum Ausgleich. In der 30. Minute vergab Kostic die Chance zur Führung.

Maxim vergibt Elfmeter

Noch wesentlich schlechter machte es fünf Minuten später Alexandru Maxim. Der Rumäne scheiterte vom Elfmeterpunkt am Braunschweiger Torwart Rafal Gikiewicz.

Zuvor hatte Saulo Decarli VfB-Stürmer Werner im Strafraum gefoult. Kurz vor dem Ende der ersten Hälfte konnten Lukas Rupp und Werner (beide 41.) weitere Möglichkeiten zur VfB-Führung nicht nutzen.

Kurz nach dem Seitenwechsel hätte Hendrick Zuck fast das zweite Tor für die Gäste erzielt (47.). Auf der anderen Seite brachte Rupp den Ball aus kurzer Distanz nicht im Tor unter, nachdem Gikiewicz einen Kopfball von VfB-Kapitän Christian Gentner an den Pfosten gelenkt hatte (51.).

Zwei Minuten später war der Eintracht-Keeper bei einem Kopfball von Sunjic erneut zur Stelle.

Ein Tor für die anrennenden Stuttgarter lag in dieser Phase in der Luft, dennoch blieb Braunschweig bei Kontern gefährlich. In der Verlängerung vergab Niedermeier die Chance zur Führung (94.), kurz darauf traf Werner.

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