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Bochum - Arjen Robben vom FC Bayern wird nach der Partie beim VfL Bochum an den Pranger gestellt. Weil er früher oft abhob, gibt es trotz eines klaren Fouls Kritik.

Arjen Robben grummelte. Eigentlich hatte er gute Laune, weil sein FC Bayern München den Sprung ins DFB-Pokal-Halbfinale geschafft hatte. Doch dann witterte der Niederländer ungerechtfertigte Kritik an seiner Person und machte seinem Ärger Luft.

"Leute, Leute, Leute. Ich habe eigentlich gar keine Lust mehr, darauf zu reagieren. Man muss sich einfach die Bilder angucken. Wenn das kein Elfmeter ist, dann müssen wir aufhören", motzte Robben nach dem 3:0 (1:0)-Erfolg beim VfL Bochum. (DATENCENTER: DFB-Pokal)

Es ging um die Szene in der 43. Minute. Jan Simunek brachte Bayerns Star im Strafraum zu Fall. Es gab Elfmeter und die Rote Karte für den Bochumer. Der Platzverweis war diskutabel, selbst der Gefoulte stufte die Entscheidung von Schiedsrichter Bastian Dankert als hart ein. Dass auch Zweifel am Strafstoß bestanden, konnte Robben jedoch nicht nachvollziehen.

Verbeek spricht von Schwalbe

Er hatte Gertjan Verbeeks Kritik mitbekommen. "Das war eine Schwalbe. Da war vielleicht ein bisschen Kontakt. Aber wir kennen das bei Robben. Er sucht den Kontakt", sagte der Bochumer Trainer in der ARD.

Und sein Torwart Manuel Riemann, der den Elfmeter von Thomas Müller parieren konnte, legte noch einen drauf: "Das geht mir auf die Eier. Robben lag 90 Minuten eigentlich nur am Boden. Der wartet nur auf den Kontakt."

Perthel aus dem Spiel genommen

Die Bochumer Fans pfiffen den 32-Jährigen bereits ab der 27. Minute aus. Da hatte Robben Gegenspieler Timo Perthel beim Sprintduell unabsichtlich ins Gesicht gegriffen. Der Bochumer musste mit Augenproblemen ausgewechselt werden. Fortan wurde es bei Robbens Ballkontakten laut.

Und nach der Elfmeter-Entscheidung packte die Ostkurve noch ein paar Dezibel drauf. Die Fans hatten aus kurzer Entfernung gesehen, dass Robben nach dem Foul im Strafraum theatralisch zu Boden ging. Er streckte die Arme weg vom Körper und riss den Mund weit auf. Minuten später kursierten schon die ersten Fotomontagen in den sozialen Netzwerken.

Schwalben gegen Mexiko und ManCity

Und es kamen einem die Spiele in den Sinn, bei denen Robben wirklich einen Strafstoß geschunden oder dies zumindest versucht hatte. Das WM-Achtelfinale mit den Niederlanden gegen Mexiko. Eine Champions-League-Partie im Jahr 2014 gegen Manchester City. Das Bundesligaspiel vor dreieinhalb Monaten bei Eintracht Frankfurt. Oder ein Pokalduell Ende 2011 – damals übrigens auch in Bochum.

Es sind Szenen, die Robben den Ruf als Schwalbenkönig einbrachten. Die ihn auch dann einholen, wenn er wirklich gefoult wird.

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