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1. FC Heidenheim v Hertha BSC - DFB Cup
Vedad Ibisevic erzielte zwei Treffer gegen den 1. FC Heidenheim © Getty Images

Heidenheim - Der Traum vom Finale im eigenen Stadion lebt weiter: Hertha BSC bezwingt Heidenheim und zieht ins Pokal-Halbfinale ein - doch die Berliner müssen am Ende noch zittern.

Der eiskalte Torjäger Vedad Ibisevic hat den Traum von Hertha BSC vom DFB-Pokalfinale im eigenen "Wohnzimmer" erstmals mit Leben erfüllt.

Der abgezockte Bosnier schoss den Bundesligisten aus Berlin mit seinem Doppelpack fast im Alleingang zu einem verdienten 3:2 (2:1) beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim - und nach 35 Jahren wieder in die Vorschlussrunde.

"Das war für unseren Traum eine kleine Station, bis jetzt die schwierigste", erklärte Berlins Coach Pal Dardai.

Einziger Wermutstropfen: Salomon Kalou musste nach 63 Minuten ausgewechselt werden und hat laut Dardai eine Muskelverletzung im rechten Oberschenkel erlitten. Es sei aber "nichts Großes", betonte der Trainer.

Zum sechsten Mal im Halbfinale

So nahe waren die Hertha-Profis dem Endspiel im heimischen Olympiastadion, wo die Pokalparty seit 1985 steigt, noch nie. Stürmer Ibisevic drehte die Begegnung mit seinen beiden Treffern (14., 21.) nach der Führung für den Außenseiter durch Arne Feick (10.). Genki Haraguchi (58.) sorgte für die Entscheidung. (DATENCENTER: DFB-Pokal)

Marc Schnatterer gelang per Foulelfmeter nur noch der Anschlusstreffer (82.). Die Hertha steht damit zum insgesamt sechsten Mal unter den letzten Vier.

Heidenheim spielt mutig mit

Die Vorzeichen standen für die Berliner nicht zum Besten, obwohl die Hertha, immerhin Tabellendritter der Bundesliga, eine schon jetzt denkwürdige Saison spielt. Doch in Fabian Lustenberger fehlte der Kapitän (Knieprellung), das Herzstück Mittelfeld war zerrissen. Der angeschlagene Vladimir Darida aber wurde ebenso rechtzeitig fit wie Ibisevic nach einem Zahnarztbesuch. (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel)

Ehe Ibisevic 11.900 Zuschauern in der Voith-Arena seine Zähne zeigte, trumpfte jedoch Heidenheim auf. Die Württemberger, erst 2014 in die Zweite Liga aufgestiegen und dort aktuell Achter, spielten bei immer wieder einsetzendem Schneefall mutig mit - und wurden früh belohnt. Feick drückte eine Ecke von Spielführer Schnatterer am kurzen Pfosten vor Hertha-Torhüter Rune Jarstein über die Linie. (TICKER: Das Spiel zum Nachlesen)

Weiser legt auf, Ibisevic vollstreckt

Während Heidenheim im vielleicht größten Spiel der Klubgeschichte von mehr träumte, antwortete Ibisevic kaltblütig - jeweils nach Vorarbeit von Mitchell Weiser. Zunächst war der 31-Jährige per Abstauber erfolgreich, dann per sehenswerter Direktabnahme. Nach einer halben Stunde wäre ihm beinahe der Hattrick geglückt.

Obwohl Berlin mit der Führung im Rücken souverän aufspielte und deutlich mehr Ballbesitz hatte, war es keine einseitige Angelegenheit. Heidenheim, das Abwehrspieler Robert Strauß mit Verdacht auf Knieverletzung verlor (49.), setzte immer wieder Nadelstiche.

Erst Haraguchis starkes Solo machte die Hoffnungen des tapferen Underdogs zunichte.

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