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Borussia Dortmund v SC Paderborn  - DFB Cup
Thomas Tuchel sieht bei der Dortmunder Offensive um Gonzalo Castro Nachholbedarf © Getty Images

Dortmund - Vor dem Pokalknaller beim VfB Stuttgart erklärt Thomas Tuchel die Nichtberücksichtigung von Shinji Kagawa und wie er die Offensivmaschine wieder zum Laufen bringen will.

Wenigstens darum muss sich Thomas Tuchel vor dem Pokalkracher von Borussia Dortmund beim VfB Stuttgart am Dienstag (ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) keine Gedanken machen: Der VfB kann nämlich, im Gegensatz zu den jüngsten BVB-Gegnern Ingolstadt und Hertha BSC, nicht mauern. Auch unter Jürgen Kramny tummeln sich die Stuttgarter am liebsten vor dem gegnerischen Tor.

Tuchel tat also gut daran, am Montag vor allem vor den Angriffs-Qualitäten der Stuttgarter zu warnen als die zuletzt plötzlich aufgetauchten gewissen Offensivprobleme seiner eigenen Mannschaft zu rügen.

"Wenn wir es nicht schaffen, die Konter zu verhindern, werden wir sehr wahrscheinlich nicht gewinnen", sagte der Coach.

"Sind in der Lage, weiter Tore zu schießen"

Leugnen wollte Tuchel die jüngsten Probleme seiner Mannschaft aber auch nicht.  

"Man kann die letzten beiden Spiele offensiv kritisch beäugen. Wir waren in Berlin nicht präzise genug", sagte er, versicherte aber: "Wir sind in der Lage, weiter Tore zu schießen!" In der Mannschaftsbesprechung werde er an seine Spieler appellieren, "sehr aufmerksam, sehr strukturiert und in jeder Sekunde hellwach anzugreifen".

Beim 0:0 in Berlin war dies dem BVB nicht gelungen. Weil Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (20 Tore, vier Vorlagen) einen schwarzen Tag erwischte, kein einziges Mal aufs Tor schoss und bis zu seiner Auswechslung in der 71. Minute überhaupt nur elfmal am Ball war.

Vor allem aber, und das wiegt schlimmer als der einmal indisponierte Goalgetter, weil Aubameyangs in der Vorrunde ebenfalls überragenden Zuarbeiter schwächeln.

Reus höchstens ein Mönsterchen

In Berlin hingen sowohl Marco Reus (bisher neun Tore, drei Vorlagen) als auch Henrikh Mkhitaryan (sieben Tore, zwölf Vorlagen) in der Luft. Reus, von Tuchel vor dem Spiel als "Monster" bezeichnet, war zuletzt höchstens ein Mönsterchen, auch wegen vieler Wehwehchen. Mkhitaryan war zwar bemüht und emsig, aber ihm fehlt derzeit die Leichtigkeit aus der Vorrunde.

Dortmund hat mit insgesamt 52 Toren noch immer die stärkste Offensive der Liga - und zwei Spiele machen noch keinen Trend. Aber die Angriffsmaschine stotterte zuletzt ein wenig.

Shinji Kagawa hatte Tuchel gar nicht erst nach Berlin mitgenommen. "Ich kann nur 16 Feldspieler nominieren", hatte der Coach dies am Wochenende lakonisch begründet. Am Montag klang er schon versöhnlicher.

Mammutprogramm in den nächsten Wochen

"Es gehört zum Geschäft, harte Entscheidungen zu treffen. Ich mache das abhängig davon, ob ich das Gefühl habe, dass ein Spieler an seinen 100 Prozent kratzt. Das ist nicht immer ein Vorwurf, wenn das nicht der Fall ist", sagte der Coach.

Und weiter: "Es spielen viele Dinge herein, wie auch das Privatleben. Jemanden nicht zu nominieren, bedeutet nicht, dass ich gnadenlos unzufrieden mit einem Spieler bin oder etwas zerbrochen ist. Das kann mal sein, aber bei Shinji ist das nicht der Fall. Ich habe einfach das Gefühl, dass er eben nicht bei seinen 100 Prozent ist."

Ob Kagawa in Stuttgart wieder zum Kader gehören werde, ließ Tuchel zunächst offen.

Doch nicht zuletzt angesichts des bevorstehenden Mammutprogramms mit Spielen im Dreitagestakt bis zum 19. März sollten die Dortmunder ihre Offensivmaschine dringend wieder zum Laufen bringen.

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