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Ilkay Gündogan Mats Hummels Henrikh Mkhitaryan Borussia Dortmund BVB
Ilkay Gündogan ist auf dem Absprung, auch die Verträge von Mats Hummels und Henrikh Mkhitaryan (v.l.) laufen bald aus © Imago

München - Der Wechsel von Ilkay Gündogan ist offenbar nicht mehr abzuwenden, auch andere BVB-Leistungsträger sind begehrt. Drohen weitere Abgänge? SPORT1 ordnet ein.

Offiziell ist es für Borussia Dortmund ja noch keine Nachricht, die Sache mit Ilkay Gündogan und Manchester City.

Thomas Tuchel, der Trainer weiß nach eigenem Bekunden "von nichts". Manager Michael Zorc sagt, er wisse es nur aus der Zeitung. Freut sich aber zumindest, "dass man noch etwas dazulernen kann auf diesem Wege".

Eine gewisse Gereiztheit ist beim BVB herauszuhören in den Reaktionen auf die Berichte, dass der Wechsel ihres Mittelfeldstrategen nach England klar sei. Sie dürfte damit zusammenhängen, dass sie stimmen - im Großen und Ganzen zumindest.

Die Klärung der Details und die Unterschrift stehen zwar noch aus, aber die Tendenz ist überall herauszuhören: Gündogan spielt künftig für Pep Guardiola, nicht mehr für Tuchel.

Auch andere Schlüsselakteure begehrt

Für den BVB-Coach und sein eigentlich ja sehr gut laufendes Projekt ist diese inoffizielle Nachricht eine schlechte, wenige Tage nach dem bitteren Europa-League-Aus beim FC Liverpool.

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Weitere schlechte Neuigkeiten sind nicht ausgeschlossen: Nach dem Pokal-Halbfinale bei Hertha BSC (ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) könnte die letzte reelle Titelchance dahin sein.

Und: Neben Gündogan haben auch andere Schlüsselakteure auslaufende Verträge und/oder sind bei Topklubs mit größeren finanziellen Möglichkeiten begehrt.

Welche Leistungsträger droht der BVB noch zu verlieren, bei welchen stehen die Zeichen auf Verbleib? SPORT1 gibt einen Überblick über die Lage.

Henrikh Mkhitaryan:

Mario Götzes Nachfolger im BVB-Mittelfeld blühte unter Tuchel auf - ein guter Grund dafür, seinen ebenfalls 2017 auslaufenden Vertrag zu verlängern. Passiert ist das nur eben noch nicht.

Die Signale, die der Armenier aussendet ("wunderbarer Klub, ambitioniert, erfolgshungrig, familiär, mit einzigartigen Fans"), sind positiv. Aber: Er und sein geschäftssinniger Berater Mino Raiola (vertritt auch Paul Pogba und Zlatan Ibrahimovic) verbreiteten zuletzt auch über Juventus Turin Nettigkeiten. Reines Pokerspiel? Man weiß nie, Tendenz trotzdem: Mkhitaryan bleibt.

Pierre-Emerick Aubameyang:

Der Gabuner Stürmer - der sich vor dem Pokalspiel am Fuß verletzt hat - verlängerte im Sommer bis 2020.

Nicht nur wegen des Outfits, das er damals anhatte, war das ein Glücksfall, auch wenn er den Vertrag nicht einhalten sollte: Es drosselte die Gerüchtemaschinerie und es brächte eine satte Ablöse ein.

Aubameyang dürfte noch mindestens eine Saison bleiben, ewig wird er für den BVB aber nicht zu halten sein, der Stürmer hat das Potenzial, auch bei einem Überklub wie Real oder Barca zu glänzen. Die Gerüchtemaschinerie dürfte ab Sommer wieder in Gang kommen.

Marco Reus:

Auch er gehört zur Preisklasse der Spieler, um die trotz eines langfristigen Kontrakts (bis 2019), nie Ruhe auf dem Transfermarkt herrscht.

Vor wenigen Tagen etwa vermeldete das französische Sportblatt L'Equipe, dass Paris St. Germain an dem Offensivmann interessiert sei. Laut El Mundo Deportivo buhlt nun auch Atletico Madrid um ihn.

Muss das den BVB das beunruhigen? Eher nicht, Reus verlängerte im vergangenen Jahr inmitten der Krise, es fielen große Worte. Eine "Ära" wie Seeler oder Gerrard könne er prägen, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Ganz so sehr prägte Reus den BVB bislang nicht, immer wieder wird er in entscheidenden Momenten von Verletzungen behindert. Er wird nicht zum nächstbesten Cash-Klub gehen, ohne an diesem Zustand etwas geändert zu haben.

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Mats Hummels:

Der Vertrag des Abwehrchefs läuft 2017 aus, wie der von Gündogan, Mkhitaryan und Marcel Schmelzer (um den Dortmund nicht bangen muss). Hummels hat in der Bild am Sonntag vor kurzem versprochen "deutlich vor der EM" für Klarheit zu sorgen. Die wäre nun langsam fällig.

Hummels hat sich alle Optionen offen gelassen, seine Entscheidung hat die größtmögliche Signalwirkung: Er ist Führungskraft auf dem Platz und der exponierteste BVB-Spieler abseits des Rasens.

Neben mehreren englischen Vereinen steht laut Bild nun auch der FC Barcelona auf der Liste der Interessenten.

Hummels will nach eigenen Angaben "Titel gewinnen", ausdrücklich auch die Champions League. Geht er nun, wäre die Botschaft, dass er dem Tuchel-BVB das nicht zutraut. Das Signal wäre verheerend.

Ob Hummels das seinem Team wirklich antut? Er steht beim BVB-Anhang unter einem gewissen moralischen Druck, auch weil er vor drei Jahren Mario Götze offen dafür kritisierte, dass er zu Bayern ging.

Ginge Hummels nun - und Götze käme im selben Sommer zurück: Es wäre eine besondere Pointe.

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