vergrößernverkleinern
Astoria Walldorf jubelt
Regionalligist Astoria Walldorf schockte in der ersten Pokal-Runde Zweitligist Bochum © Imago

Bochum scheitert in der ersten Pokalrunde an einem Regionalligisten. Union rettet sich dank eines verrückten Eigentores in der Verlängerung. Fürth siegt glanzlos.

Zweitligist VfL Bochum ist schon in der ersten Runde des DFB-Pokals überraschend gescheitert, die Liga-Rivalen Greuther Fürth und Union Berlin mühten sich bei unterklassigen Klubs dagegen in die zweite Runde - auch die Hauptstädter mussten dafür jedoch in die Verlängerung.

Vorjahres-Viertelfinalist Bochum verlor beim Regionalligisten FC Astoria Walldorf 3:4 (2:2, 1:1) nach Verlängerung. Nicolai Groß (6.), Marcel Carl (55.), Marcus Meyer (95.) und Steffen Straub (107.) trafen für den Underdog, Bochums Treffer durch Marco Stiepermann (22.) und Kevin Stöger (65./117.) genügten dem Favoriten nicht.

Der Talk am Dienstag im Volkswagen Pokalfieber (19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Hochstätter: "Bis auf die Knochen blamiert"

"Wir haben uns bis auf die Knochen blamiert", sagte VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter: "Wir haben verloren, weshalb man nichts schönreden kann. Wir haben nicht die richtige Einstellung und das Engagement an den Tag gelegt, um einen Viertligisten zu schlagen."

Auch Bochums Trainer Gertjan Verbeek fand nach der Pleite deutliche Worte. "Wir haben verloren, weshalb man nichts schönreden kann. Wir haben nicht die richtige Einstellung und das Engagement an den Tag gelegt, um einen Viertligisten zu schlagen", sagte der Niederländer.

Vor gut 3000 Zuschauern und unter der Leitung von Deutschlands Schiedsrichterin des Jahres Riem Hussein brachte Groß die Hausherren dank eines groben Schnitzers von VfL-Torhüter Manuel Riemann früh in Führung.

Bochum-Keeper Riemann patzt vor 0:1

Riemann stürmte aus dem Strafraum und wollte den Ball klären, doch Groß war schneller und umkurvte den Bochumer Schlussmann. Dank Stiepermanns Treffer aus der zweiten Reihe gingen die Teams mit einem 1:1 in die Kabine.

Nach der Pause machte Bochum mehr Druck, das Tor fiel jedoch auf der Gegenseite: Carl erzielte ein Traumtor aus gut 25 Metern. Nur zehn Minuten später fiel der erneute Ausgleich für die Westfalen durch Stöger, ein weiteres Mal sah Walldorfs Torhüter Denis Wieszolek bei einem Fernschuss nicht gut aus.

In der Verlängerung erzielte Meyer nach einem sehenswerten Angriff über die rechte Seite die erneute Führung, nachdem Christopher Hellmann zunächst nur den Pfosten getroffen hatte. Straub baute den Vorsprung aus, bevor Bochums Stöger noch einmal für Spannung sorgte - letztlich vergeblich.

Heidenheim wendet Aus ab

Der 1. FC Heidenheim hat mit großer Mühe die zweite Runde erreicht. Das Team von Trainer Frank Schmidt gewann bei Regionalligist SG Wattenscheid 09, der sein erstes Pokalspiel seit elf Jahren bestritt, mit 2:1 (1:0).

Der eingewechselte John Verhoek (75.) und der ehemalige Hoffenheimer Denis Thomalla (80.) drehten das Spiel in der Schlussphase, beide Treffer bereitete der ebenfalls eingewechselte Norweger Bard Finne vor. Demir Tumbul (30.) hatte Wattenscheid per Kopf in Führung geschossen.

Union Berlin beendet Pleitenserie im DFB-Pokal

Auch Union Berlin siegte nur mit Mühe und schaffte nach zwei Erstrundenpleiten in Folge wieder den Einzug in die zweite Runde: Beim Drittligisten MSV Duisburg siegten die von Jens Keller trainierten Ostberliner mit 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung. Fabian Schnellhardt (95.) sorgte mit einem kuriosen Eigentor für Unions Sieg.

Union Berlin - MSV Duisburg
Duisburg fassungslos: Fabian Schnellhardt (u.l.) trifft in der Verlängerung ins eigene Tor © Imago

In der regulären Spielzeit hatte Collin Quaner (61.) die Berliner in Führung gebracht, die Stanislaw Iljutschenko (67.) ausglich. In den Vorjahren war Union jeweils mit 1:2 an Regionalligist Viktoria Köln und Ligarivale 1. FC Heidenheim gescheitert.

Vor 14.209 Zuschauern erwischten die Hausherren den besseren Start. Union-Keeper Jakob Busk musste bereits in der Anfangsphase in höchster Not gegen Kingsley Onuegbu (2.) und Schnellhardt (12.) klären. Berlins beste Chance im ersten Durchgang hatte Mittelfeldspieler Christopher Trimmel (42.), dessen verunglückte Flanke MSV-Schlussmann Mark Flekken gerade noch über die Latte lenkte.

Kurioses Eigentor von Duisburgs Schnellhardt

Durch schwaches Abwehrverhalten geriet der MSV in Rückstand. Vor Quaners Tor setzte die Hintermannschaft des Drittligisten Unions Angreifer nicht entschieden genug unter Druck.

Nach dem Ausgleich setzte das Team aus dem Ruhrgebiet zudem kaum nach. Kurz vor Schluss vergab Unions Sören Brandy (90.) die große Möglichkeit auf den späten Siegtreffer in regulärer Spielzeit.

Den besorgte in der Verlängerung dann ausgerechnet Duisburgs Schnellhardt per Eigentor. Nach einer Parade von MSV-Keeper Flekken wollte der 22-Jährige rund 14 Meter vor dem eigenen Tor klären, drosch den Ball aber statt ins Toraus mit links maßgenau ins linke untere Eck des eigenen Tores.

Fürth siegt ohne Glanz, aber torreich

Auch Greuther Fürth mühte sich mit einem glanzlosen Arbeitssieg in die zweite Runde. Die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck setzte sich bei Regionalligist Eintracht Norderstedt mit 4:1 (1:0) durch.

Greuther Fürth jubelt
Greuther Fürth sorgte bei Eintracht Norderstedt erst spät für klare Verhältnisse © Imago

Robert Zulj (42.), Serdar Dursun (71.), Zlatko Tripic (89.) und Benedikt Kirsch (90.+2) erzielten die Treffer für die Fürther, die über das gesamte Spiel überlegen, aber ohne viel Schwung agierten. Felix Drinkuth (81.) erzielte per Freistoß den Anschlusstreffer, der durch einen groben Torwartfehler von Sascha Burchert begünstigt wurde.

Nach den ersten Ligaspielen gegen 1860 München (1:0) und bei Hannover 96 (1:3) hatte Fürth vor allem die Chancenverwertung als Problem identifiziert, trotz zahlreicher Möglichkeiten belohnte sich das Team kaum. Beim Viertligist aus Schleswig-Holstein wirkte die Mannschaft im Edmund-Plambeck-Stadion nun zudem lange verkrampft.

Erst Zulj erlöste seine Mannschaft, große Freude kam bei Ruthenbeck und Co. dadurch kaum auf. Nach der Pause agierte der Favorit dann flüssiger, aber weiterhin harmlos vor dem gegnerischen Tor.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel