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Nach den Ausschreitungen marschierten in Magdeburg Polizeikräfte auf © dpa Picture Alliance

Magdeburg - Frankfurt wendet in der ersten Runde des DFB-Pokals ein Aus in Magdeburg erst im Elfmeterschießen ab. Fans der Gäste zünden Raketen und gefährden damit Kinder.

Eintracht Frankfurt hat in einem von Krawallen überschatteten Spiel beim 1. FC Magdeburg die erste Runde des DFB-Pokals mit viel Mühe überstanden.

Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac gewann beim Drittligisten im Elfmeterschießen mit 4:3 (1:1, 1:0). Eintracht-Keeper Lukas Hradecky wehrte drei Versuche ab, Neuzugang Guillermo Varela verwandelte schließlich den entscheidenden Elfmeter.

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Schmeichelhafte Frankfurter Führung

Neuzugang Branimir Hrgota (7.) hatte die Hessen früh in Führung geschossen, Nico Hammann (86.) kurz vor Ende der regulären Spielzeit für Magdeburg ausgeglichen. Michael Hector, Leihgabe der Frankfurter vom FC Chelsea, sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte (101.).

"Eigentlich sollte uns das 1:0 Sicherheit geben, das war nicht der Fall. Wir wussten, was uns hier erwartet, aber Magdeburg hat das hervorragend gemacht", sagte Kovac nach der Partie.

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Spiel wegen Randale minutenlang unterbrochen

Zu Beginn des zweiten Durchgangs musste das Spiel unterbrochen werden. Die Frankfurter Anhänger - in der Vergangenheit immer wieder negativ aufgefallen - schossen Rauchbomben in den angrenzenden Block, in dem überwiegend FCM-Anhänger und Familien saßen.

Der Magdeburger Stadionsprecher rief daraufhin empört durch die Lautsprecher: "Da sind Kinder drin. Seid ihr des Wahnsinns?" 

Mehrere Fans der Gastgeber wollten daraufhin das Spielfeld stürmen, wurden aber von der schnell reagierenden Polizei daran gehindert. Nachdem zwischenzeitlich ein Spielabbruch im Raum stand, wurde die Partie nach elf Minuten wieder angepfiffen.

Bobic lobt Polizei

"Das sind Szenen, die wir nicht sehen wollen. Die Polizei hat gut reagiert und deeskalierend gewirkt", sagte der neue Frankfurter Vorstand Fredi Bobic und kündigte an: "Wir setzen uns morgen in aller Ruhe zusammen und sammeln alle Infos. Wir wollen da seriös vorgehen. Aber wir gehen auch konsequent vor, falls wir uns dann dazu entscheiden, Maßnahmen zu ergreifen."

Nach der Unterbrechung wirkten beide Teams zunächst gehemmt, von Spielfluss war wenig zu sehen. Der Ausgleich durch einen abgefälschten Freistoß von Hammann kam dennoch folgerichtig, denn Magdeburg wurde immer aktiver.

Eintracht-Neuzugang Hector fliegt vom Platz

Kurz vor Schluss hatte Christian Beck sogar den Siegtreffer für den Drittligisten auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Eintracht-Keeper Lukas Hradecky.

Mit Glück retteten sich die Frankfurter in die Kabine, mussten aber nach Hectors Platzverweis in Unterzahl spielen. Den Magdeburgern merkte man den Kräfteverschleiß jedoch deutlich an, sie spielten trotz Überzahl nicht voll auf Sieg. 

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