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Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurt rettet die frühe Führung durch Danny Blum gegen starke Bielefelder über die Zeit. Gefeierter Mann des Abends ist Rückkehrer Marco Russ.

Nur mit Mühe und einer ordentlichen Portion Glück hatte Eintracht Frankfurt den Einzug ins Pokal-Halbfinale geschafft, doch für die Fans stand schon Minuten nach dem 1:0 (1:0)-Erfolg gegen Arminia Bielefeld ohnehin nur der Rückkehrer im Mittelpunkt (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Marco Russ nahm seine kleine Tochter Vida auf den Arm, blickte nachdenklich in den Nachthimmel und ließ sich im Kreise seiner Teamkollegen von den Anhängern feiern.

Comeback nach 285 Tagen

Nach seiner Krebserkrankung und knapp zehnmonatiger Leidenszeit war die späte Einwechslung des 31-Jährigen das emotionale Highlight des Abends, "ich habe es einfach nur genossen", sagte Russ - zuvor hatten die Frankfurter den glanzlosen Sieg gegen den Zweitliga-Abstiegskandidaten aus Bielefeld über die Zeit retten müssen.

Die in der Bundesliga schwächelnden Hessen trennen nun nur noch zwei Siege von der sicheren Rückkehr ins internationale Geschäft.

"Es war nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe, aber letztlich bin ich glücklich, dass wir endlich wieder im Halbfinale sind", sagte Eintracht-Trainer Niko Kovac bei Sky: "Dieses Spiel war kein Leckerbissen. Wir hatten nie die Ruhe und Sicherheit." (Der Pokalspielplan und Ergebnisse)

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Danny Blum (6.) erzielte das Tor des Tages und sicherte dem viermaligen Pokalsieger den ersten Sprung in die Vorschlussrunde seit 2007, der 2,55 Millionen Euro wert ist.

Die Gäste von der Alm verließen die Frankfurter WM-Arena hingegen mit enttäuschten Gesichtern.

Das Team von Trainer Jürgen Kramny, das erstmals ein Viertelfinale verlor und das vierte Pokal-Halbfinale der Vereinsgeschichte verpasste, kann sich nun voll und ganz auf den Abstiegskampf in der 2. Liga konzentrieren.

Blitzstart durch Blum

Die 39.000 Zuschauer mussten nicht lange warten, ehe Blum nach einem Fehler von Stephan Salger plötzlich frei vor dem Bielefelder Tor stand und keine Mühe hatte, die frühe Führung zu erzielen. Doch auch nach dem ersten Tor nach zuletzt drei Liga-Niederlagen ohne eigenen Treffer spielten die Hessen nicht mit mehr Selbstvertrauen.

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Immer wieder leistete sich das nach dem 0:2 bei Hertha BSC auf fünf Positionen veränderte Kovac-Team, das zuletzt mit einem "Treter-Image" zu kämpfen hatte, leichtsinnige Fehler im Spielaufbau und lud die Bielefelder regelrecht ein, dem Frankfurter Tor immer näher zu kommen. In der Offensive wurde Torjäger Alexander Meier kaum in Szene gesetzt.

Vor allem nach der Pause musste Eintracht-Torwart Lukas Hradecky immer wieder eingreifen. Zunächst war der Keeper beim Schuss des eingewechselten Andreas Voglsammer zur Stelle (50.), dann behielt der Finne im Strafraum-Gewühl den Überblick und klärte (51.).

Hradecky im Mittelpunkt

Bielefeld wurde in dieser Phase immer stärker. Auch in der Schlussphase stand Hradecky wiederholt im Mittelpunkt, so klärte er etwa gegen Bielefelds Kapitän Fabian Klos (80.) und Christopher Nöthe (85.). Die Hereinnahme von Russ war daher nicht bloß ein Geschenk an Fans und Spieler.

"Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen", sagte Kovac: "Ich musste ihn bringen, weil wir in der Schlussphase kopfballstarke Spieler brauchten, denn die Bälle sind nur so in unseren Strafraum hereingeflogen."

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