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Niklas Süle jubelt nach Titel mit FC Bayern
Niklas Süle ist schon angekommen im Starensemble des FC Bayern © Getty Images

München - Nach den Ausfällen von Jerome Boateng und Javi Martinez ist Neuzugang Niklas Süle aktuell beim FC Bayern unersetzlich. Doch ein Laster plagt den Neuzugang.

Fast vier Wochen hatte er Urlaub, seit nicht mal zwei Wochen steht er wieder auf dem Trainingsplatz - und dennoch ist Niklas Süle beim FC Bayern im DFB-Pokalspiel beim Chemnitzer FC (Sa., 15.30 Uhr im LIVETICKER) bereits gesetzt. 

Und der Neuzugang der TSG Hoffenheim will die Chance nutzen, sich in der Innenverteidigung festzuspielen.

Dabei profitiert Süle natürlich von den Verletzungen seiner Rivalen Jerome Boateng und Javi Martinez. Denn bei Boateng ist eine genaue Prognose über die Rückkehr aufgrund der hartnäckigen Oberschenkelprobleme weiter offen und Martinez muss aufgrund eines Muskelfaserrisses in der Wade vorerst zusehen.

Doch Süle, ungeachtet seiner Klasse nominell beim Rekordmeister nur die Nummer vier in der Innenverteidigung, ist mehr als ein Notnagel. Das zeigte der 21-Jährige bereits nach seiner Einwechslung im Supercup gegen Borussia Dortmund.

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Starke Vorstellung gegen Dortmund

Der 20-Millionen-Einkauf überzeugte mit 100 Prozent gewonnener Zweikämpfe und 90 Prozent Passquote, war mit einem Kopfball maßgeblich am späten 2:2 beteiligt und verwandelte den letzten Münchner Strafstoß im Elfmeterschießen sicher.

"Er hat sehr gute Anlagen. Mit 21 muss er noch am Stellungsspiel arbeiten, aber er ist ein Baum und die Bayern haben sich da einen top Backup geholt, der auch das Potenzial zur Stammkraft hat", meint SPORT1-Experte Thomas Helmer, einst selber Innenverteidiger beim FCB.

Ähnlich sieht es der frühere Weltklasseverteidiger Jürgen Kohler: "Ich traue ihm den Durchbruch bei Bayern zu. Er bringt das nötige Selbstvertrauen mit."

Das untermauerte Süle gleich einmal mit einer Kampfansage an seine Konkurrenten. "Ich bin gekommen, um meine Spiele zu machen. Sonst hätte ich mich der Aufgabe gar nicht gestellt, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass ich mich hier durchsetzen kann", sagte Süle der Münchner Abendzeitung (AZ).

Fast Food als großes Laster

Allerdings hat der 1,95 Meter-Mann ein großes Laster: Fast Food. "Früher war es jeden Tag, jetzt ist es vielleicht noch zweimal die Woche", sagte er noch im Frühjahr. 

Immer wieder ist Süle daher mit mehr als seinem Idealgewicht von 95 Kilogramm aus dem Urlaub zurückgekehrt. "Das Schlimme bei mir sind eher die süßen Getränke. Spezi trinke ich gerne. Wenn ich das weglasse, ist das schon die halbe Miete." Auch sein großer Förderer, Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann, nannte am Saisonende als Süles größte Baustelle "seine Ernährung".

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Wenig später kam der Abwehrhüne aus dem Kurzurlaub in den USA zur Confed-Cup-Vorbereitung der Nationalmannschaft, witzelte über "95 Kilo pure Muskelmasse" und schwärmte von den in New York verzehrten Burgern – was man ihm zunächst auch anmerkte.

"Ich bin ein Lebemann"

In dieses Bild passt sein Statement in einem TV-Interview. "Ich bin ein Lebemann, das gebe ich ehrlich zu, warum auch nicht", sagte er da. Und vor dem Halbfinale gegen Mexiko erklärte Süle im Gespräch mit Reportern aus dem mittelamerikanischen Land, er sei großer Liebhaber der dortigen Küche, "vor allem von Tacos und Burritos".

Zu diesem Zeitpunkt hatte er allerdings bereits wieder Idealgewicht und Topform erreicht und auch danach hat sich der Youngster sichtbar an seine guten Vorsätze gehalten, künftig Fast Food vom Speiseplan zu streichen.

"Es ist nicht schwer, auf meine Vorliebe zu verzichten. Das ist mein Beruf, ich kann das nicht mehr so machen wie früher in Hoffenheim", sagte Süle der AZ. Ab und an gönne er sich zwar noch einen Burger, aber der regelmäßig Fast-Food-Konsum gehöre der Vergangenheit an: "Sonst hätte ich nie zu so einem Verein wie Bayern gehen können."

Den Trainingsrückstand durch den verspäteten Dienstbeginn hat Süle mittlerweile aufgeholt. "Ich hatte eine lange Pause, habe mich im Urlaub aber weitgehend fit gehalten, so dass ich schon auf einem ganz guten Level bin", erklärte der gebürtige Frankfurter.

Entsprechend schnell hat er sich im Starensemble eingefunden und kann nun an der Seite von Mats Hummels beweisen, dass der kürzlich zum VfB Stuttgart gewechselte Michael Reschke Recht hatte. 

Der bisherige Bayern-Kaderplaner hatte die Messlatte schon nach der von ihm initiierten Verpflichtung im Frühjahr recht hoch gelegt: "Ein Niklas Süle in körperlicher Top-Verfassung zählt jetzt schon zu den besten Innenverteidigern Europas."

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