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Michael Preetz
Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz verurteilte die Pyro-Eskalation in Rostock © Getty Images

Michael Preetz verurteilt den massiven Pyro-Einsatz in Rostock und erklärt die Hintergründe. Eine Lösung des Konflikts wird durch die Eskalation erschwert.

Michael Preetz hat den massiven Einsatz von Pyrotechnik während des Pokalspiels von Hertha BSC bei Hansa Rostock scharf verurteilt - und Hintergründe der Aktion genannt.

Demnach kam es in der 76. Spielminute zur Eskalation, weil Anhänger von Hansa Rostock eine mutmaßlich bei einem Einbruch im Lagerraum der Hertha-Fanszene im Jahr 2014 entwendete Blockfahne der Berliner präsentierten und anzündeten.

"Es begann mit Pyrotechnik und setzte sich fort mit dem Ausrollen dieser Blockfahne, die offensichtlich unseren Anhängern vor einigen Jahren entwendet wurde, bis hin zum Abbrennen", sagte Preetz bei Sky.

Die Partie wurde anschließend für knapp 14 Minuten unterbrochen, der spätere 2:0-Sieg der Hertha geriet aber durch die Geschehnisse vollkommen in den Hintergrund.

Preetz: "Kollektivstrafen keine Lösung"

"Das hinterlässt für die neue Saison einen mehr als faden Beigeschmack. Das wird uns alle in den nächsten Tagen und Wochen beschäftigen", sagte Preetz und dachte auch an Gegenmaßnahmen: "Kollektivstrafen sind sicherlich nicht die Lösung, allerdings habe ich heute auch keine Lösung parat." 

Der 49-Jährige setzt bei der Suche nach Ansätzen weiterhin auf den Dialog mit den Fans, räumte aber auch ein, dass diese Geschehnisse das Verhältnis zwischen Klub und Anhängerschaft belasten könnten.

Vorkommnisse belasten Dialog mit Fans

"Das kann und darf so nicht weitergehen. Es muss zu einem vernünftigen Austausch kommen, es muss aber auch sachlich argumentiert werden. Das, was diese beiden sogenannten Fanlager an Argumenten heute vorgebracht haben, entbehrt aus meiner Sicht jeder Sachlichkeit", sagte Preetz: "Wir haben bei Hertha BSC immer auf einen konstruktiven Austausch gesetzt, wir stehen auch weiterhin für einen konstruktiven Austausch zur Verfügung. Vor dem Hintergrund solcher Bilder wird es erschwert, konstruktiv miteinander zu sprechen. Dennoch wird es nicht anders gehen."

Dass die Partie trotz der Ausschreitungen auf den Rängen fortgesetzt wurde, begrüßte Preetz: "Ich möchte heute nicht in der Haut der Polizisten gesteckt haben. Ich glaube, dass grundsätzlich eine Deeskalations-Strategie die richtige ist. Aus meiner Sicht war es richtig, das Spiel fortzusetzen und zum Abschluss zu bringen. Man mag sich nicht vorstellen, was bei einem Abbruch möglicherweise rund ums Stadion noch passiert wäre."

Preetz lobte indes das Verhalten des restlichen Rostocker Publikums. "Das einzig Positive war die Reaktion des restlichen Rostocker Publikums", sagte Preetz. "Das war aus meiner Sicht bemerkenswert, weil sie ein klares Statement gesendet haben: Wir wollen Fußball sehen und zwar friedlich, wir wollen weder Pyro noch diese Auseinandersetzungen haben."

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