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1. FSV Mainz 05 v VfB Stuttgart - DFB Cup
Abdou Diallo (l.) erzielte den Siegtreffer für Mainz © Getty Images

Trotz eines Rückstands gegen Stuttgart kämpft sich Mainz 05 ins Pokal-Viertelfinale. Die Schwaben vergeben bei eigener Führung die Chance vom Elfmeterpunkt.

Die Fans des FSV Mainz 05 freuten sich über das vorgezogene Weihnachtsgeschenk und feierten mit ihrem Team, Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart musste sich dagegen trotz einer guten Vorstellung von den eigenen Anhängern beschimpfen lassen.

Fünf Tage vor Heiligabend hatte sich der FSV Mainz 05 mit dem ersten Sieg seit über einem Monat selbst beschenkt und steht zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder im Viertelfinale des DFB-Pokals.

Die Rheinhessen nutzten die letzte Chance des Jahres und gewannen das packende Duell der Bundesliga-Krisenklubs 3:1 (0:1) gegen den VfB Stuttgart. Sowohl die Mainzer als auch die punktgleichen Schwaben konnten ihre fünf zurückliegenden Ligaspiele nicht gewinnen.

Emil Berggreen (62.), Abdou Diallo (71.) und Suat Serdar (90.+3) trafen für die Mainzer, die sich über die Prämie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Höhe von 1,273 Millionen Euro freuen dürfen. Christian Gentner (41.) war für den VfB erfolgreich.

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Stuttgarter Lazarett

Die Viertelfinals stehen am 6. und 7. Februar 2018 auf dem Programm. Einen knappen Monat zuvor beginnt für die Mainzer wie für die Stuttgarter beim Rückrundenstart der Kampf gegen den Abstieg aus der Eliteklasse.

"Die erste Halbzeit war sehr gut über weite Strecken. Nur das Tor hat gefehlt", sagte FSV-Trainer Sandro Schwartz. "Wir hatten das Gefühl, dass wir in der Pause unverdient zurückliegen. Die zweite Halbzeit war dann eine pure Willensleistung." "Das 1:1 hat uns beflügelt. Ich bin total happy", sagte FSV-Sportchef Rouven Schröder.

Getrübt war die Stimmung bei den Schwaben. "Wir sind gar nicht gut ins Spiel gekommen. Da haben wir viele Duelle klar verloren", fand VfB-Trainer Hannes Wolf. "Am Ende der ersten Hälfte wurden wir besser und gehen mit der Führung in die Pause. Am Ende war es für uns bitter, weil wir zu unkonzentriert in den entscheidenden Momenten waren."

Auch für Andreas Beck fühlte es sich nach einem unnötigen Aus an. "Wahnsinn! Wenn man auswärts solche Möglichkeiten hat, muss man das Spiel gewinnen und nach Hause fahren. Das ärgert uns ungemein", meinte der Stuttgarter Rechtsverteidiger. (Der Ticker zum Nachlesen)

Beide Mannschaften hatten zahlreiche Ausfälle zu beklagen. So fehlte beim Aufsteiger aus Stuttgart Simon Terodde. Der Stürmer gab am Mittwoch seinen Wechsel vom VfB zum 1. FC Köln bekannt.

Neben Terodde standen dem VfB Daniel Ginczek, Anastasios Donis, Benjamin Pavard und kurzfristig auch Holger Badstuber nicht zur Verfügung. Die Gastgeber mussten ohne Stammtorwart Rene Adler, Kapitän Stefan Bell, Karim Onisiwo, Jean-Philippe Gbamin, Leon Balogun, Niko Bungert und Philipp Klement auskommen.

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Die 22.143 Zuschauer in der Mainzer Arena sahen in der 6. Minute die erste gute Chance der Mainzer durch den Ex-Stuttgarter Alexandru Maxim. Auch im Anschluss blieb der FSV am Drücker, Gerrit Holtmann vergab die nächste Gelegenheit (16.).

Aogo scheitert vom Punkt

Zehn Minuten später hatten die Stuttgarter Glück. Obwohl der Ball im Strafraum erst Andreas Beck an die Hand und dann Timo Baumgartl an den Arm sprang, gab Schiedsrichter Tobias Stieler keinen Elfmeter. Der Videobeweis steht den Unparteiischen im Achtelfinale nicht zur Verfügung. 

Kurz darauf ging es vor beiden Toren hoch her. Zunächst vergab der Stuttgarter Berkay Özcan eine Großchance (29.), dann machten es Maxim (30.) und Robin Quaison (31.) auf der Gegenseite auch nicht besser. In der 37. Minute hatte Chadrac Akolo die Möglichkeit zur VfB-Führung. Wenig später traf dann Gentner nach starker Vorarbeit Akolos.

Nach dem Seitenwechsel vergab Dennis Aogo die große Chance zum zweiten Stuttgarter Treffer. Der Ex-Schalker scheiterte per Handelfmeter am Mainzer Torwart Robin Zentner (54.). Allerdings war der Strafstoß umstritten, da Robin Quaisson aus kurzer Distanz angeschossen wurde.

Dennoch lag im Anschluss ein weiteres VfB-Tor in der Luft. Der Treffer fiel aber auf der Gegenseite durch den kurz zuvor eingewechselten Berggreen. Neun Minuten später drehte Diallo das Spiel. In der Nachspielzeit machte Serdar alles klar.

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