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Niklas Stark führt die U19 des DFB bei der EM in Ungarn als Kapitän an
Niklas Stark führt die U19 des DFB bei der EM in Ungarn als Kapitän an © getty

Niklas Stark spricht bei SPORT1 über den EM-Traum des DFB-Nachwuchses. Einigen Talenten traut er den Sprung ins A-Team zu.

Von Matthias Becker

München - Die Junioren-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes bastelt bei der U19-EM in Ungarn an ihrem eigenen Sommermärchen und spielt gegen Österreich um den Einzug ins Finale (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER).

Im SPORT1-Interview spricht Kapitän Niklas Stark vom 1. FC Nürnberg über das bislang erfolgreiche Auftreten des DFB-Nachwuchses und die Aussicht für einige Talente auf den Sprung in das A-Team von Bundestrainer Joachim Löw.

SPORT1: Herr Stark, ist der vierte Stern mittlerweile in Ungarn angekommen?

Niklas Stark: Nein, wir spielen noch in den Trikots mit drei Sternen. Aber wenn wir das Ding hier so gewinnen, ist das auch egal.

SPORT1: Gibt der WM-Triumph der Nationalmannschaft auch Ihnen bei der EM einen Schub?

Stark: Natürlich ist es schön, dass die A-Mannschaft den vierten Stern geholt hat. Aber wir konzentrieren uns auf unsere Gegner.

SPORT1: Sie sind aber zum Turnier gefahren und haben gesagt: Wir wollen den Titel gewinnen. Woher kommt dieses Selbstbewusstsein?

Stark: Dieses Selbstvertrauen haben wir uns in der Vorbereitung erarbeitet. Wir wollen einfach jedes Spiel gewinnen. Jetzt müssen wir als nächstes Österreich ausschalten, um auch ins Finale zu kommen.

SPORT1: Die Mannschaft spielt erfolgreich. Dabei fehlen Spieler wie Max Meyer und Timo Werner, die von ihren Vereinen nicht freigegeben wurden. Verstehen Sie das?

Stark: Wenn der Verein so eine Entscheidung trifft, muss man sie respektieren. Auch wenn es natürlich schade ist, dass sie fehlen.

SPORT1: Die U 19 ist ohne echte Vorbereitung zur EM aufgebrochen, was eher ungewöhnlich ist. Weshalb funktioniert es bisher trotzdem so gut?

Stark: Wir kennen uns schon relativ lange. Sehr viele von uns haben schon in der U 17 und in der U 18 zusammengespielt. Wir wissen, dass wir auch ohne Vorbereitung gut eingespielt sind. Und so konnten wir länger bei unseren Vereinen bleiben.

SPORT1: Es spricht für die Qualität des Kaders, dass man auch ohne Meyer und Werner Erfolg hat. Weshalb ist die Mannschaft so stark?

Stark: Wir spielen als Mannschaft sehr gut zusammen. Das hat man auch gegen die Ukraine gesehen, als sich jeder in den Dienst der Mannschaft gestellt hat, obwohl es schwer war. Wir konnten nicht so schnell nach vorne spielen, wie wir wollten. Für Davie (Selke, Anm. d. Red.) und Jule (Julian Brandt, d. Red.) war es schwer, weil sie nicht viele Bälle bekommen haben. Aber sie haben super gearbeitet und so konnten wir einen Gegner schlagen, gegen den seit einem Jahr keiner mehr gewonnen hatte.

SPORT1: Die U-Mannschaften sind immer mehr ein Sprungbrett ins A-Team. Wen könnten wir denn aus diesem Kader irgendwann bei Joachim Löw sehen?

Stark: Ich denke sehr viele. Das ist ein Sprungbrett hier, Hansi Flick war hier, hat sich die letzten Spiele angeschaut und hat auch mit uns gegessen. Da kann man einige auf dem Zettel haben.

SPORT1: Besonders Davie Selke fällt mit fünf Toren in drei Spielen auf. Starke Stürmer gibt es in Deutschland derzeit nicht so viele. Was sind seine Qualitäten?

Stark: Er macht die Dinger einfach rein und braucht wenige Chancen. Außerdem schaut er immer nach vorne und ruht sich nicht darauf aus, dass er in drei Spielen fünf Tore gemacht hat. Er will weiter treffen, um uns zu helfen.

SPORT1: Sie haben in Ihrer jungen Karriere mit dem 1. FC Nürnberg schon einen Abstieg miterleben müssen. Wie bekommen Sie das aus dem Kopf?

Stark: Wir haben in Nürnberg eine komplett neue Mannschaft und da schaut man einfach nach vorne. Das wird ein richtiger Neustart. Wir versuchen, das bestmögliche aus der Saison zu machen und wenn möglich gleich wieder aufzusteigen.

SPORT1: Sie haben trotz des Abstiegs Ihren Vertrag verlängert. Wieso?

Stark: Ich habe eine besondere Verbindung zu Nürnberg, spiele da, seitdem ich neun Jahre alt bin. Für mich war klar, dass ich diese Saison bleibe und versuche, gleich wieder aufzusteigen.

SPORT1: Bei der U 19 tragen Sie als Kapitän schon Verantwortung. Sie dürften also auch den Pokal entgegennehmen. Ist das Amt eine besondere Ehre?

Stark: Ja, auf jeden Fall. Kapitän von Deutschland zu sein, ist schon eine große Ehre. Aber Kapitän von dieser Truppe zu sein, ist noch besser.

SPORT1: Die A-Nationalmannschaft war auch im Feiern weltmeisterlich. Wer wäre denn bei der U 19 für die Sieger-Choreografie zuständig?

Stark: Keine Ahnung, da haben wir uns noch keine Gedanken darüber gemacht. Jetzt müssen wir erstmal Österreich ausschalten.

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