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Schweinsteiger
Neuer Anführer des DFB-Teams: Bastian Schweinsteiger © Getty Images

München - Joachim Löw macht Mittelfeld-Boss Bastian Schweinsteiger zum Kapitän der Nationalmannschaft. Die Entscheidung des Bundestrainers ist folgerichtig - trotz aller Einwände.

Bastian Schweinsteiger ist der neue Kapitän der deutschen Nationalmannschaft.

Die Entscheidung, die Bundestrainer Joachim Löw am Dienstagmittag in einem Düsseldorfer Autohaus verkündet hat, ist nachvollziehbar, logisch und folgerichtig.

Löws Wahl ist auch eine Auszeichnung für die Verdienste des Münchners in seinen zehn Jahren in der DFB-Auswahl allgemein und speziell während der WM.

In Brasilien hat Schweinsteiger sicherlich nicht spielerisch so geglänzt wie 2010 in Südafrika.

Aber er hatte mit seinem Einsatz und seinem unbedingten Willen, speziell im Finale gegen Argentinien, enormen Anteil daran, dass die deutsche Mannschaft als Weltmeister zurückkehrte.

"Wenn es darauf ankam, war er immer da, ich konnte mich immer auf ihn verlassen", sagte Löw. Und das ist genau der Punkt, der dem Bundestrainer seine Entscheidung leicht gemacht hat.

Löw kann es verschmerzen, wenn sein Kapitän in einem Testspiel oder in der Qualifikation fehlt. Wichtig ist für ihn allein, dass er dabei ist, wenn es zählt: Bei der EM in zwei Jahren.

Der Titel ist das Ziel, und Schweinsteiger ist für Löw der Mann, der die Mannschaft dorthin führen soll. Vorausgesetzt sein Körper lässt das zu.

Als Kritik an Löws Entscheidung lässt sich anführen, dass der Mittelfeldstratege in der Vergangenheit viele Spiele verpasst hat und auch am Mittwoch gegen Argentinien verletzungsbedingt fehlt.

Doch das spielt für den Trainer ebenso wenig eine Rolle wie die Tatsache, dass Schweinsteiger schon 30 Jahre alt ist.

Manuel Neuer wird am Mittwoch die Binde tragen. Neuer wäre auch eine gute Wahl gewesen, in seiner Zeit bei Schalke 04 war er auch Kapitän. Doch für Löw ist eben Schweinsteiger der legitime Nachfolger von Philipp Lahm.

Löw will keinen Neuanfang, sondern er will Erfolg. Und dafür steht Schweinsteiger.

Die Tritte und Hiebe der Argentinier im WM-Finale hat er ohne Klagen weggesteckt. Das Trauma des verlorenen Champions-League-Endspiels mit dem FC Bayern gegen Chelsea hat er überwunden und ein Jahr später den Titel gewonnen.

Bastian Schweinsteiger bringt alles mit, was einen Kapitän ausmacht. Er ist für viele junge Fußballer ein Vorbild. Ob in München, Südtirol oder an der Copacabana: wenn irgendwo kleine Knirpse beim Kicken ein Deutschland-Trikot tragen, steht meistens Schweinsteiger auf dem Rücken. Das habe ich bei meinen Reisen mit der Nationalmannschaft festgestellt.

Bastian Schweinsteiger ist das Gesicht des deutschen Fußballs. Und das nicht erst seit seiner denkwürdigen Vorstellung in Rio de Janeiro. Deshalb ist Löws Wahl richtig.

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