Schweinsteiger wird in diesem Jahr wohl kein Spiel mehr bestreiten. Seine Krankengeschichte droht eine unendliche zu werden.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Frankfurt am Main - Bastian Schweinsteiger liegt mit einem Cut unter dem Auge und schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen des Maracana. Dann der Abpfiff, Jubel, Deutschland ist Weltmeister!

Mit seiner fast schon übermenschlichen Leistung im Endspiel gegen Argentinien hat sich Schweinsteiger in Rio de Janeiro ein Denkmal gesetzt.

Die Bilder des blutenden Kriegers haben sich für immer in die Köpfe der deutschen Fußballfans gebrannt. (

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Doch wann sie ihn zum nächsten Mal auf dem Fußballplatz zu sehen bekommen, steht in den Sternen.

Aktuell durch Mandelentzündung geschwächt

Für die deutsche Nationalmannschaft hat der Münchner seit der WM kein Spiel bestritten.

Bei den anstehenden EM-Qualifikationsspielen in Polen und gegen Irland fehlt er ebenso wie schon Anfang September gegen Schottland und bei der Neuauflage des WM-Finales gegen Argentinien.

Auch die beiden letzten Länderspiele des Jahres, am 14. November gegen Gibraltar und vier Tage später in Spanien, werden wohl ohne den Mittelfeldstar stattfinden.

Derzeit plagt ihn eine Mandelentzündung.

Nach SPORT1-Informationen wird der Münchner in diesem Jahr auch für den FC Bayern höchstwahrscheinlich kein Spiel mehr bestreiten.

Letztes Spiel in den USA

Sein letztes und bisher einziges Spiel seit der WM bestritt der 30-Jährige Anfang August während der USA-Reise des FC Bayern.

Beim 1:2 gegen eine MLS-Auswahl wurde er in der 80. Minute eingewechselt.

Wenig später lag er schon wieder mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden.

Knöchelprellung, "aber nichts Dramatisches", twitterten die Bayern am Morgen danach.

Doch es kam anders. Erst der Knöchel, dann eine gereizte Patellasehne. Schweinsteigers Krankengeschichte droht eine unendliche zu werden.

Fahrrad statt Ball

"Basti hat schon letztes Jahr immer mit Problemen gespielt, auch in Brasilien", erklärte Bayern-Trainer Pep Guardiola im August.

In der vergangenen Woche sagte Guardiola, er sei sich sicher, "dass Basti zurückkommen wird. Aber ich weiß nicht, wann." Der Verein werde "keinen Druck" ausüben, ergänzte der Spanier.

In München absolvierte Schweinsteiger zuletzt lediglich Ausdauereinheiten auf dem Ergometer. "Es wird jeden Tag besser, besser und besser", sagte Guardiola, "aber hier spielen wir mit dem Ball, nicht mit dem Fahrrad."

Auch schon Probleme vor der WM

Auch Bundestrainer Joachim Löw kann ein Lied davon singen, auf seinen Mittelfeldchef warten zu müssen.

Ins WM-Trainingslager in Südtirol im Mai war Schweinsteiger nach einer Verletzung aus dem DFB-Pokalfinale angeschlagen angereist. In den ersten Tagen trainierte er nur individuell im Ausdauerbereich.

Löw ließ ihn behutsam zur WM hin aufbauen, um ihn in der entscheiden Phase des Turniers bringen zu können. Der Plan ging auf.

Letztes DFB-Testspiel 2011

Doch nun sieht es so aus, als müsse Schweinsteiger den Preis dafür zahlen.

So wie vor etwas mehr als zwei Jahren, als der Bayern-Star sich mit Knöchelverletzungen herumplagte und bei der EM in Polen und der Ukraine von Löw durch das Turnier geschleppt wurde.

Für das DFB-Team war Schweinsteiger in den vergangenen drei Jahren ohnehin nur in Pflichtpartien im Einsatz. Sein letztes Testspiel absolvierte er im August 2011 beim 3:2 gegen Brasilien.

Neuer als Stellvertreter

Trotz des Wissens um seine Verletzungsanfälligkeit ernannte Löw den Münchner Anfang September nach dem Rücktritt von Philipp Lahm zu seinem Kapitän.

Diejenigen, die Löws Entscheidung damals kritisierten, sehen sich heute bestätigt.

In Schweinsteigers Abwesenheit vertritt ihn Manuel Neuer. Der Torwart genießt größte Anerkennung in der Mannschaft und trug auch während seiner Zeit bei Schalke 04 schon die Binde.

Doch im DFB-Team ist Neuer nur ein Stellvertreter des Kapitäns. Wann dieser zurückkehrt, bleibt offen.

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