vergrößernverkleinern
Horst Hrubesch (r., mit Moritz Leitner) wurde 2008 mit der U 19 Europameister

Tscherkassy/München - Als die deutschen U-21-Fußballer am Donnerstag mit Flug WDL 410 von Düsseldorf in die Ukraine aufbrachen, lag eine Mischung aus Vorfreude und Anspannung in der Luft.

"In den Play-offs geht es um alles, das sind geile Spiele", sagte Kapitän Kevin Volland vor der Woche der Wahrheit, die für den DFB-Nachwuchs zu einer Art Reifeprüfung wird. Am Ende zählt nur das EM-Ticket.

"Die Gruppenphase haben wir hinter uns, aber gewonnen haben wir noch nichts. Es geht einzig um das Weiterkommen", sagte Trainer Horst Hrubesch vor dem Hinspiel in Tscherkassy am Freitag (ab 17.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

160 Kilometer südöstlich von Kiew will die U 21 einen Sieg vorlegen, um beruhigt in das Rückspiel in Essen vier Tage später gehen zu können.

Nur der Gewinner des Duells fährt zur EM 2015 nach Tschechien und kämpft dort um die begehrten Olympia-Tickets.

Dreikampf auf höchstem Niveau

Angesichts des namhaften Kaders wäre ein Aus eine herbe Enttäuschung. Alleine die drei Torhüter Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona), Bernd Leno (Bayer Leverkusen) und Timo Horn (1. Köln) liefern sich einen Dreikampf auf höchstem Niveau.

"Nur einer kann spielen, einer muss sogar auf der Tribüne sitzen. Aber sie kennen die Gesetzmäßigkeiten und können das verarbeiten", sagt Hrubesch und spricht von einem "Bauchschmerzgefühl".

Auch davor stehen Hrubesch erfahrene Akteure zur Verfügung, unter anderem Moritz Leitner vom VfB Stuttgart, Jonas Hofmann von Mainz 05 oder eben der Hoffenheimer Volland.

"Können uns nur selbst schlagen"

"Man darf die Ukraine nicht unterschätzen, das Stadion wird wahrscheinlich ausverkauft sein. Aber wir können uns nur selbst schlagen", sagte Volland, der im Sommer sogar kurz von einer WM-Nominierung träumen durfte.

Fest im A-Team verankert und gegen die Ukraine nicht dabei sind die Weltmeister Erik Durm, Matthias Ginter und Shkodran Mustafi, sogar Mario Götze und Julian Draxler wären noch spielberechtigt. Solche Gedanken wischt Hrubesch aber zur Seite.

"Es macht keinen Sinn zu spekulieren. Joachim Löw hat den Zugriff, und wenn er die Spieler haben will, bekommt er sie. Meine Aufgabe ist es, die Spieler so vorzubereiten, dass Jogi sie einsetzen kann", sagte er unmissverständlich.

Acht Spiele ohne Niederlage

Die gelungene Gruppenphase mit acht Spielen ohne Niederlage zeigt, dass dieses System bislang funktioniert. Doch auch die Ukraine überzeugte, gewann sechs von acht Partien und ließ unter anderem die Schweiz hinter sich.

"Sie haben zwei, drei technisch gute Spieler und kommen mit schnellem Umschaltspiel nach vorne", sagte Hrubesch über den Gegner, zu dessen Kader auch Wladlen Jurtschenko von Bayer Leverkusen gehört.

Vor der Ankunft auf dem kleinen Flughafen von Tscherkassy war die Stimmung jedenfalls bestens, zumal auch die politische Lage dort ruhig ist.

"In Tscherkassy haben zuletzt schon drei U-21-Spiele stattgefunden, alle ohne Probleme. Natürlich haben wir mal nachgefragt, aber da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen", sagte Hrubesch.

Keine Sorgen - genau das soll auch für seine Mannschaft am Samstag gelten, wenn der Rückflug nach Düsseldorf ansteht.

Die voraussichtliche Aufstellung: 

DFB-Team: Ter Stegen (FC Barcelona) - da Costa (FC Ingolstadt), Knoche (VfL Wolfsburg), Heintze (1. FC Kaiserslautern), Günter (SC Freiburg) - Geis (Mainz 05), Leitner (VfB Stuttgart) - Volland (1899 Hoffenheim), Malli (Mainz 05), J. Hofmann (Mainz 05) - P. Hofmann (1. FC Kaiserslautern)

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel