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Warschau - Lukas Podolski und Bundestrainer Joachim Löw äußern sich zum deutschen EM-Qualifikationsspiel in Polen. SPORT1 hat die Fakten.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch und Jochen Stutzky

Als Joachim Löw auf der Pressekonferenz des DFB im noblen Westin Hotel in Warschau noch die Fragen der Journalisten beantwortete, lugte hinter der Sponsorenwand zuerst eine Hand und dann ein Kopf hervor.

Einer der typischen Späße von Lukas Podolski, der kurz darauf das Podium betrat und dem die Vorfreude auf das Spiel gegen Polen am Samstag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) anzumerken war.

"Das ist ein ganz besonderes Spiel, hier in meinem Geburtsland. Ich freue mich auf die Atmosphäre, will aber die drei Punkte wieder mit in den Flieger nehmen", sagte der 29-Jährige.

Podolski, der im oberschlesischen Gleiwitz geboren wurde und als Kind mit seinen Eltern und seiner Schwester nach Bergheim bei Köln übersiedelte, kann verstehen, dass die Polen "endlich mal gegen Deutschland gewinnen wollen. Aber ich werde keine Geschenke verteilen." (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

Der Offensivspieler, der beim FC Arsenal zumeist nur auf der Bank sitzt und über einen Wechsel nachdenkt, darf sich durchaus Hoffnungen machen, in Warschau sogar in der Startelf zu stehen.

Diese Möglichkeit deutete Löw an.

SPORT1 fasst die wichtigsten Aussagen aus der Pressekonferenz zusammen:

Lukas Podolski über...

...seine Chancen auf einen Platz in der Startelf:

"Jeder kennt die Situation in meinem Verein. Ich habe nicht den Spielrhythmus, um Ansprüche zu stellen. Aber ich bin fit und werde Gas geben. Den Rest entscheidet der Trainer."

...das Spiel und ob er ein Tor bejubeln würde:

"Es wird bestimmt sehr hart. Mein Traum ist, dass wir Erster und Polen Zweiter wird und wir zusammen zur EM fahren. Sollte ich ein Tor schießen, werde ich es nicht feiern. Auch den Sieg würde ich nicht feiern."

?seine sportliche Zukunft:

"Wie alle wissen, unterstütze ich Gornik Zabrze. Das ist mein Klub. Wenn ich nicht zu alt bin und mich meine Beine noch tragen, kann ich mir vorstellen, auch für einen polnischen Klub zu spielen."

Joachim Löw über...

?Podolskis Aussichten auf einen Platz in der Startelf:

"Lukas kann sich schon Hoffnungen machen, dass er von Beginn an spielt. Er bringt bei uns immer sofort Dynamik hinein. Auf der anderen Seite hat er nach der WM bei Arsenal selten von Beginn an gespielt."

?den Gegner und die Atmosphäre im Stadion:

"Es wird uns ein heißes Spiel erwarten. Das Stadion wird wohl ausverkauft sein. Polen wird ein hartnäckiger, aufsässiger und technisch starker Gegner sein. Sie werden keine Geschenke verteilen und uns nicht als Weltmeister feiern wollen. Sie gehören für mich neben Irland zu den Kandidaten auf Platz eins und zwei."

?das DFB-Team in der Rolle des Gejagten:

"Die Gegner versuchen, ein paar Prozent mehr heraus zu kitzeln und den Weltmeister zu stürzen. Das erwartet uns in den nächsten beiden Spielen. Wir sind die Gejagten und müssen wahnsinnig viel tun. Wir sind Weltmeister, aber dadurch gewinnt man kein Spiel. Ich bin aber optimistisch, dass wir es morgen möglichst gut lösen."

...den Fitnesszustand seiner Mannschaft:

"Alle Spieler, die jetzt bei uns dabei sind, sind einsatzfähig. Das gilt auch für Julian Draxler und Andre Schürrle."

?die Niederlage bei der EM 2012 gegen Italien in Warschau:

"Die Niederlage hatte schon Nachwirkungen. Die Art und Weise, wie wir verloren haben, war frustrierend. Wir sind von unserer Linie abgekommen. Man kann Schlüsse daraus ziehen. Wir haben von der Niederlage profitiert, so schmerzlich sie auch war. Nach dem Gewinn der WM empfinde ich keine Genugtuung gegenüber anderen, aber eine Befriedigung und Bestätigung der Arbeit, Energie und Kraft, die wir aufgewendet haben."

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