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Beim ersten Gegentreffer durch Polens Arkadiusz Milik sieht auch Deutschlands Keeper Manuel Neuer höchst unglücklich aus. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Spiels

In der EM-Quali in Polen erlebt das DFB-Team eine bittere Pleite. Vor allem beim ersten Gegentor pennt die Abwehr. Vorn gelingt wenig.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch und Jochen Stutzky

Warschau - Auf dem Weg zur Europameisterschaft hat der Weltmeister einen schweren Rückschlag erlitten.

Die ersatzgeschwächte deutsche Nationalmannschaft musste sich im zweiten Qualifikationsspiel in Polen 0:2 (0:0) geschlagen geben.

Es war die erste Auswärtsniederlage in einem Qualifikationsspiel seit den Zeiten von Erich Ribbeck und die erste Quali-Pleite seit 2007.

Neuer und Boateng patzen

Das Führungstor für die Polen um Bayern-Star Robert Lewandowski erzielte Arkadiusz Milik in der 51. Minute. Beim Kopfball des von Bayer Leverkusen an Ajax Amsterdam ausgeliehenen Angreifers machte Manuel Neuer ebenso keine gute Figur wie Jerome Boateng.

Sebastian Mila machte in der 88. Minute nach Vorarbeit von Lewandwoski die Pleite und den ersten Sieg einer polnischen Mannschaft gegen Deutschland perfekt.

Beim Heimspiel gegen Irland am Dienstag steht die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw unter Zugzwang. Polen führt die Tabelle in der Gruppe D mit sechs Punkten an, das DFB-Team steht hinter Irland und Schottland nur auf Platz vier. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

Neuer und Boateng patzen

Löw hatte seine Elf im Vergleich zum 2:1 gegen Schottland im September auf drei Positionen verändert: Der Leverkusener Bellarabi feierte sein Debüt, Lukas Podolski musste sich in seinem Geburtsland mit einem Platz auf der Bank begnügen.

Stuttgarts Antonio Rüdiger absolvierte sein erstes Pflichtspiel, und Mats Hummels kehrte nach überstandener Verletzung ins Abwehrzentrum zurück.

Mario Götze spielte zentral im offensiven Mittelfeld für den verletzten Mesut Özil, Thomas Müller rückte für Götze ins Sturmspitze, Andre Schürrle begann links.

Neuer und Boateng patzen

Doch vorne lief bei der deutschen Mannschaft zunächst nicht viel zusammen, das Angriffsspiel war in der ersten halben Stunde zu statisch. Die Partie begann insgesamt recht schleppend.

Torszenen gab es keine, beide Abwehrreihen standen sicher. Rüdiger klärte einmal vor Lewandowski, ansonsten passierte zunächst nicht viel.

Nach einem Fehler von Hummels musste Boateng mit einem Foulspiel klären und sah die Gelbe Karte (24.).

Es dauerte fast 35 Minuten bis zur ersten gefährlichen Torannäherung. Nach einem Freistoß aus dem linken Halbfeld kam Lewandowski im Strafraum an den Ball, stand allerdings im Abseits.

Neuer und Boateng patzen

Dennoch schien die Szene so etwas wie ein Weckruf zu sein. Plötzlich kam auch die deutsche Elf zu Chancen, was allerdings auch an den Rochaden in der Offensive lag.

Schürrle und Bellarabi tauschten die Seiten - und es lief besser. Der Leverkusener war schon zuvor einer der auffälligsten deutschen Spieler, auf links tauchte er aber zweimal aussichtsreich vor dem Tor von Wojciech Szczesny auf. Erst verzog er knapp, dann scheiterte er am Keeper des FC Arsenal.

Auch Müller hatte nach einem schönen Pass von Schürrle die Führung auf dem Fuß, doch der Münchner, der gegen Schottland beide Treffer erzielt hatte, wurde von zwei Abwehrspielern abgedrängt. So ging es torlos in die Kabinen.

Milik bestraft unorganisierte Abwehr

Nach dem Wechsel erlebte Christoph Kramer eine Schrecksekunde, als er von Lewandowski im Rücken getroffen wurde und liegen blieb. Nach kurzer Behandlung konnte der Gladbacher aber weiterspielen.

Die Zweikämpfe wurden härter, das Spiel nahm mehr Fahrt auf, die Polen wurden offensiver.

In der 51. Minute erwischten die Gastgeber den Weltmeister auf dem falschen Fuß.

Durms Defensiv-Kopfball landete bei Lukasz Piszczek, Müller konnte den Dortmunder nicht an der Flanke von der rechten Seite hindern, Boateng war nicht nahe genug bei Milik, Neuer zögerte, und der von Leverkusen an Ajax Amsterdam ausgeliehene Stürmer köpfte zum 1:0 ein.

Szczesny hält Führung fest

Das Stadion bebte, die deutschen Spieler ließen die Köpfe hängen.

Sie rappelten sich zwar wieder auf und kamen auch wieder gefährlich vor das Tor, aber entweder war der Abschluss zu schwach, wie bei Durms Schuss (63.), oder der starke Szczesny wehrte ab, wie bei Bellarabis Weitschuss in der 79. Minute.

Der kurz zuvor für Schürrle eingewechselte Podolski traf mit seinem Volleyschuss in der 81. Minute nur die Latte.

Der eingewechselte Mila ließ Neuer in der 88. Minute mit seinem Flachschuss keine Chance.

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