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Julian Draxler bestritt bisher 14 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft

München und Gelsenkirchen - Draxler hat in seinem Schalker Wohnzimmer gute Chancen auf einen Platz in der Startelf gegen Irland. Auch Rudy darf hoffen.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Als Julian Draxler gefragt wurde, warum das EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft in Gelsenkirchen gegen Irland wohl nicht ausverkauft sei, überlegte er nur kurz und setzte ein schelmisches Lächeln auf.

"Vielleicht ist es momentan interessanter, auf Schalke das Training unter Roberto Di Matteo zu schauen", sagte der Mittelfeldspieler und sorgte unter den Journalisten in einem Essener Autohaus für einen Lacher.

Er habe vergangene Woche zwar "schon kurz mit dem neuen Trainer gesprochen", verriet er, "aber ich konzentriere mich jetzt voll auf die Nationalmannschaft und das Spiel gegen die Iren."

Draxler will Löw überzeugen

Draxler ist besonders motiviert, findet die Partie doch quasi in seinem Wohnzimmer statt.

Mit Schalke 04 bescherte er den heimischen Fans zwar einen Sieg im Revierderby gegen Borussia Dortmund und ein Unentschieden gegen den FC Bayern, doch spielerisch überzeugten sie nicht und gegen kleinere Gegner verloren die Königsblauen.

Die Folge war der Wechsel auf der Trainerbank von Jens Keller zu Di Matteo.

Draxler selbst muss sich unter seinem neuen Vereinscoach beweisen, aber zuvor will er den Bundestrainer gegen Irland überzeugen.

Gute Stimmung trotz der Niederlage

Bis Montagmittag waren 50.000 der 54.000 Eintrittskarten verkauft. Stimmung ist schon durch die vielen irischen Fans garantiert.

Im DFB-Team sei die Stimmung trotz der 0:2-Niederlage gegen Polen gut, berichteten Draxler und Joachim Löw am Montag auf der Pressekonferenz.

"Die Mannschaft ist heiß und will das 0:2 gegen Polen vergessen machen. Wir sehen uns in der Pflicht, das Ruder wieder herumzureißen", sagte Draxler.

Einsätze gegen Brasilien, Argentinien und Polen

Bei der WM kam der 21-Jährige nur in einem Spiel zum Einsatz: Beim 7:1-Halbfinalsieg gegen Brasilien wurde er in der Schlussviertelstunde eingewechselt.

Bei der Neuauflage des Endspiels gegen Argentinien spielte er von Beginn an, wurde aber nach einer halben Stunde ausgewechselt.

Beim 0:2 in Polen hatte es aufgrund eines grippalen Infekts nur zu einem 20-minütigen Einsatz gereicht. "Da war kräftemäßig nicht mehr möglich", erklärte Draxler: "Jetzt muss ich abwarten, was der Trainer gegen Irland vorhat. Ich bin auf jeden Fall bereit."

Platz in der Startelf winkt

Gegen Irland darf er sich wieder Hoffnung auf einen Platz in der Startelf machen.

Nachdem Christoph Kramer am Montag wegen einer Magen-Darm-Grippe abreisen musste, ist ein Platz im Mittelfeld frei.

Löw sprach von "mehreren Varianten, die wir wählen können. Es gibt Sebastian Rudy oder Matthias Ginter. Es gibt aber auch noch offensivere Varianten", sagte Löw.

Draxler könnte für Kramer, aber auch für Andre Schürrle ins Team rücken. Der Chelsea-Profi war angeschlagen zum Polen-Spiel angereist und zeigte eine seiner schwächsten Partien. Möglich, dass Löw ihm eine Pause gibt.

Rechts wird in der Offensive Karim Bellarabi beginnen. Darauf hat sich Löw festgelegt.

Rudy erste Wahl in der Zentrale

Für den Platz im Mittelfeld neben Toni Kroos wäre Rudy wohl die erste Wahl.

Der Hoffenheimer spielte gegen Schottland Rechtsverteidiger, ist aber in der defensiven Zentrale zuhause und wäre als Unterstützung für die jungen Außenverteidiger Antonio Rüdiger und Erik Durm wichtig.

Ähnlich wie die Schotten und die Polen rechnet der Bundestrainer mit einem defensiven Gegner, der aber auf schnelle Gegenstöße lauert. "Ich erwarte Irland als eine Kopie der Polen", sagte Löw.

Beim 0:2 am Samstag war die schlechte Chancenverwertung der Hauptgrund für die Niederlage.

Draxler will mithelfen, dass die deutsche Elf gegen Irland wieder ihr WM-Gesicht zeigt: "Wir wollen der Welt zeigen, dass wir wieder an den Status der Unbesiegbarkeit herankommen."

Voraussichtliche Aufstellungen:

Deutschland: Neuer - Rüdiger, Boateng, Hummels, Durm - Rudy, Kroos - Bellarabi, Götze, Draxler (Schürrle) Müller.

Irland: Forde - Meyler, O'Shea, Wilson, Ward - McGeady, Whelan, Quinn, McClean - Walters - Keane oder Long

Schiedsrichter: Damir Skomina (Slowenien)

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