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Produktive Reibung beim HSV: Sportdirektor Matthias Sammer und Trainer Jürgen Klopp

Gareth Bale wäre beinahe einmal nach Hamburg gewechselt. Genauso wie Klopp und Sammer. Was da wohl alles hätte entstehen können?

Man malt sich ja mittlerweile gar nicht mehr aus, was hätte werden können beim HSV.

Denken wir nur zurück, wer alles zu ihm gekommen wäre, wenn er damals schon gewusst hätte, was hätte werden können.

Jürgen Klopp zum Beispiel. Sollte mal Trainer in Hamburg werden, hatte sich sogar schon nach Häusern dort umgesehen.

Dann aber fiel den damaligen Verantwortlichen auf, dass Klopp schlecht rasiert war, löchrige Jeans trug und einmal zu spät zum Training kam - und das ging ja nicht. Also kam Jürgen Klopp nicht zum HSV.

Oder Matthias Sammer. Sollte beim HSV mal Sportchef werden, hatte dort sogar schon eine sehr überzeugende Power-Point-Präsentation gehalten.

Dann aber fand Sammer, dass ihm die damaligen Verantwortlichen zu viel Druck gemacht hätten. Also kam Matthias Sammer nicht zum HSV.

Das muss man sich mal vorstellen: Klopp und Sammer, gemeinsam beim HSV. Man wäre Meister geworden und Weltpokalsieger und alles andere auch, jedes Jahr.

Sicher, nicht jeder hätte das gut gefunden. Der HSV wolle die Konkurrenz zerstören, hätten sie gesagt - und nicht jeder wäre mehr mit ihm Mittagessen gegangen.

All denen hätte Sammer dann aber wiederum gesagt, dass Klopp mit dem HSV eben jeden Tag akribisch trainieren würde, als würde es kein Morgen geben (oder es ihnen anhand einer sehr überzeugenden Power-Point-Präsentation vorgeführt).

Und Klopp hätte noch ergänzt, dass er Gott jeden Tag dafür danken würde, dass er Matthias Sammer dazugeholt hätte (sobald er pünktlich zu Trainingsbeginn aus seinem Rasierzimmer gekommen wäre).

Und Gareth Bale hätte das alles genauso unterschrieben. Denn Gareth Bale wäre ja auch noch da, wie man jetzt erfahren hat.

Für sechs Millionen hätte der HSV ihn mal haben können, hat Martin Jol gerade erzählt, der tadellos behoste Trainer, der seinerzeit anstelle von Jürgen Klopp vom HSV engagiert worden ist.

Jürgen Klopp hätte Bale natürlich geholt ? und dabei wäre es natürlich auch nicht geblieben.

Durch den Effekt des sich selbst nährenden Erfolgs wäre früher oder später auch Cristiano Ronaldo vom VfB Stuttgart dazugestoßen, und Michael Essien vom VfL Wolfsburg und Pavel Nedved vom MSV Duisburg und der HSV wäre auf Jahre hinaus unschlagbar gewesen, wie HSV-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer es ausgedrückt hätte.

Aber naja, was nützt es? "Hätte, hätte, Fahrradkette" ? das hat Peer Steinbrück, der frühere Parkwächter des HSV, schon richtig erkannt.

Jener Peer Steinbrück, der ? wenn er dort geblieben wäre ? natürlich auch Bundeskanzler geworden wäre und Weltpolitiker und alles andere auch. Und das alles natürlich mit HSV-Schal.

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